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SV Wacker Obercastrop - Herzensangelegenheit beendet

13.02.2012 | 13:18 Uhr
SV Wacker Obercastrop - Herzensangelegenheit beendet

Nach elf Jahren SV Wacker Obercastrop ist Schluss. Uwe Esser hört zum Saisonende auf

Elf Jahre Wacker Obercastrop prägen. Elf Jahre mit vielen Höhen, aber auch mit Tiefen. Am Saisonende ist Schluss. Uwe Esser hört auf, ist in der Spielzeit 2012/13 beim Bezirksligisten definitiv kein Trainer mehr. Darauf haben sich der 52-Jährige und der 1. Vorsitzende Elmar Bök am Freitagabend verständigt. Auch Martin Janicki, den Esser vor ein paar Jahren aus der A-Jugend in die 1. Mannschaft holte, war dabei. „Martin hatte Tränen in den Augen und auch mir ist das mehr als schwer gefallen. Wacker ist eine Herzensangelegenheit geworden“, sagt Esser.

Schon nach der vergangenen Saison, als Wacker Obercastrop nach einer hervorragenden Hinrunde in der Rückserie immer weiter nach unten gereicht wurde, plante Esser den Ausstieg. Der damalige Vorsitzende Frank Figur musste schon seine ganzen Überredungskünste anwenden, damit Esser noch eine Saison dranhängt.

Figur versprach, mit Esser eine komplette neue Mannschaft aufzubauen, eine Mannschaft die auch wirklich eine Mannschaft ist. Und er hielt sich dran. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Nach der Hinserie ist der SV Wacker Obercastrop Zweiter, hat nur drei Punkte Rückstand auf Spitzenreiter Kirchhörde und ist heiß auf den Aufstieg. „Die Mannschaft ist intakt. Ich freue mich jetzt auf meine letzten vier Monate hier. Wir können viel erreichen“, sagt Esser.

Dem neuen Vorstand um den neuen Clubchef Elmar Bök war es nicht entgangen, dass Esser mit dem Gedanken spielte, aufzuhören. Daher beschäftigte sich der Vorstand gleich mit einem Plan B. „Das ist legitim“, findet Esser. „Ich muss sagen, dass der Akku auch irgendwann mal leer ist. Die Planungen für die kommende Saison laufen, da will ich nicht im Wege stehen. Wir haben uns schon jetzt zusammen gesetzt und die Entscheidung getroffen. Wenn wir den Aufstieg in diesem Jahr nicht schaffen, dann soll es auf jeden Fall ein anderer versuchen.“ Wer Esser kennt, der weiß: Das sind Worte, die von Herzen kommen.

Am Sonntag teilte er seine Entscheidung der Mannschaft mit. Vor dem Testspiel im Besprechungsraum. Das Team habe die Nachricht ganz ruhig aufgefasst. „Auch die wussten ja, dass Gerüchte da waren“, erklärt Esser.

Vor elf Jahren übernahm der Castroper den SV Wacker zur Winterpause in der Kreisliga A, schaffte den Klassenerhalt. Erst etablierte er die Mannschaft in der Liga, 2006 feierte er dann den Aufstieg in die Bezirksliga und spielt seitdem dort eine gute Rolle. Der Aufstieg sei das absolute Highlight seiner Amtszeit gewesen, die vergangene Saison der Tiefpunkt. „Wie sich eine Mannschaft in der Rückrunde so gehen lassen kann, ist für mich ein Rätsel“, sagt Esser.

Bis zum Saisonende, das hat Uwe Esser versprochen, will er alles für den Erfolg tun. „Am schönsten wäre es natürlich, wenn wir den Aufstieg noch schaffen.“

Danach soll aber erst einmal Schluss sein. Anfragen anderer Vereine seien zwecklos. Selbstverständlich werde er immer mal wieder zur Erin-Kampfbahn kommen, seinem Verein die Daumen drücken. Aber nicht zu jedem Heimspiel.

Denn rund um sein zu Hause wartet schon eine Menge Arbeit. Die Shetland-Ponys, die Enten, die Hühner. Esser ist Hobby-Landwirt. Und dann ist da ja auch noch sein Sohn Michael, der als Ersatztorwart des VfL Bochum in der zweiten Liga unterwegs ist.

Aber Uwe Esser sagt: „Einmal Wacker immer Wacker, heißt es hier immer. Ich konnte es mir auch nicht vorstellen. Aber es stimmt. Ich würde mich schon als einen echten Wackeraner bezeichnen.“

Elf Jahre prägen eben.

Christoph Winkel

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