Aufbruch mit Kuhlmann

Das neue Führungsteam der Leichtathleten beim SuS 09 (v.l.): Abteilungsleiter Markus Kuhlmann, stellv. Abteilungsleiter Jan Schlinkert. Beisitzerin Jessica Prpitsch, Kyra Poetschki, Beisitzer Niels Depner, Kai Schlinkert und Niklas Hallmann.
Das neue Führungsteam der Leichtathleten beim SuS 09 (v.l.): Abteilungsleiter Markus Kuhlmann, stellv. Abteilungsleiter Jan Schlinkert. Beisitzerin Jessica Prpitsch, Kyra Poetschki, Beisitzer Niels Depner, Kai Schlinkert und Niklas Hallmann.
Foto: Heiko Kempken / FUNKE Foto Servi
Was wir bereits wissen
Markus Kuhlmann ist neuer Leiter der Leichtathletik-Abteilung beim SuS 09 Dinslaken.

Dinslaken..  Markus Kuhlmann ist neuer Leiter der Leichtathletik-Abteilung beim SuS 09 Dinslaken. 16 stimmberechtigte Mitglieder wählten den 42-Jährigen am Donnerstag bei der Versammlung auf der Bezirkssportanlage zu Johann Schibischs Nachfolger. Das Votum für Kuhlmann fiel einstimmig aus bei einer Enthaltung – seiner eigenen.

Optisch gesehen hatte sich der einst für den SuS 09 erfolgreiche Kugelstoßer auf seine Aufgabe schon gut vorbereitet, mit Jeans und weißem Shirt unter blauem Pullunder perfekt auf die Vereinsfarben ausgerichtet. Reine Nebensache natürlich, wichtiger geriet die gelungene inhaltliche Darstellung, Kuhlmann überzeugte mit einem klaren Konzept und offener Ansprache. Nach mehr als drei Jahrzehnten unter der Führung seines Vorgängers steht die Abteilung vor einem Umbruch, das ist dem Neuen an der Abteilungsspitze bewusst: „Mir ist sehr daran gelegen, dass es hier weitergeht“, fasste er seine Motivation in einem Satz zusammen.

An seiner Seite steht ein junges Team, Beisitzer Niels Depner ist neben dem „Chef“ mit 42 Jahren der Älteste im Bunde, die Abteilung leiten zudem Kuhlmanns Stellvertreter Jan Schlinkert (25) und Beisitzerin Jessica Prpitsch (30); allen sprach die Versammlung einstimmig das Vertrauen aus. Gemeinsam mit den Übungsleitern und Mitarbeitern verbreitete das Quartett Aufbruchstimmung für ein neues Miteinander, an Ideen mangelt es nicht.

Zwischen Wunsch und Machbarem

Am Anfang steht natürlich eine Bestandsaufnahme, dabei gilt es, eine Balance zwischen Wünschen und Machbarem zu finden. In ersten Aktionen als kommissarische Abteilungsleitung gelang es Kuhlmann und Co. schon einmal, die Basis für das Leichtathletiktraining zu sichern, Trainingszeiten aufrecht zu erhalten, bisher fehlende Geräte wie Medizinbälle, Schlagbälle, Kugeln und Springseile mit Hilfe von Gönnern anzuschaffen. Für den 4. April sind die Mitglieder aufgerufen, unter dem Motto „Sichten und vernichten“ Materialien unter die Lupe zu nehmen, aufzuräumen und eine Aufstellung zu machen, wo noch der Schuh drückt. Gemeinsam mit Depner will Kuhlmann eine Leichtathletik-Gruppe für Erwachsene ins Leben rufen, für den Sommer ist ein „Family-Day“ in Planung, im Herbst könnte sich der Abteilungsleiter eine „kleine Vereinsmeisterschaft“ vorstellen.

Dabei behalten die Verantwortlichen den Blick für die Bedürfnisse der kleinen wie großen Athleten im Verein. Schriftlich formulierte das Vorstandsteam bereits im Vorfeld ein Leitbild der Leichtathletikabteilung, zur Versammlung legte der SuS 09 einen sechsseitigen Flyer vor, in dem die einzelnen Trainingsgruppen, Übungsleiter und -zeiten verzeichnet sind. Dass es um die Bedingungen auf der Bezirkssportanlage nicht zum Besten bestellt ist, weiß Kuhlmann. „Wir müssen schauen, dass wir im Training laufen, weit springen und werfen können“, formuliert er grundsätzliche Erwartungen an die nahe Zukunft. Die Hochsprunganlage zu reaktivieren sei ein mittelfristiger Schritt, der Gedanke an Stabhochsprung-Ergebnisse wie zu Christine Adams’ Zeiten in den 80er und 90er Jahren ist weit weg. „Eine Stabhochsprunganlage kostet 6000 bis 10 000 Euro“, schätzt der Abteilungsleiter, „wenn wir das Geld hätten, würde ich es lieber woanders investieren“.

Der erfolgreiche Spagat zwischen Breiten- und Leistungssport ist ein vorrangiges Ziel: „Ich hatte früher Spaß, wenn ich pro Woche zehn Trainingseinheiten à drei Stunden hatte“, sagt Markus Kuhlmann, „und wir wollen natürlich auch die Sportler zu Wettkämpfen bringen. Mir ist derjenige aber genauso wichtig, der zweimal in der Woche einfach aus Spaß an der Leichtathletik trainiert.“

Daran will er, daran will sich sein Team messen lassen.