Jakschiks "persönliche Aktien stehen nicht gut"

Für Malte Jakschik vom RV Rauxel steht nach dem fünften Rang im Zweier ohne Steuermann bei der Kleinboot-DM in Brandenburg sein Platz im Deutschland-Achter arg auf der Kippe. Im Interview spricht der RVR-Athlet darüber, welche Chancen er sich noch ausrechnet und welche Ziele er verfolgt.

Castrop-rauxel.. Herr Jakschik, mit ihrem Zweier-Partner Max Reinelt vom Ulmer RC hat es im DM-Endlauf nicht zu einem der ersten vier Plätze gereicht. Haben Sie damit bereits keine Chance mehr auf einen Platz im Achter?
In den letzten Jahren wurde der Achter immer aus den ersten vier DM-Booten zusammengestellt. Da stehen meine persönlichen Aktien momentan nicht gerade gut. In dieser Woche wird es beim Bundestrainer Ralf Holtmeyer eine Besprechung geben. Ich gehe davon aus, dass Max Reinelt und ich für die Saison 2015 für den Zweier oder Vierer ohne Steuermann nominiert werden. Die Trainer werden schauen, welcher Typ Ruderer zu welchem Boot passt. Wenn es der Zweier wird, muss ich dazu sagen: Bei einer Weltmeisterschaft bin ich in diesem Boot bislang noch nie gefahren.

Das heißt aber dennoch, dass sie für die Saison 2016 und die Olympischen Spiele in Rio im Kader bleiben und eine neue Chance auf einen Startplatz im Deutschland-Achter bekommen?
Ja, 2016 geht das Spiel wieder von vorne los. Die DM ist dann wieder der Gradmesser. Rio bleibt für mich der Traum, den ich verwirklichen will. Da möchte ich wirklich gerne hin. Wie man jetzt aber gesehen hat, müssen viele Sachen stimmen, damit man sich qualifiziert.

Bedeutet das Ihrer Meinung nach, dass es unfair ist, die Vergabe der Plätze über die Wochenend-Form bei der DM zu regeln?
Nein, das ist ein absolut faires System. Es ist gut, wenn im Leistungssport die sichtbare Leistung über eine Nominierung entscheidet. Konkurrenz belebt das Geschäft. Es war ja 2013 auch mein Glück, dass nicht mehr wie zuvor über Jahre an einer Besatzung festgehalten wurde. Deshalb habe ich überhaupt erst eine Chance bekommen.

Woran hat es dann im DM-Finale diesmal gehapert?
Nach dem Halbfinale am Samstag haben wir bereits gesehen, dass wir eine Schippe drauflegen müssen, um unter die ersten Vier zu kommen. Wir sind ja nur als sechstes und somit letztes Boot in den Endlauf gekommen. Wir hatten uns viel vorgenommen. Woran es gelegen hat? Schwer zu sagen. Ich bin eigentlich der Meinung, dass wir ein recht gutes Rennen gefahren sind. Insgesamt war aber das Niveau des Feldes sehr hoch.

Sie sind jetzt 21 Jahre alt. Wie lange kann man im Ruder-Leistungssport mithalten?
Bei uns gibt es nicht nur im Einer-Bereich eine Reihe von Leuten, die bereits Mitte 30 sind. Ich denke, wenn man seinen Körper kennt und Leistung bringt, kann man so lange mit dabei sein.