Der doppelte Glücksfall
18.02.2010 | 21:30 Uhr 2010-02-18T21:30:00+0100Voerde. Weil der TSV Essel am letzten Spieltag nicht beim TV Voerde antreten kann, wurde die Mannschaft disqualifiziert und steht nach Westfalia Hamm, die das gleiche Schicksal ereilte, als zweiter Absteiger fest. Ohne einen Sieg halten die Voerder damit die erste Bundesliga.
So einfach können sich die Dinge wieder zum Positiven wenden: Weil der TSV Essel beim TV Voerde aufgrund personeller Probleme am letzten Spieltag nicht antreten kann und von der Staffelleitung disqualifiziert wurde, dürfen die bereits seit Wochen als Absteiger feststehenden Faustballer des TV Voerde nun doch in der Hallen-Bundesliga bleiben.
Kurios: Essel ist in der laufenden Saison die zweite Mannschaft, die wegen Personalmangels aus der Bundesliga verbannt wurde. Der TV Westfalia Hamm wurde nach dem ersten Spieltag disqualifiziert, weil der Verein kein Team für die Partie beim Ahlhorner SV stellen konnte. Und da Hamm auf dem Feld nun auch auf eine Erstliga-Teilnahme verzichtet, ist der TVV trotz des Abstiegs 2009 auch hier plötzlich wieder Bundesligist.
„Wir wollen nach der Misere angesichts der anhaltenden personellen Probleme auch auf dem Feld in der zweiten Liga antreten und halten das für die beste Lösung”, erklärt Westfalias Faustball-Fachwart Jörg Dreisbusch. Derweil betzeichnet Marco Bartsch, Sportwart des TSV Essel, die Entwicklung als „ein Trauerspiel. Wir mussten uns über die gesamte Saison von B-Jugendlichen aushelfen lassen. Dass so viele ältere Spieler aufhören, liegt an beruflichen Neuorientierungen.”
TVV-Kapitän Patrick Baues will nicht verschweigen, dass ihm die kampflosen Bundesligaverbleibe etwas unangenehm sind. „Wir hätten gerne aus eigener Kraft den Klassenerhalt geschafft, freuen uns aber natürlich trotzdem riesig.” Doch um im Oberhaus in Zukunft konkurrenzfähig zu sein, ist eine Leistungsteigerung nötig. Schließlich blieben die Voerder in allen elf Hallenbegnungen ohne Sieg.
„Jetzt werden wir in der Bundesliga alles geben”, verspricht Baues, dessen Mannschaft nach dem Abgang von Coach Bernd Dorbath noch auf der Suche nach einem Übungsleiter ist: „Momentan leiten Sebastian Pynappel und ich das Training. Ein Außenstehender wäre uns lieber, bisher haben wir aber noch niemanden gefunden.”
Zügig wollen die Voerder nun die Planung des Kaders abschließen. „Alle Spieler bis auf Marcus Schmalfeldt werden definitiv auch in der Feld-Saison dabei sein. Hinter Marcus steht aus beruflichen Gründen noch ein großes Fragezeichen. Wir werden aber am Samstag ein Trainingsspiel machen und dabei versuchen, das Rad zu drehen, um ihn beim TV Voerde zu halten”, hofft Baues auf eine positive Antwort Schmalfeldts.
Morgen Abend, im Anschluss an das Ersatztraining für die ausgefallene Partie gegen den TSV Essel, veranstalten die Voerder Faustballerinnen und Faustballer ihre gemeinsame Saisonabschlussparty. Nach dem überraschenden doppelten Klassenverbleib der Herren sowie dem Aufstieg der jungen Damenmannschaft in die Hallen-Bundesliga hat die TVV-Abteilung dabei sogar dreifachen Grund zum Feiern.
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