Norbert Witczak und seine Tipps für Jürgen Klopp

Einmal Trainer, immer Trainer? Der Castrop-Rauxeler Ex-Profi Norbert Witczak, früher unter anderem für Viktoria Köln am Ball und mittlerweile 72 Jahre alt, ist es sowieso. Woche für Woche tingelt er über die Plätze der Region, notiert Aufstellungen, macht sich ein Bild vom Amateurfußball. Aber auch den heutigen Profis gibt Witczak Tipps - und scheut auch nicht das Gespäch mit BVB-Trainer Jürgen Klopp.

Castrop-rauxel.. Sein Interesse liegt nicht nur auf den kleinen Sportplätzen. Woche für Woche besucht "Nobbi" - wie ihn seine Freunde nennen - einen Platz, sucht sich dabei interessante Spiele bis hinunter in die Kreisliga aus. Er kennt alle Spieler, er weiß wie gespielt wird - und kritisiert auch, wenn seiner Meinung nach falsch aufgestellt wird. Er schaut auf die Spielberichte, notiert sich, einer eigenen Marotte folgend, alle Aufstellungen fein säuberlich auf kleinen Spickzetteln.

"Ich kenne sie alle" ist ein geflügelter Satz, den der Kicker-Experte im Gespräch immer wieder sagt. Er schaut quasi den aktiven Trainern auf die Finger. Und macht auch vor jenen ganz oben keinen Halt. Wie zuletzt als Beobachter der Trainingsarbeit von Jürgen Klopp bei Borussia Dortmund. Und auch dort zauberte Witczak im Gespräch mit dem Cheftrainer einen Zettel mit zwei "seiner" BVB-Aufstellungen aus der Tasche.

Witczak: "Ich habe ,Kloppo' gezeigt, wie ich in an seiner Stelle spielen lassen würde." Die favorisierte Witczak-Aufstellung:

Langerak - Piszczek, Sokratis, Hummels, Durm - Kampl, Gündogan, Sahin, Reus - Immobile, Aubameyang

Witczak: "Klopp war angetan und lachte, so würde er auch spielen lassen, wenn nicht immer wieder einige verletzt ausfallen würden."

Interessant war der Dortmunder Besuch für den in Ickern lebenden Witczak schon. Dort gab es Gespräche mit Kevin Großkreuz, Jakub "Kuba" Blaszczykowski, aber vor allem konnte er hautnah seinen "Lieblingsspieler" Erik Durm erleben und sprechen. Witczak. "Ich habe Klopp geraten, Durm mehr Vertrauen zu schenken."

Vertrauen, das er selbst vor vielen Jahren zum Beispiel vom legendären Trainer Hennes Weisweiler bei Viktoria Köln bekam. Von seiner Profi-Laufbahn hatten hinterher auch viele junge Spieler in der Umgebung profitiert. Als Jugendtrainer der SG Castrop sind viele Talente durch seine Schule gegangen, ehe sie höherklassig für Aufmerksamkeit sorgten. Das wird auf der Castrop-Rauxeler Fußballbühne immer wieder in Erinnerung gebracht. Wenn irgendwo ein Name im Kreise von Witczak fällt, sagt er gerne: "Den habe ich auch trainiert." Ob Jürgen Klopp auch auf ihn hört?

Das ist Norbert Witczak
Seinen ersten Profi-Vertrag bekam Norbert Witczak zur Saison 1962/63 beim damaligen Zweitligisten Eintracht Gelsenkirchen. Als Berufs-Fußballer war Witczak ab 1963 für sechs Jahre bei Viktoria Köln in der 1. Liga West aktiv. Seine Trainer damals: Hennes Weisweiler, Udo Lattek, Eddy Frühwirth. Von 1968 bis 1980 war Witczak Trainer und Spieler der SG Castrop sowie Trainer bei Arminia Ickern (81-84), BW Obercastrop (Aufstieg 1985) und D-Junioren-Trainer (wegen des Enkels), der Spvg Schwerin.