Der Gastgeber als großer Gewinner

Start zum Drevenacker Abendlauf.
Start zum Drevenacker Abendlauf.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Viel Lob gab es für die ausrichtende TuS Drevenack beim 12. Abendlauf. Malaba Tchendo und Annika Vössing siegten.

„No, it’s not too hot.“ Nein, zu heiß sei es ihm nicht gewesen, sagte Malaba Tchendo nur kurze Zeit nachdem er beim 12. Drevenacker Abendlauf über die 10-Kilometer-Distanz nach 33:11 Minuten als Erster die Ziellinie überquert hatte. Bei den Damen gewann die Oberhausener Triathlon-Spezialistin Annika Vössing (38:45). Doch die eigentlichen Sieger der Veranstaltung waren die gastgebende TLT-Abteilung der TuS Drevenack sowie die Bewohner des Ortes. Es hatten so viele Menschen mitgewirkt, um es den Startern trotz der Hitze so angenehm wie möglich zu machen, dass sich Chef-Organisator Manfred Franz vor berechtigtem Lob kaum retten konnte. Einen Rettungswagen benötigte er deshalb aber auch nicht.

„So viel Lob ist schon fast peinlich. Außerdem mache ich das ja nicht alleine“, so Franz, der die Lorbeeren sowohl für Michael Klinger, Günter Wüstmann und Alfons Stöckmann aus dem Orga-Team, als auch die insgesamt 100 Helfer verteilt wissen wollte. „Wir sind natürlich selbst sehr froh, dass alles trotz der hohen Temperaturen so gut geklappt hat und nichts passiert ist.“ Ein Dank ging auch noch an die Anwohner, die spontan ihre Rasensprenger an die Strecke stellten und aufdrehten. „Gefragt hatten wir eigentlich nur vier Leute, die anderen sind darauf von selbst gekommen. Auch die Dusche der Feuerwehr war relativ spontan aufgebaut“, so Franz.

Sieger Malaba Tchendo ist aus seinem Heimatland Togo Hitze gewohnt. „Schwieriger als die Temperaturen war für mich, alleine zu laufen“, so der Starter der Laufsportfreunde Münster. Und das musste er im wahrsten Sinne des Wortes auf weiter Flur, der Zweitplatzierte Christoph Verhalen kam über drei Minuten später ins Stadion gelaufen. „Beim Einlaufen hatte ich noch überlegt, ob ich nicht wieder ins Auto steigen und nach Hause fahren soll“, so der Starter des TuS Xanten. „Ohne die ganzen Rasensprenger und Duschen wäre es auch nicht zu laufen möglich gewesen, das war super. Trotzdem sind bei diesen Temperaturen keine Bestzeiten drin“, so Verhalen. „Und da nach ganz vorne eh nichts mehr ging, habe ich auch nicht noch unnötig Körner verbrannt.“

Stück für Stück eingesammelt

Mit einer klaren Taktik-Vorgabe des Trainers war Vössing gestartet: „Ich sollte es langsam angehen und dann gucken, wie es läuft“, so die Starterin des OTV Endurance Team. „Ich habe sie dann Stück für Stück eingesammelt. Trotzdem wurde es nach sieben Kilometern doch ziemlich zäh – aber die Strecke ist gut.“ Sie ist zehn Kilometer schon genau drei Minuten schneller gelaufen. Die 23-Jährige bereitet sich derzeit auf den Halbmarathon in Köln vor. Ihr großes Ziel ist eine Olympia-Teilnahme im Triathlon.

Weniger über seinen Doppelstart und M 50-Altersklassensieg im Hauptlauf als über Lina Killisch reden wollte Werner Kamps. Seit Mai trainieren die beiden zusammen, liefen nach Haldern auch in Drevenack gemeinsam über die Linie. „Ich hatte sie in Flüren gesehen, ihr Laufstil hat mir gefallen“, so der 51-jährige Laufexperte des Hamminkelner SV über die erst 16 Jahre alte Weselerin, die über die fünf Kilometer in 21:10 Minuten die weibliche U18 gewann und drittschnellste Frau war. „Sie ist sehr talentiert. Wenn sie dabei bleibt, ist da noch viel Luft nach oben.“

Vom Gastgeber hat es Florian Klinger auf das Treppchen des Gesamtklassements geschafft mit seinen 18:07 Minuten als Dritter über die 5 Kilometer. Gegen U20-Lauftalent Jan Neuens (ASV Duisburg/17:06) war aber kein Kraut gewachsen.

Den Tag für die TuS Drevenack rundete Henrike Hofmann ab. Nach 1:25 Minuten hatte die siebenjährige Tochter von 5-km-W 35-Siegerin Kerstin Hofmann den 350-m-Bambinilauf gewonnen. Auch für Familie Hofmann war es scheinbar „not too hot“.