Bei den Interviews drückte Manager Plank aufs Tempo

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Die Mannschaftsvorstellung des Fußball-Oberligisten TV Jahn Hiesfeld in der Neutor Galerie dauerte knapp so lange wie eine Halbzeit.

Die erste Mannschaftsvorstellung des Fußball-Oberligisten TV Jahn Hiesfeld in der Neutor Galerie dauerte knapp so lange wie eine Halbzeit – nach gut 45 Minuten war der Dienstausflug beendet. Zu verdanken hatten das die Kicker auch Manager Harald Plank, der im Vorfeld aufs Tempo gedrückt hatte: Statt jeden Spieler in längeren Einzelinterviews vorzustellen, wie die Organisatoren aus dem Club 100 es ursprünglich vor hatten, bat Plank die Akteure in Gruppen an die kleine Bühne, legte den Fokus auf die Neuzugänge und ließ die „Alten“ ebenfalls kurz ans Mikro.


Die meisten Kicker beschränkten sich bei der Vorstellung auf wenige kurze Sätze, längere Ansprachen blieben die Ausnahme: Neuzugang Patrick Dertwinkel appellierte etwa an die Besucher, nicht nur am Sonntag auf Sky die Bundesliga im Fernsehen zu schauen, sondern ins Hiesfelder Stadion zu kommen, Co-Trainer Thomas Drotboom versprach in einer launigen Ansage, „wir versuchen, euch eine dolle Saison zu bieten“. Dennis Hecht legte derweil den Schwerpunkt in eine andere Richtung: „Ich freue mich, hier so viele schöne Frauen und schöne Männer zu sehen“, ulkte der Mittelfeldspieler.


Die Moderation der Mannschaftsvorstellung hatte Roland Donner übernommen, der sich im „normalen“ Leben als Comedian Olaf Overbiss verdingt. Er interviewte unter anderem Trainer Jörg Vollack und Manager Harald Plank – wer dabei etwas verstehen wollte, musste allerdings rund um die Veranstaltungsfläche gute Ohren haben: Die Akustik aus dem einzigen Lautsprecher gab vielerorts nur dumpfe Töne ab. Ob das angesichts der eingestreuten Witzchen des Moderators à la „Darf man 30-Grad-Wäsche bei 40 Grad auf die Leine hängen?“ Absicht war, ist aber wohl nur ein Gerücht. Überhaupt wäre bei den bemühten Show-Effekten weniger mehr gewesen: Dass die Mannschaft mit Nachwuchsspielern – deren Eltern den Großteil der Zuschauer ausmachten – zum „Veilchen-Song“ einmarschierte, war noch ein netter Versuch. Als aber eine „Leila“ (Donner: „Leila ist geiler.“) mit violetter Langhaar-Perücke im knappen Höschen auf Stöckelschuhen in eine TV-Jahn-Fahne gehüllt zu Joe Cockers „You can leave your hat on“ auflief, um auf der Bühne lasziv das neue Trikot zu zeigen, durfte das im Prinzip nur zu einer Reaktion führen: fremdschämen.