Schwerin in Seenot
23.02.2012 | 16:10 Uhr 2012-02-23T16:10:00+0100
Mit nur drei Zählern auf dem Konto gehen die A-Junioren von BG Schwerin in die Rückrunde. Trotzdem ist man optimistisch, die Klasse noch erhalten zu können.
SpVg. BG Schwerin -
SC Westfalia Herne IISo. 11.00
Das Schiff ist längst leckgeschlagen und doch will der Kapitän es nicht aufgeben. Viel schlimmer hätte die Saison für die A-Junioren der SpVg. BG Schwerin nicht laufen können. Nach elf von 22 Spielen in der Bezirksliga haben die Nachwuchs-Kicker vom Berg nur drei Punkte geholt. Und trotzdem glaubt Trainer Jörg Ritz noch an die Wende.
Dabei gibt es so viel nicht, was ihn optimistisch machen kann. Ein Blick auf die Tabelle müsste ihm viel mehr die Laune ziemlich verhageln. Als Tabellenletzter haben seine Jungs elf Punkte Rückstand auf das rettende Ufer und zudem eine unterirdische Tordifferenz. Bei 40 Gegentreffern in elf Spielen trafen sie selbst nur elf Mal ins Schwarze. Zu wenig für den Klassenerhalt.
Trainer Jörg Ritz kam selbst erst im Laufe der Saison. Er glaubt an seine Mannschaft. „Natürlich bleibt der Klassenerhalt unser Ziel. Es wäre doch traurig, wenn es nicht so wäre. Dann bräuchten wir ja gar nicht mehr auf den Platz zu gehen“, so Ritz. Und wer die Tabelle ein bisschen länger studiert, der kann die Argumentation des Trainers nachvollziehen. „Es kann sich außer den beiden Ersten, die sich um die Meisterschaft streiten, niemand sicher sein, nicht doch noch abzusteigen“, erklärt der Schweriner Übungsleiter.
Und er hat Recht, denn selbst der Tabellendritte, die SSV Buer 07/28, hat nur fünf Zähler Vorsprung auf die drei Abstiegsränge. „Vor uns brauchen die ziemlich sicher keine Angst mehr zu haben, aber das zeigt doch, dass es sehr eng zugeht in der Liga und noch so viele Mannschaften in Abstiegsnöte kommen können. Wir müssen nur unsere Spiele gewinnen, dann können wir die Klasse durchaus noch erhalten“, macht der Trainer Mut.
Trotzdem hat auch er schon wieder Dämpfer hinnehmen müssen. Am 10. Januar stiegen seine Kicker in die Vorbereitung auf die schwere Rückserie ein. „Im Januar lief noch alles sehr gut, doch seit Februar ist der Wurm drin“, klagt Jörg Ritz. Immer wieder meldeten sich Spieler krank, andere verletzten sich. Zwei Testspiele mussten abgesagt werden, eines, weil gleich neun Spieler verletzt oder erkrankt nicht zur Verfügung standen. „Alle, die trainiert haben, haben auch voll mitgezogen, aber die Trainingsarbeit wird nicht leichter, wenn immer so viele Spieler fehlen.“
Das Spiel gegen den SC Westfalia Herne II wird für die Schweriner direkt zur Standortbestimmung. Auch die Herner stecken mit 14 Punkten mitten im Abstiegskampf, im Hinspiel schenkten sie dem Nachwuchs vom Berg aber acht Treffer ein. „Ich wäre mit einem Unentschieden schon zufrieden. Das würde uns in der Tabelle zwar nicht helfen, wäre für die Jungs aber psychologisch wichtig, damit sie Selbstvertrauen gewinnen. Wir werden aber ganz sicher nicht auf Unentschieden spielen“, sagt Jörg Ritz.
Sieben Punkte aus den ersten vier Spielen gegen Herne, SSV Buer, ASC Dortmund und den FC 96 Recklinghausen will der Trainer holen. „Dann kann man sehen, wo es hingeht“, und ob das sinkende Schiff noch zu retten ist.
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