Schwerins Trainer Dülfer: Konnte nichts korrigieren

Die Korfballer des Schweriner KC haben den Europa Cup 2015 auf Rang sieben abgeschlossen. SKC-Trainer Rüdiger Dülfer wollte mit seinem Team eigentlich das "kleine Finale" anpeilen. Das ging daneben. Im Interview äußert sich Dülfer zur enttäuschenden Platzierung, ist mit den gezeigten Leistungen aber nicht ganz unzufrieden.

Castrop-rauxel.. Herr Dülfer, ist der siebte Platz tatsächlich das Abbild der Leistungen Ihrer Mannschaft?

Rüdiger Dülfer: Nein, die Platzierung ist kein Abbild unserer Leistung. Man muss bedenken, dass wir die entscheidenden Spiele wirklich knapp verloren haben (jeweils 20:21 gegen Vallparadis aus Katalonien sowie Trojans aus England/Anm.d.Red.). Mit ein wenig Glück wäre Platz drei, vier oder fünf herausgekommen.

Gesetzt den Fall, Ihre Mannschaft hätte das Spiel um Platz drei erreicht. Wie hoch wären dann die Siegchancen dort gegen Benfica Lissabon gewesen?

Die Portugiesen sind schon sehr stark und zurecht Dritte geworden. Wir hätten wirklich einen Top-Tag erwischen müssen, um gegen sie zu gewinnen.

Ist Ihre Platzierung auch ein Rückschritt für den deutschen Korfball?

Nicht vom Stellenwert der deutschen Mannschaften, aber für den nächsten Teilnehmer am Europa Cup. Dieser wird durch unseren siebten Platz durch den Setzlisten-Modus sofort auf die Topteams treffen und wird nur mit großer Anstrengung wahrscheinlich maximal Platz fünf erreichen können.

War Ihre Mannschaft zum Teil zu jung aufgestellt für die Duelle mit den Katalanen und den Briten?

Vielleicht hat man einigen Spielern die fehlende Erfahrung angemerkt. Allerdings haben auch die erfahrenen Spieler Fehler gemacht, die einfach nicht passieren dürfen.

Hat Ihrem Kader vielleicht gar ein Führungsspieler für die wichtigen Momente gefehlt?

Eigentlich haben wir solche Spieler nicht gebraucht. Wir sind ja gegen Vallparadis und Trojans auch in Führung gegangen. Als die Spiele dann gekippt sind, haben aber alle nicht verstanden, was passiert ist - ich konnte da auch in den Auszeiten nichts mehr korrigieren. Selbst die einfachen Dinge, die wir uns vor den Spielen vorgenommen haben, wurden nicht mehr umgesetzt. Dabei wäre es so einfach gewesen, gegen Trojans zu gewinnen.

Welche Auswirkungen hat das Europa Cup-Abschneiden auf die Regionalliga?

Das kann man jetzt noch nicht sagen. Auf jeden Fall brauchen wir schnell wieder ein Erfolgserlebnis. Mit einem Sieg gegen Albatros am Wochenende können wir die Stimmung wieder aufhellen.