Abschluss mit zu viel Schnickschnack

Trainer Karl-Heinz Reimann war nicht zufrieden.
Trainer Karl-Heinz Reimann war nicht zufrieden.
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Was wir bereits wissen
Der TV Jahn Hiesfeld siegte in der 1. Hockey-Verbandsliga mit 3:2 (3:1) gegen den TV Jahn Oelde, ließ jedoch viel vermissen.

Dinslaken..  Die Hockey-Abteilung des TV Jahn Hiesfeld bedankte sich am Montag im sozialen Netzwerk Facebook für das vorabendliche Grillen nach dem letzten Saisonspiel der Spielzeit 2014/2015 in der 1. Verbandsliga. Dank an die erste Herrenmannschaft richteten die Verantwortlichen diesmal nicht. Lob wäre angesichts der Leistung am Tag zuvor allerdings auch nicht angebracht gewesen. Coach Karl-Heinz Reimann betitelte die Partie später selbst als „Grottenspiel“. Die „Veilchen“ siegten zwar mit 3:2 (3:1) gegen den TV Jahn Oelde, ließen jedoch Engagement und Spielkultur vermissen. Ein trostloses letztes Match einer Saison, die die „Veilchen“ schlussendlich auf Position vier beenden.

Gegner Oelde lief mit lediglich acht Feldspielern auf und war somit von Beginn an mit zwei Spielern in Unterzahl. Das Team beschränkte sich fast über die gesamte Spielzeit auf die Verteidigung des eigenen Gehäuses. Nach Balleroberungen schlug der Gast die Kugel meist weit in die gegnerische Hälfte und war nur selten gewillt, eigene Konterangriffe einzuleiten. Der TV Jahn bestimmte Ball und Gegner, ließ die Kugel in den eigenen Reihen kreisen, fand jedoch gegen die dicht gestaffelte Verteidigung nur selten Lücken.

Eine Möglichkeit nutzte Malte Mengler nach zwölf Spielminuten zur 1:0-Führung. Kurze Zeit später glichen die dezimierten Gäste aus (16.), ehe Max Quecke nach feinem Zuspiel von Patrick Hegemann zur erneuten Führung einschob (20.). Kristof Krahn erhöhte vor der Pause zum 3:1 (29.).

Schon in Spielhälfte eins zeigten die „Veilchen“ eine eher enttäuschende Leistung, dies steigerten sie - im negativen Sinne - allerdings noch mal nach Wiederanpfiff. Das Team wirkte zu träge. Schnelles Umschaltspiel vermissten die rund 50 Zuschauer völlig. Hiesfelds Nummer 10 Hegemann bemerkte zurecht, dass der Ball schneller den Besitzer wechseln müsse, Trainer Reimann forderte „harte Pässe und kein Schnickschnack“. Zuzüglich des behäbigen Aufbaus schlichen sich unnötige Abspiel- und Stockfehler ein, so dass die Mannschaft nur noch selten gefährlich in den Schusskreis eindrang. Raunen, verzweifeltes Kopfschütteln, gepaart mit wütenden Ausrufen wechselten sich neben und auf dem Spielfeld ab.

Aufgrund eines gut aufgelegten Oelder Keepers und des eigenen Unvermögens gelang den „Veilchen“ in Durchgang zwei kein eigener Treffer mehr. Jahn Oelde kam noch mal auf 3:2 heran (38.), besaß jedoch aufgrund der Unterzahl keine Kraft mehr den Ausgleich zu erzwingen. Ein Zuschauer kommentierte das Spielgeschehen so: „Die einen konnten nicht, die anderen wollten nicht.“

Ziel ist das obere Mittelfeld

Cheftrainer Karl-Heinz Reimann befand nach dem Saisonfinale, dass man die Partie abhaken müsse: „Wir waren heute brutal schlecht, im technisch und taktischen Bereich einfach zu dumm, um die Überzahl konsequent auszuspielen. Im Vergleich zu den letzten beiden Spielen war das gar nichts.“ Im Hinblick auf die kommende Saison war sich Reimann sicher: „Mit solch einem kleinen Kader kann man nicht aufsteigen. Unser Ziel ist das obere Mittelfeld.“

Am Abend ließen Trainer, Spieler und Angehörige die Saison bei schönem Wetter und Essen Revue passieren und verdrängten ganz flott die schlechte Leistung vom späten Nachmittag...