Kreisliga-Vorkommnisse werden verhandelt

Heinz Rychlik ist nicht zu beneiden. Der Vorsitzende der Spruchkammer des Fußballkreises Herne/Castrop-Rauxel (KSK) und seine Mitstreiter müssen am Dienstag, 25. Oktober, ab 18 Uhr unrühmliche Geschehnisse rund um vier Partien der vergangenen Wochen aufrollen auch mit Castrop-Rauxeler Beteiligung.

Castrop-Rauxel.. Für Rychlik ist es zumindest quasi ein Heimspiel. Denn die Verhandlungen gehen im Jugend-Clubheim seines Stammvereins SV Sodingen (Am Holzplatz) über die Bühne. Und in zwei Fällen dreht es sich zudem um Begegnungen mit Castrop-Rauxeler Beteiligung: das Kreisliga B-Spiel der SG Habinghorst/Dingen gegen den FC Frohlinde sowie das Kreisliga C-Duell des FC Castrop-Rauxel gegen Eintracht Ickern II. Beide Spiele wurden am Sonntag, 2. Oktober, angepfiffen.

Vorwurf "Rassismus"

Heinz Rychlik berichtet über die Verhandlung mit der SG Habinghorst/Dingen: "Hier müssen wir mehrere Beschuldigungen aufklären." SG-Vorstandsmann Klaus Holzner soll während und nach der mit 2:3 verlorenen Partie gegen Frohlinde II den Vorwurf erhoben haben, dass der Schiedsrichter Axel Richter ein rassistisches Verhalten an den Tag gelegt habe. Rychlik zitiert aus dem Sonderbericht des Referees, dass die Gastgeber unaufhörlich reklamierten, vom Unparteiischen benachteiligt zu werden - "weil sie mehr Ausländer in ihren Reihen hätten als die Frohlinder."

Nach der Partie, an dessen Ende die SG-Akteure Ilker Bahcecoiglu (Gelb-Rot) und Haldun Gülünoglu (Rot) vom Platz gestellt wurden, soll Axel Richter weiterhin verbal angegangen worden sein. Ein Akteur sei auf ihn zugestürmt und wollte ihm wohl an den Kragen. Mitspieler hätten den aufgebrachten Kicker allerdings zurückgehalten.

Spielabbruch in der C-Liga

Im Falle der Kreisliga C-Partie zwischen dem FC Castrop-Rauxel und dem damaligen Spitzenreiter Eintracht Ickern II muss Rychlik gar einen Spielabbruch beim Stande von 4:3 für den FC aufklären. Schiedsrichter Tobias Hammerschmidt habe nach einer ersten Rangelei zwischen einem Eintracht-Rotsünder und FC-Akteuren die Partie noch einmal angepfiffen.

Einige Zeit später soll der des Feldes verwiesene Ickerner, offenbar durch lautstarke Selbstkritik, eine Rudelbildung zwischen Spielern und Zuschauern heraufbeschworen haben. Danach mochte Hammerschmidt die Partie nicht weiterführen. Heinz Rychlik erklärt: "Hier verhandeln wir, welche Seite den Abbruch zu verantworten hat, ob wir eine Spielwertung vornehmen müssen, oder ob das Spiel wiederholt werden muss." Wahrscheinlich wird die KSK bis nach 22 Uhr dazu Fragen stellen müssen. Es wird ein langer Abend für Heinz Rychlik.