Nächster Halt: Bezirksliga
17.01.2010 | 16:43 Uhr 2010-01-17T16:43:00+0100Castrop-Rauxel. Die Trainer vom SV Yeni Genclik heißen Peter Wach und Helmut Schulz. Beide bildeten, bevor sie sich am Fuchsweg wieder das „Ja-Wort” gaben, ein starkes Gespann bei der SpVg. BG Schwerin.
Durch interne Querelen schien diese Ehe auf dem Berg jedoch geschieden. Denkste - beide haben sich wieder gefunden. Und zwar beim SV Yeni Genclik. Eine Zwangshochzeit? „Nein, mit Peter verstehe ich mich halt blind”, berichtet Helmut Schulz. Bei Genclik bauen sie gemeinsam etwas auf. Das Projekt „Bezirksliga” soll in Angriff genommen werden. „Wir werden den Aufstieg schaffen”, erklärt Peter Wach.
Das Handy des Yeni-Coachs klingelt. Am anderen Ende meldet sich ein Spieler, der nicht zum Training erscheinen kann. „Jetzt liegt ein bisschen Schnee und die Jungs bekommen kalte Füße. Die Spieler, die fehlen, bekommen bei der nächsten Gelegenheit einen Einlauf”, sagt Wach.
Helmut Schulz hingegen hat nichts zu meckern. Er schwärmt vom neuen Sturm der „Roten”: „Wir wissen, dass wir jetzt mächtig unter Druck stehen, aber mit der Offensive klappt es – Dennis Gazioch wirbelt hinter den Spitzen und Ender Baspinar wird unser Zehner.”
Der Tabellenvierte hat vier Punkte Rückstand auf Tabellenführer Firtinaspor Wanne. Sicher aufholbar, aber einen weiteren Ausrutscher darf sich die Mannschaft nicht leisten.
Trainerfrage noch offen
Was geschieht eigentlich, wenn der Club den Sprung schaffen sollte? Peter Wach: „Hier kann Großes entstehen. Das Potential ist da, aber für die Zukunft muss sich der Verein breiter aufstellen.” Auch die Trainerfrage ist noch offen: „Mit uns hat noch keiner gesprochen.”
Genclik hat den sportlichen Erfolg gefunden, aber vieles steckt halt noch in den „Babyschuhen”. Das fängt schon damit an, dass Yeni kein Vereinsheim hat. Der große Traum ist immer noch der Umzug zur Uferstraße: „Das Thema ist noch längst nicht vom Tisch - da gibt es noch Klärungsbedarf”, sagt Wach.
Auf die Frage, welche Spieler vom Berg für Yeni interessant wären, antwortet Helmut Schulz: „Jimmy Thimm und Ahmet Caki. Am liebsten hätte ich sie alle. Das waren super Menschen und Fußballer.” Peter Wach reagiert da reservierter und gibt mit Thorben und David Firch eine eher diplomatische Antwort. Die Brüder gingen in der Winterpause zum Bezirksligisten SV Wacker Obercastrop. Der 48-Jährige stellt klar: „Wir haben nie jemanden von Schwerin angerufen. Das ist einfach Fakt. Die Spieler sind an uns herangetreten.”
Methoden unter Beschuss
Auch Helmut Schulz ärgert sich, dass die Sticheleien vom Berg die fast verheilte Wunde immer wieder aufreißen. „Ständig hält man mir vor, dass meine Methoden zu weich waren, den Psycho-Schnickschnack bräuche eh keiner und angeblich war ich ständig im Vereinsheim”, sagt er. „Alles Blödsinn. Es wusste keiner, dass das mit der sportlichen Leitung abgesprochen war. Co-Trainer Ender Baspinar sollte selbstständig arbeiten. Das hat nie einer verstanden, wie so vieles andere eben auch nicht. Scheinbar haben alle vergessen, dass wir mit meinen Methoden in die Landesliga aufgestiegen sind”, fährt er fort.
Dann kommt Ender Baspinar vom Platz und erklärt, dass gutes Training auf dem Schnee nicht möglich ist. Wach wigelt ab: „Reißt euch zehn Minuten zusammen, dann ist Schluss.”
Das Trainergepann hat das Projekt „Yeni” begriffen. Jetzt müssen es die Spieler auch noch begreifen. Denn nicht der Berg ruft, sondern die Bezirksliga.
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