Leise rieselt der Sand
05.01.2009 | 16:29 Uhr 2009-01-05T16:29:00+0100Castrop-Rauxel. Der Sporttreff Henrichenburg hatte am Wochenende zum Beachhandball- und Soccer-Turnier eingeladen. Über 600 Sportler genossen drinnen die Wärme, während draußen der Schnee aufs Dach rieselte.
Urlaub am Strand von Henrichenburg. Männer und Frauen in kurzen Hosen liegen in Strandkörben und Liegestühlen. Es ist mit 23 Grad angenehm warm. Eigentlich fehlt nur noch, dass die Sonne von der Hallendecke auf den Sand scheint. Doch man kann eben nicht alles haben.
Es ist ein bißchen diesig in der Halle, doch das scheint die Handballer, die aus ganz Deutschland zum Turnier angereist sind, kaum zu stören. Die „wild deckenden Herzbuben" laufen mit Strandhütchen auf. Die „Sand Devils” sind mit hohen Erwartungen aus Minden angerückt, schließlich sind sie routinierte Beachhandballer, die auch um die Deutsche Meisterschaft spielen. Für die Mindener ist die Spielzeit von zweimal fünf Minuten am Finaltag viel zu kurz.
Für die meisten „Amateure” ist das aber schon genug. Denn am großen Finaltag ist der Ehrgeiz schon geschwunden, auch die Aufnahmefähigkeit ist nicht mehr groß. Überall stehen leere Kaffeebecher herum – nicht nur die lange Party am Samstagabend hat geschlaucht. Das Spiel im Sand kostet mehr Kraft, als sie es in der Halle gewohnt sind. Schnell wird hin und her gepasst, dribbeln geht natürlich gar nicht. Doch man fällt so wunderbar weich.
Wenn nicht die Beine so schwer wären! Deshalb verzichten die „Rauxeler Beachkids” auch aufs Warmlaufen. Björn Wieser, Kapitän der HSG Rauxel/Schwerin, ist mit seinen „Rauxeler Beachkids” in die Trostrunde eingezogen. Sonntagmorgens um 9 Uhr waren sie nur vier Spieler. Deshalb hat es nicht für den Einzug in die Finalrunde gereicht. Am Vortag ist auch sein Trainer Dirk Rogalla eingesprungen, um die Personalnot zu lindern. „Er hat sogar ein Pirouetten-Tor gemacht. Das war mein Highlight”, erzählt Spieler Pascal Meyer.
Für dieses Turnier gelten nämlich besondere Regeln. Dreht der Spieler im Sprung eine Pirouette und trifft, gibt es zwei Punkte. Ebenso beim Torwart-Tor und beim Kempa-Trick. Und so drehen sich die Spieler immer wieder in der Luft, fallen in den Sand und schütteln die feinen Körner dann aus dem Haar.
Das letzte Spiel sollen die Rauxeler gegen Kassel bestreiten. Doch der Gegner tritt nicht an. Wie fünf andere Mannschaften auch, ist er bereits am Sonntag früh, nach der Übernachtung in der Tennishalle des RV Rauxel, abgereist.
Das ist schlecht für den Turnierplan, spricht aber für die Party am Vorabend. „Sind wir jetzt fertig?”, fragt ein Spieler der „Wild deckenden Herzbuben”. „Ich bin's auf jeden Fall und fahre jetzt nach Hause”, folgt die Antwort seines Teamkollegen.
Überhaupt ist der Ehrgeiz bei den Männern geringer als bei den Frauen. Bei den Frauen geht es auch am zweiten Turniertag noch richtig zur Sache. Es wird gerannt, geschrieen und gejubelt. Am Ende setzt sich der Hannoverscher SC gegen „All for One” aus Ascheberg durch.
Die Rauxeler Beachkids haben einen neuen Gegner gefunden. Freiwillig treten die Leverkusener und die Kölner Beach Boys gemeinsam an. Am Ende weiß keiner genau, wer gewonnen hat. Für die Rauxeler zählt nur noch eins: Duschen, und den ganzen Sand vom Körper spülen. Ein Glück, dass sie nächsten Sonntag (11.) wieder in der „normalen” Halle spielen. Dann kommt die DJK Oespel/Kley zum Bezirksliga-Punktspiel in die ASG-Halle.
Die Turnier-Platzierungen im Überblick:
Mit 40 Mannschaften war das Beachhandball-Turnier im Sporttreff stärker besetzt als das der Fußballerinnen. Was wohl daran lag, dass das Fußball-Turnier zum ersten Mal in dieser Form ausgetragen wurde. Die Platzierungen:
Fußball/Damen: 1. Platz: FC Buchholz, 2. Die Blauen Frauen, 3. Finest Selection, 4. TSV Ihmert, 5. SV Berghofen, 6. VfB Waltrop, 7. Hannoverscher SC.
Fußball/U17-Mädchen: 1. Platz: SV Berghofen, 2. SC Preußen Borghorst, 3. Spvg Schonnebeck, 4. Concordia Flaesheim, 5. SG Telgte, 6. Grün-Weiß Nottuln, 7. VfB Waltrop.
Beachhandball/Männer: 1. Platz: Beach Boys Köln, 2. Sand Devils Minden, 3. HSG Rheinbach/Wormersdorf I, 4. Sand-Elfen Burscheid, 5. Beach Boys Leverkusen, 6. Die wild deckenden Herzbuben. ana
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zur Info: die Sand Devils Minden sind mehrfacher Deutscher Meister im Beach Handball.
Das Endspiel in Castrop-Rauxel war das kleine Finale der Deutschen Meisterschaft 2008
ein wenig zum nachlesen.