Wacker spielt Zünglein an der Waage Alle Vorberichte

Entscheidet der SV Wacker Obercastrop (7.) am Sonntag erneut über Freud und Leid in der Fußball-Bezirksliga? Mit einem Sieg über den TSV Marl-Hüls II würden die Wackeraner den Gegner in die Kreisliga A schießen. Die Spvg Schwerin tritt derweil in Herten an, der FC Frohlinde empfängt den Meister Armina Marten.

Castrop-rauxel.. Fußball-Bezirksliga 9, 30. Spieltag DJK Spvgg. Herten - Spvg Schwerin
(Sonntag, 15 Uhr, Katzenbusch)

Es ist ein eher ungewohntes Gefühl, mit dem die Akteure der Spvg Schwerin (8.) in den abschließenden Spieltag in der Fußball-Bezirksliga gehen. Im Duell bei der DJK Spvg Herten können die Schweriner nämlich frei von jeglichem Druck aufspielen. Den Klassenerhalt tüteten die Kicker vom Grafweg bereits in der Vorwoche ein - das 2:1 gegen Westfalia Langebochum (5.) war der letzte, noch notwendige Befreiungsschlag im Abstiegskampf.

Die Siege zuvor gegen Datteln (4:1) und Hochlar (2:1) waren allerdings der Grundstein, wenn man vor dem Saison-Kehrhaus auf die Tabelle schaut. Gleich fünf Teams kämpfen noch gegen den Abstieg, eine Mannschaft wird neben Borussia Ahsen und dem FC Brünninghausen II noch den Gang in die Kreisliga A antreten müssen. Solche Gedankenspiele hat man auf Schwerin getrost in die Schublade gesteckt.

Vom achten Platz kaum zu verdrängen

"Ich bin einfach froh, dass wir da unten raus sind", sagt Trainer Thomas Faust und ergänzt: "Das haben wir uns aber auch verdient." Sein Team hatte zuletzt das nötige Quäntchen Glück, das in der Vergangenheit oft gefehlt hatte. "Unsere Hinrunde war nicht schlecht", sagt Thomas Faust, "aber es waren letztlich zu wenig Punkte."

Vom achten Platz können die Schweriner nun kaum noch verdrängt werden. In Herten möchte sich Faust trotzdem gebührend in die Spielpause verabschieden. "Das wird ein Sommerkick, den wir allerdings gewinnen wollen." Es sollen Akteure zum Einsatz kommen, die zuletzt weniger Spielzeit bekommen hatten oder den Verein im Sommer verlassen werden. Torjäger Crisowalandis Mavridis fehlt indes wegen der fünften "Gelben".

FC Frohlinde - SV Arminia Marten
(Sonntag, 15 Uhr, Brandheide)

Der Meister gibt sich aa die Ehre beim FC Frohlinde. Schon vor seinem Gastspiel steht der SV Arminia Marten als direkter Aufsteiger in die Landesliga fest. Auch die Frohlinder haben noch ein Ziel vor Augen: Sie gehen als Vierter in das Saisonfinale. "Diesen Platz möchten wir auch gerne behaupten", erklärt FCF-Spielertrainer Michael Wurst.

Allerdings haben die Castrop-Rauxeler noch die punktgleiche BW Westfalia Langenbochum als Verfolger im Nacken. Im Falle eines Punktverlusts oder einer Niederlage gegen Marten müssten die Frohlinder auf den Ausgang der Partie von Langenbochum gegen den VfB Waltrop (11.) blicken. Für die Hertener stellt sich darin eine anspruchsvolle Aufgabe, denn ihre Gäste aus Waltrop stecken noch mitten im Abstiegskampf.

Zahlreiche Ausfälle

Im Idealfall soll am Sonntagnachmittag an der Brandheide aber nicht gerechnet werden. "Wir möchten in unserem letzten Spiel natürlich mit einem Sieg vom Platz gehen", sagt Wurst, "dann hätten wir wirklich eine gute Rückrunde absolviert - gerade in Anbetracht unserer zahlreichen Ausfälle."

Die angespannte Personalsituation beim FCF hat sich auch vor der abschließenden Partie nicht verbessert - eher im Gegenteil: Aus beruflichen Gründen muss auch Stefan Hoffmann, der mit Wurst das Spielertrainer-Gespann bildet, am Sonntag auf seinen Einsatz verzichten. Der Nachwuchs soll einmal mehr in die Bresche springen. Aber auch der zuletzt reaktivierte Routinier Dirk Vierhaus ist wieder eine Option, ebenso wie Sebastian Janas.

SV Wacker Obercastrop - TSV Marl-Hüls II
(Sonntag, 15 Uhr, Erin-Kampfbahn)

Die Marler Reserve, die mit 32 Punkten den drittletzten Platz belegt, braucht unbedingt einen Sieg aus der Partie. Nur ein "Dreier" kann Hüls noch vor dem bitteren Abstieg bewahren - der Rückstand auf das rettende Ufer, das gleich vier (!) Teams mit 34 Zählern bewohnen, beträgt zwei Punkte.

Geschenke dürfen die Gäste aus Marl von den Obercastropern allerdings nicht erwarten. "Wir spielen nicht aus Jux und Tollerei, sondern um drei Punkte", erklärt Wacker-Trainer Andreas Köhler, "und die sollen bei uns bleiben." Eine klare Ansage also, die bei seinen Spielern pünktlich zum Anpfiff ankommen wird.

Spitzenreiter gestürzt

Köhler führt aus: "Das sind wir den anderen Vereinen einfach schuldig. Alles andere ist nicht im Sinne des Sports." Obercastrop ist also einmal mehr das Zünglein an der Waage. Erst Ende Mai hatten die Wackeraner den bis dahin unangefochtenen Spitzenreiter Teutonia/SuS Waltrop mit 3:0 gestürzt und somit entscheidend zum Landesliga-Aufstieg des Verfolgers Arminia Marten beigetragen.

In Obercastrop ist man, ähnlich wie in Schwerin, froh, dem Abstiegskampf entronnen zu sein. Noch über die Winterpause hatten die Europastädter selbst auf dem besagten 14. Platz gestanden. Köhler, der zum Saisonfinale nur auf den gelbgesperrten Cihangir "Django" Sahinli verzichten muss, visiert noch den sechsten Rang an - ein Sieg ist dafür Pflicht. "Die gute Rückrunde wollen wir damit krönen. Ein kleines Saisonziel haben wir also abschließend noch", betont er.

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