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Radsport - Marcel Sieberg

Karneval und Portugal

16.02.2010 | 16:18 Uhr
Karneval und Portugal

Castrop-Rauxel. Was macht ein Radprofi am Rosenmontag? Karneval feiern, was sonst! Bevor Marcel Sieberg wieder aufs Rad steigt, hat er noch die Riesenparty in seiner Wahlheimat Köln genossen. „Ein, zwei Kölsch sind schon drin”, sagt der Pedalero aus Rauxel. Mehr aber nicht, denn die Pflicht ruft.

Was für sein Kostüm er sich übergestreift hat, das verrät er allerdings nicht. Doch für einen ausgedehnten Karnevals-Exkurs blieb keine Zeit. Sieberg muss gleich wieder an das nächste Rennen denken. Denn bereits am Mittwoch (17.) startet sein Team Highroad Columbia in die „Volta ao Algarve” in Portugal.

Rund 200 Sportler, 23 internationale Teams: Die bis Sonntag (21.) dauernde Rundfahrt in Portugal ist für viele Radprofis das erste große Rennen des Jahres und eine gute Vorbereitung auf die Frühjahrsklassiker, die Sieberg ja so gerne fährt. Bei recht angenehmen 15 Grad Außentemperatur kommten echte Frühlingsgefühle auf. Im Süden Portugals müssen fünf Etappen absolviert werden.

Der Startschuss fällt am Mittwoch im Stadion der Algarve in Faro. Nach 700 langen Kilometern quer durch die Algarve endet die Tour dann in Portimão. Die Strecke ist nicht allzu abwechslungsreich, die Etappen eher lang und flach. „Die wenigen Berge haben es dafür aber in sich. Sie sind sehr steil”, weiß der 27-jährige gebürtige Rauxeler, der nun seine dritte Saison für den US-Rennstall von Bob Stapleton bestreitet.

Natürlich will Marcel Sieberg seine eigene Form verbessern, vielmehr wird aber sein Teamkollege Andre Greipel im Fokus stehen. Greipel hat für das Team Columbia zuletzt die „Santos Tour Down Under” in Australien gewonnen. Sieberg hat für diesen Triumph hart zugearbeitet. Er wird es auch bei der Algarve-Rundfahrt wieder machen müssen, denn erstmals greift Alberto Contador für das Team Astana in die Rennsaison ein. Der Tour de France-Sieger hatte bereits 2009 die Portugal-Rundfahrt gewonnen. „Unser Ziel ist auf jeden Fall ein Etappensieg”, erklärt Sieberg.

Die Vorbereitung in Deutschland war zuletzt nicht allzu gut, denn durch den vielen Schnee konnte der Castrop-Rauxeler lediglich auf dem Ergometer oder dem Mountainbike im Gelände trainieren. Eine Woche in der Mandelblüte auf Mallorca war trainingstechnisch bisher Gold wert. Sieberg ist fit, fühlt sich gut.

Sieberg hat in diesem Jahr, seiner sechsten Profisaison, viel vor. Vor allem „sturzfrei bleiben, und die Klassiker gut absolvieren”, sagt er, und dann kommt erstmals für ihn der legendäre Giro d'Italia. Am 8. Mai startet Marcel Sieberg in Amsterdam in das Rennen, das ihn anschließend durch Italien führen wird. Damit wäre nach der „Tour de France” (2007) und der „Vuelta a Espana” letztes Jahr seine Sammlung komplett. Denn Traum eines jeden Radprofis ist es, die drei bedeutendsten Rennen der Welt einmal bestritten zu haben.

Wie sich seine Profi-Karriere bisher entwickelt hat? „Man merkt, dass das Grundtempo besser drin ist. Der Körper hat sich an die hohe Belastung und das Tempo gewöhnt.” Die Saison kann also losgehen.

Anja Herberg

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