Wenig Diskussion um neue Hallenregeln

Die Kritik im Vorfeld war groß, die Skepsis noch größer. Doch mit Ablauf der ersten Hallen-Stadtmeisterschaft nach neuem Regelwerk lässt sich bilanzieren: Die neuen Regeln haben ihre Feuertaufe bestanden.

Castrop-rauxel.. Nicht nur die Schiedsrichter, sondern auch die beteiligten Spieler wussten mit den Neuerungen bestens umzugehen. Grätschen im Zweikampf wurde konsequent geahndet, grobe Foulspiele waren folglich Mangelware. Das klassische Einrollen von der Seitenauslinie wurde bei der 31. Auflage des "Budenzaubers" durch den Einkick abgelöst. Und selbst wenn ein Akteur noch das alte Regelwerk im Kopf hatte und den Ball ins Spiel rollte, wurde der Pfiff des Schiedsrichters meist mit einem Lächeln akzeptiert.
Unparteiische und Spieler fanden häufig den richtigen Ton zueinander, was auch die Statistik belegt: Die einzige rote Karte des Turniers wurde nach dem Abpfiff wegen einer Beleidigung ausgesprochen. Im letzten Jahr waren es noch sechs (!) Feldverweise."Die Stimmung war nicht so aggressiv wie in den Vorjahren", bilanzierte auch Gregor Werkle, stellvertretender Schiedsrichter-Obmann im Kreis Herne/Castrop-Rauxel.

Die wichtigste Neuerung war allerdings die "Vier-Sekunden-Regel", nach der die Mannschaft in einer Spielruhe den Ball innerhalb von vier Sekunden wieder ins Spiel bringen muss. "Finde ich klasse" sagte Arminia Ickerns Trainer Patrick Stich schon bei der Vorrunde der Titelkämpfe. "Das Spiel ist deutlich schneller und es gibt deutlich mehr effektive Spielzeit."

Entscheidung naht

Viele Neuerungen also, die sich in Zukunft in den Köpfen der Spieler und Verantwortlichen verankern müssen. Teilweise sogar zu viele, findet Mirsad Ahmetovic, Trainer der SF Habinghorst. "Auf so viele Dinge kann ein einziger Schiedsrichter kaum achten", so Ahmetovic, "zu zweit wäre das deutlich leichter."

So wird es wohl auch zur neuen Saison kommen. Dann wird wahrscheinlich komplett nach Futsal-Regeln gespielt. Das bedeutet unter anderem, dass die Referees zu zweit pfeifen und dass auf Handballtore gespielt wird. Der Fußballverband denke jedoch noch über mögliche Modifikationen nach, sagte Schiri-Obmann Boris Bejmowicz. Eine endgültige Entscheidung wird in den nächsten Wochen erwartet.