Schwerin und Wacker punkten - FCF geht leer aus

Wacker Obercastrop hat mit einem Sieg bei Westfalia Langenbochum drei Punkte mit nach Hause gebracht. Die Castroper gewannen in Bochum mit 1:0. Auch Schwerin holt drei wichtige Punkte gegen Marl. Derweil verlor der FC Frohlinde bei der SpVg Herten mit 0:2. Diese Ergebnis-Konstellation dürfte für die heimischen Fußballfans eher ungewohnt erscheinen.

Castrop-rauxel.. Fußball: Bezirksliga 9 SpVg Schwerin - TSV Marl-Hüls II 4:3 (2:0)

Die "Blau-Gelben" hätten nach dem Tor von Levent Alanyali und drei Treffern durch den neuen Goalgetter der Heimischen, Crisowalandis Mavridis noch einen obendrauf legen können. Nikolas Poslednik lief auf das leere Tor zu, weil der Gäste-Torwart in der Schlussphase mit vor das Schweriner Tor geeilt war. Doch vor dem Einschuss pfiff der Schiedsrichter ab. Ein sicheres Tor war futsch. Was Torwart und Co-Trainer Marco Schulz noch nach dem Spiel förmlich auf die Palme brachte: "Es geht auch um das Torverhältnis."

Wie wichtig das ist, hat dieser 22. Spieltag gezeigt. Die Mannschaft von Trainer Thomas Faust, der an diesem sonnigen Nachmittag auf dem Schweriner Berg wohl jede Menge "Nerven-Körner" verlor, hat nicht nur Marl-Hüls II, sondern auch den VfB Waltrop (12.) und den SV Hochlar (13.) aufgrund der besseren Treffer-Differenz hinter sich gelassen - nach solch einem Spiel.

Noch lange Zeit diskutierten Fans und Spieler nach dem Schlusspfiff. Dabei sah doch alles erst so einfach aus. Drei Minuten waren gespielt, da durchbrach Levent Alanyali mit dem schnellen 1:0 die Mavridis-Serie. Der junge Grieche hatte ja bislang alle Tore nach der Winterpause erzielt. Das 1:0 legte Mavridis vor. Dann traf er doch - wie selbstverständlich. Andi Dapi flankte, "Criso", wie ihn alle rufen, hielt seinen Kopf am kurzen Pfosten hin: 2:0 (16.).
Wieder war es Mavridis, dessen 3:0 (47.) eigentlich endgültige Klarheit bringen sollte. Brachte es aber nicht. Die Gäste warfen alles nach vorne. Sie schossen erst das 1:3 (57.) und profitierten bei ihrem 2:3 (77.) davon, dass der Ball zuvor (vom eigenen Linienrichter nicht gesehen) im Aus war. Der Kunstrasen-Kessel kochte. Mavridis schien mit dem 4:2 (81.) die Luft abzulassen. Das klappte aber nicht. Denn es fiel auch noch das Marler 3:4 drei Minuten vor dem Ende .

TEAM UND TORE
SCHWERIN:
Schulz, Sänger, Reuscheck, Hasecke, Lukat, Godinho, Meißner (89. Behrends), Alanyali (80. Hill), Foitzik, Dapi (70. Poslednik), Mavridis.
Tore: 1:0 (3.) Alanyali, 2:0 (16.) Mavridis, 3:0 (47.) Mavridis, 3:1 (57.), 3:2 (77.), 4:2 (81.) Mavridis, 4:3 (87.).

Westfalia Langenbochum - Wacker Obercastrop 0:1 (0:0)

Die Obercastroper konnten das Spiel in Herten von Beginn an offen gestalten. Zum Ende der ersten Halbzeit drängten sie dann aber so sehr zum gegnerischen Tor, dass sie anfällig für Konter wurden. Bis zur Pause waren die Gastgeber zu vier Chancen gekommen, Wacker hatte derer zwei.

In der zweiten Hälfte gelang es der Mannschaft von Trainer Andreas Köhler, mehr Möglichkeiten heraus zu spielen. In der 72. Minute scheiterte Nico Kresic aus spitzem Winkel am gegnerischen Torwart. Zehn Minuten später startete Stefan Kitowski mit seinem Sprint über 50 Meter einen Konter. Im Strafraum legte er quer auf Andr Pape, der aus sechs Metern zum 1:0 einschob. Fünf Minuten vor Schluss wäre den Gastgebern fast noch der Ausgleich gelungen. Nach einem Eckball sprang das Leder einem Langenbochumer Spieler ans Knie und flog übers Tor.

So blieb es beim 1:0. Für Obercastrop war es der vierte Sieg in Folge. "Wir haben nicht unverdient gewonnen, aber wir wollen jetzt auch nicht euphorisch werden", erklärte Köhler. Der siebte Rang wirkt zwar auf den ersten Blick recht sicher, doch die Abstiegszone ist lediglich sechs Zähler entfernt. "Wenn wir nicht weiter Punkte machen, können wir schnell wieder unten rein rutschen" warnte Köhler. 35 Punkte sollten laut dem Wacker-Coach zum Klassenverbleib genügen.

TEAM UND TOR
OBERCASTROP:
Meschkis, B. Fritsch, Boudhan (72. Herder), Wels, Kresic, Kitowski, Queder (82. Sahinli), El Moutaouafik, Budde, Backes (78. Bothe), Pape.
Tor: 0:1 (82.) Pape.

Spvg Herten - FC Frohlinde 2:0 (2:0)

Der Ausfall vieler Offensiv-Akteure war wohl nicht zu kompensieren. So fehlten vom ersten Duell, das Frohlinde noch 6:3 gewann, zwei Spieler, die alleine damals für fünf Treffer verantwortlich zeichneten. Der dreifache Torschütze Michael Wurst fehlte aus privaten Gründen, Arif Secen (2 Tore) wegen einer Grippe. Dennoch ließ das Spielertrainer Stefan Hoffmann als Entschuldigung so nicht gelten: "Alle, die bei uns trainieren haben den Anspruch auch spielen zu wollen, da gibt es keine Ausrede."

Auf der anderen Seite war es ein Spieler, dessen Name diesmal Programm war. Zwei Treffer erzielte Juri Stolz und konnte im wahrsten Sinne des Wortes "stolz sein", die Frohlinder quasi im Alleingang besiegt zu haben. Der schenkte gleich in der fünften Minute der Hoffmann-Truppe das 1:0 ein und ließ das 2:0 (27.) folgen. Einmal mit dem Fuß, einmal mit dem Kopf. In der Abwehr der Gäste wurde natürlich auch Winter-Neuzugang Michael Bemben vermisst, der nach seiner Gelb-Roten Karte vom Vorsonntag nur zuschauen durfte.

Hoffmann: "Dennoch durften die Tore nicht passieren, aber schon in der ersten Minute hatten wir Glück, dass wir einen Ball auf der Linie retten konnten." Hoffmann sprach weiter davon, dass sich die Elf von den "energischen und aggressiveren" Gastgebern den Schneid hat abkaufen lassen. Erst nach der Pause wurde das besser, Chancen inklusive. Safa Obi hätte dabei von sich reden machen können.

Zwei Obi-Chancen

Drei gute Chancen hatte der junge Kicker auf dem Nockenschuh. Zweimal hat der Torwart gut pariert, einmal ging der Ball knapp vorbei. Hoffman: "Wenn da einer reingeht, dann wäre es ein anderes Spiel geworden, so ist das schon sehr ärgerlich." Auch für den jungen Vedat Öz, der in der 46. Minute für Leonard Krasniqi ins Spiel kam und in der 80. Minute mit der Roten Karte vorzeitig wieder raus musste. Hoffmann: "Eine viel zu harte Entscheidung, Gelb hätte es auch getan. Alles in allem ein Spiel, das man schnell vergessen kann.

TEAM UND TORE
FROHLINDE:
Schultz, Schultes (40. Ak), Niebert, Thimm, Hoffmann, Matuszak (35. Günther), Moussa, Obi, Kasprzak, Krasniqi (46. Öz), Janas.
Tore: 1:0 (5.) Stolz, 2:0 (27.) Stolz.
Bes. Vorkommnis: Rote Karte (80.) gegen Öz wegen Foulspiel.