Burkhard Bell tritt in Timoftes Fußstapfen

Burkhard Bell (hinten, Mitte) mit Funktionären und Neuzugängen des MTV.
Burkhard Bell (hinten, Mitte) mit Funktionären und Neuzugängen des MTV.
Foto: Heiko Kempken / FUNKE Foto Servi
Was wir bereits wissen
Dinslaken. Dinslakener Handball-Verbandsligist hat einen neuen Trainer gefunden. Auch seine Söhne kommen.

Die Katze ist aus dem Sack: Burkhard Bell heißt der neue Trainer des MTV Rheinwacht. Der 61-jährige Schermbecker soll den Dinslakener Handball-Verbandsligisten auf direktem Weg zurück in die Oberliga führen. Zuletzt hatte Bell zwei Jahre lang die Drittliga-Damen aus Recklinghausen gecoacht und sich eigentlich schon auf seinen handballerischen Ruhestand vorbereitet, als die Anfrage kam. „Es hat mich gereizt, in die sehr großen Fußstapfen von Marius Timofte zu treten, der in Dinslaken etwas Außergewöhnliches geleistet hat. Außerdem habe ich den Eindruck, dass hier eine richtige Aufbruchstimmung herrscht“, erklärte der Dorstener Gymnasiallehrer gestern bei seiner Vorstellung im Eppinghovener Tennis-Heim.

Ein weiterer Anreiz für den neuen Übungsleiter: In Dinslaken kann Bell noch einmal mit seinen beiden Söhnen Frederik und Niklas arbeiten, denn die hatte Rheinwacht-Obmann Heinz Buteweg bereits verpflichtet, bevor er sich mit deren Vater einig wurde. Niklas Bell ist neben Aaron Mertineit und Simon Kalveram der dritte Torhüter im Kader, sein Bruder Frederik ist im Rückraum beheimatet. Beide spielten lange unter ihrem Vater beim SV Schermbeck, liefen in den letzten Jahren aber für das Verbandsliga-Team der PSV Recklinghausen auf.

Vorgestellt wurden gestern auch noch einmal die weiteren Neuzugänge des Oberliga-Absteigers. Für Mittelmann Philipp Tuda und Kreisläufer Christoph Enders ist der MTV dabei kein Neuland. Beide spielten in der Jugend lange für den Dinslakener Club. „Ich habe hier noch viele Freunde“, sagte Enders. Tuda reizt es vor allem, „den Neuanfang mitzugestalten.“ Der dritte Akteur, der aus Hiesfeld zum Team stößt, Maximilian Reede, hofft obendrein, „sich unter einem neuen Trainer auch persönlich weiter entwickeln zu können. Ich hatte mich deshalb ja schon früh und auch unabhängig von der Liga zu diesem Schritt entschlossen.“

Trio aus der Reserve

Aus der Landesliga-Reserve rücken zudem Linksaußen Luca d’Auria, Rechtsaußen Jonas Ahls und Mittelmann Dominik Loth in den Kader. „Als ich gefragt wurde, habe ich nicht lange nachgedacht. Natürlich helfe ich“, sagt d’Auria, der den länger im Ausland weilenden Simon Scholten ersetzen soll. Auch MTV-Urgestein Ahls will es auf der anderen Seite in die Mannschaft schaffen.

So freut sich der neue Trainer über die komfortable Situation, beim MTV aus dem Vollen schöpfen zu können. Zwischen 16 und 18 Leute sollen in den endgültigen Kader aufgenommen werden. Mit der ersten Vorbereitungsphase hat Bell bereits am Dienstag begonnen. Schwerpunkte will der Lehrer für Mathematik, Sport und Evangelische Religion vor allem bei der Abwehrarbeit und dem Tempospiel setzen. „Wir haben eine junge und gleichmäßig besetzte Mannschaft, die über Tempo kommen muss“, sagt Bell, der im Angriff ein Freund von Spielkonzeptionen ist, die verschiedene Wege zum Torerfolg aufzeigen.

Mit Michèle Piel holt der neue Coach einen Athletiktrainer mit ins Boot, der mindestens einmal in der Woche eine Einheit begleiten soll. Auch ein Torwarttrainer soll in den nächsten Tagen noch gefunden werden.

„Wir wollten einfach einen neuen Weg mit neuen Ideen bestreiten“, erklärt Manager Volker Marquard. Der große Umbruch nach 16 Jahren mit Marius Timofte geht dabei aber nicht ohne Erfolgsdruck über die Bühne: „Das Ziel ist der Aufstieg“, macht Marquard unmissverständlich klar. „Es wird nicht leicht, aber wir sind zuversichtlich“, ergänzt Obmann Heinz Buteweg.

„Teamchemie perfekt“

Kapitän Sebastian Brandscheid hätte zwar auch gerne mit Timofte weiter gearbeitet, unter dem er in den letzten neun Jahren auflief („Ihm haben wir alle viel zu verdanken“), freut sich nun aber auch sehr auf die Zukunft: „Die Teamchemie ist meiner Meinung nach perfekt. Wir sind sehr gut aufgestellt und sicher in der Lage, oben mitzuspielen“, sagt der Linksaußen.

Die erste Trainingsphase endet mit einem Testspiel gegen Dortmund vor dem Beginn der Sommerferien, dann muss das Team wegen der gesperrten Halle drei Wochen im Fitnessstudio überbrücken, bevor es ganz intensiv mit vier Einheiten in der Woche und einigen Vorbereitungsspielen weiter geht.