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Unfassbar motiviert

03.08.2011 | 15:32 Uhr
Unfassbar motiviert

Christoph Hopfe ist quasi auf Heimaturlaub. Der 22-Jährige, der mit einem Tennis-Stipendium an der Universität von Wisconsin in Green Bay studiert, nutzt aber den Sommer zum Aufenthalt zu Hause.

Der Student der Business-Administration ist seit ziemlich genau einem Jahr in den Vereinigten Staaten, wo er unter professionellen Bedingungen Tennis spielt. „Ich bin da zum Herbstsemester hingekommen, so dass ich nicht sofort mit der Saison starten musste“, blickt Hopfe auf seine Anfangszeit in den USA zurück. So absolvierte der Tennisspieler des TC GW Frohlinde zunächst vier Turniere und begann dann mit Kraft- und Konzentrationstraining, alles bereits zur Vorbereitung auf die Saison. In dieser Phase war Christoph Hopfe auf sich allein gestellt, aber darüber halfen ihm seine Mitbewohner hinweg. „Das war eine tolle Erfahrung. Ich habe mit Fußballern aus Brasilien und Trinidad zusammen gewohnt“, erzählt Hopfe, der selbst beim FC Frohlinde kickte, ehe er sich für Tennis entschied. „Da konnte ich gleich ein bisschen mitreden, und so sind wir Freunde geworden.“ Und die Freundschaft zu den Mitbewohnern war wichtig für einen guten Start: „Sie ersetzen die Familie.“

Aber auch im Tennis fand sich der Frohlinder schnell zurecht. „Wir haben jeden Tag Training, das schweißt zusammen.“ Genauso wie die Fahrten zu den Spielen am Wochenende, während der Saison, die vom Januar bis April läuft. Und auch sportlich hat der USA-Aufenthalt gehalten, was sich Hopfe von ihm versprochen hat: Das Niveau ist hoch. „In der ersten Division spielt man schon gegen sehr gute Gegner. Die besten von ihnen haben ATP-Punkte.“ Also Weltranglisten-Zähler. Und da musste sich Christoph Hopfe etwas weiter hinten einreihen als bei seinem Verein TC GW Frohlinde in der Heimat. „In der Verbandsliga spiele ich an Position zwei, in den USA nur an vier.“

Das hohe Niveau erklärt sich durch die große Bedeutung des Sports an den Universitäten. „Da geht es ums Prestige. Die Unis präsentieren sich durch die Sportarten. Sport hat da einen ganz anderen Stellenwert als in Deutschland,“ beschreibt Christoph Hopfe den Unterschied. Dementsprechend ist auch die Motivation der Sportler hoch, denn für manche ist ein Sportstipendium die einzige Möglichkeit, ein teures Studium zu finanzieren. „Das habe ich direkt am Anfang bei den Turnieren gemerkt“, sagt Christoph Hopfe. „Da ist jeder einfach unfassbar motiviert.“

Aber auch an Position vier konnte Hopfe seiner Uni-Mannschaft helfen. „Die Saison war ziemlich erfolgreich, ich glaube, die erfolgreichste seit 2003.“ Am Ende scheiterte Hopfes Mannschaft erst im Conference-Finale und verpasste so die Teilnahme an der landesweiten Meisterschaft.

Mitgeholfen hat Christoph Hopfe auch in Frohlinde, wo er nach dem Ende der US-Saison mit um den Klassenerhalt in der Verbandsliga kämpfte – allerdings vergeblich. „Unsere Gruppe war ziemlich stark, so sein Fazit, „schade, dass wir abgestiegen sind.“ Aber im nächsten Sommer, in der Ruhr-Lippe-Liga, wird er wieder dabei sein.

Sebastian Schneider

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