Buteweg lässt den Knüppel im Sack

Noch ein Herz und eine Seele? MTV-Spielertrainer Marius Timofte und Heinz Buteweg.
Noch ein Herz und eine Seele? MTV-Spielertrainer Marius Timofte und Heinz Buteweg.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Dinslaken. Obmann des Dinslakener Handball-Oberligisten will nach dem Verzicht der Mannschaft auf Neuzugang Ivan Stajic erst einmal das Gespräch suchen. Rätselraten um Timoftes künftige Rolle.

Was sich nach der Derby-Niederlage gegen Hiesfeld schon ganz deutlich abzeichnete, ist am Wochenende endgültig Realität geworden: Der MTV Rheinwacht wird die Saison in der Handball-Oberliga auf dem drittletzten Rang beenden. Die letzte Saisonpartie am Sonntag um 11.30 Uhr in heimischer Halle gegen Lobberich hat keine Bedeutung mehr für die Dinslakener. Viel wichtiger werden die anschließenden Aufstiegsspiele von Niederrheinmeister TV Aldekerk gegen Mittelrhein-Vertreter Longericher SC und der weitere Verlauf in der dritten Liga. Denn wenn Aldekerk den Aufstieg nicht schafft und der OSC Duisburg gleichzeitig aus der dritten Liga runter muss, würde Rheinwacht noch in die Verbandsliga absteigen.

Zumindest was den OSC betrifft, hat sich die Lage wieder deutlich verschlechtert. Während Kontrahent Gladbeck gegen Ratingen überraschend einen Punkt holte, verloren die Duisburger hoch beim Schlusslicht in Wiesbaden, was Trainer Jörg Förderer anschließend dazu bewog, drei Spieltage vor Saisonende das Handtuch zu werfen. Thomas Molsner soll die Mannschaft nun vor dem Abstieg retten.

In Dinslaken deutet derweil einiges darauf hin, dass die Frage nach dem Klassenerhalt nicht einmal die vorherrschende ist. Mit dem Verzicht auf einen Einsatz von Neuzugang Ivan Stajic bei der 26:35-Niederlage bei den Bergischen Panthern sorgte der Verein am Sonntag für Aufsehen. Der 33-jährige gebürtige Serbe war vor zehn Tagen von Obmann Heinz Buteweg zum MTV geholt worden, um in der Schlussphase der Saison zu helfen und um den Linkshänder vor einer möglichen weiteren Verpflichtung auf Herz und Nieren zu testen. Mannschaft und Spielertrainer Marius Timofte entschieden sich aber vor dem letzten Auswärtsspiel gegen einen Einsatz des Linkshänders. Ein Affront gegen den Abteilungsleiter? Buteweg jedenfalls, der am Wochenende von den Ereignissen überrascht wurde, will erst einmal die Ruhe zu bewahren und heute das Gespräch mit Timofte und den Akteuren suchen. Die Verwunderung über den eigenmächtigen Entschluss des Teams ist ihm aber deutlich anzumerken: „Welche Ansprüche können denn die Spieler stellen? Die haben uns doch mit ihren Leistungen in die Situation gebracht, dass ich handeln musste“, sagt Buteweg, meint aber auch, dass er jetzt „nicht mit dem Knüppel drauf hauen“ könne.

In Ruhe weiter am Kader für die kommende Saison arbeiten, ohne großen Druck von außerhalb, das wünscht sich der Dinslakener Macher zurzeit vor allem. Doch auch die Frage nach der zukünftigen Rolle von Spielertrainer Marius Timofte ist noch nicht geklärt. Buteweg betonte bereits vor Wochen, dass der 47-Jährige in der nächsten Spielzeit nicht mehr auf dem Feld agieren solle, Timofte selbst kündigte jüngst an, weiter machen zu wollen. Eine gemeinsame klare Linie zum Wohl des Vereins sieht anders aus. Dass sich der Obmann und der Spielertrainer, die 15 Jahre lang harmonisch zusammengearbeitet haben, schnell auf einen gemeinsamen Nenner einigen, scheint unerlässlich. „Ich bin nicht mit Marius Timofte verheiratet“, betont Buteweg und ergänzt: „Der MTV hat Marius sicher viel zu verdanken, aber Marius verdankt dem MTV auch sehr viel. Niemand ist dem anderen etwas schuldig.“ Klingt fast schon nach dem Ende einer Ära.