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Reifeprüfung

05.09.2010 | 14:56 Uhr
Reifeprüfung

Es war ein Bundesliga-Abschluss so ganz nach dem Geschmack des RV Rauxel. Die Männer sprinteten in der Aasee-Arena von Münster auf Platz acht, die Frauen lagen mit Rang neun im Soll.

Und die RVR-Fans sorgten mit der „MS United“ im Schnupper-Sprint-Cup für weitere Stimmung. So kann es im nächsten Jahr weitergehen.

Als die Ruder-Chefs Meinolf Schnettler und Volker Mendel vor den Finals im VIP-Bereich Platz nahmen, da konnten sie sich schon entspannt zurücklehnen. „Wir können heute und mit der Saison zufrieden sein“, sagte Schnettler. Weil die Männer mit Platz neun im Gesamtklassement einen großen Schritt nach vorn gemacht und die Frauen gezeigt haben, dass sie reif für die Bundesliga sind. Achte waren sie nach Abschluss der sechs Bundesliga-Renntage und das ist eine gute Basis für die Zukunft.

Trainer Peter Jost, der im Winter nach 20 Jahren sein Comeback gefeiert hatte, hat nun reichlich Zeit, um den eingeschlagenen Weg weiter zu forcieren.

Rein gar nichts mit dem Abstieg zu tun

Das Potenzial ist auf der Wartburginsel vorhanden und das unterstrichen einmal mehr eindrucksvoll die Männer, die in dieser Saison rein gar nichts mit dem Abstieg zu tun hatten. Selbst in Münster, als weder nach oben noch nach unten so richtig was ging, schaltete der RVR-Express keinen Gang zurück und kitzelte noch ein-mal die Favoriten. Mit den Junioren-WM-Teilnehmern Malte Jakschik und Michel Palisaar hatte Jost auch noch einmal ordentlich PS ins Boot geholt. „Das merkt man schon“, freute sich auch Thors-ten Prang über den Schub, der schon im Zeitfahren zu spüren war. Platz sechs in guten 0:56,88 Minuten erinnerten an die tollen Auftritte von Frankfurt und Rauxel, als man Sechster und Vierter wurde, und ließ auch schnell die folgenden drei Durchhänger vergessen. Sicher fehlt dem RVR noch die Konstanz, um die „UEFA-Cup-Ränge“ in Angriff zu nehmen, aber in Münster hat die Jost-Crew mehrfach bewiesen, dass sie sich auf Dauer im oberen Tableau der Tabelle etablieren kann. Mit Platz zwei im Achtelfinale hinter dem späteren Tages-Sieger aus Hamburg hatte man schon mindestens Platz acht sicher.

In den folgenden Rennen hatten die Rauxeler nur noch Kracher vor der Brust: Mit Krefeld und Wanne trafen sie auf den Liga-Champion und Liga-Dritten, die Rhein-Ruhr Predators haben in jedem Rennen die Klasse für ganz oben. Dass man in solchen Duellen auch mal Vierter wird, stuft Jost unter die Kategorie „völlig normal“ ein. Auch Osnabrück und Mülheim waren im Halbfinale bzw. im Finale um Platz sieben besser, aber die geringen Abstände zeigen, wie nahe die Rauxeler an die Top-Teams herangerückt sind und wie hoch das Leistungsniveau geworden ist. Kleinste Fehler und Aussetzer werden allerdings sofort bestraft.

Im Mittelfeld eine gute Figur abgegeben

In der Frauen-Bundesliga ist das Leistungsgefälle noch deutlich größer. Aber dem Neu-Einsteiger aus Rauxel ging es weniger darum, die Top-Teams aus Hamburg und Krefeld zu ärgern. Sondern vielmehr darum, im Mittelfeld eine gute Figur abzugeben. Das ist ihnen auch in Münster gelungen, auch wenn den RVR-Frauen wie zuletzt schon in Hannover anzumerken war, dass ihnen eine harte Saison in den Knochen steckt. Der Sieg im Finale um Platz neun gegen den Nachbarn aus Wanne-Eickel versüßte ihnen aber ein unterm Strich erfolgreiches Debüt.

Hinweis: Mehr über den Abschluss der Ruder-Bundesliga (Fan-Achter, Ergebnisse und Kommentar) lesen Sie am Montag, 6. September, im Lokalsport der WAZ Castrop-Rauxel.

Detlev Seyb

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