Für 15 Minuten von Berlin nach Castrop-Rauxel

Was macht man nihct alles für sein liebstes Hobby? Stefan Kitowski zum Beispiel hetzte wie viele Amateurfußballer am Wochenende vom DFB-Pokalfinale in Berlin zurück in die heimatlichen Gefilde, um sonntags selbst zu kicken - in Kitowskis Fall sprang noch ein 15-minütiger Einsatz heraus.

Castrop-rauxel.. Mirsad Ahmetovic, Trainer der SF Habinghorst in der Fußball-Kreisliga B, musste aufgrund von Personalmangel am Sonntag in der Partie beim SC Pantringshof gar selbst für 20 Minuten die Schuhe schnüren. Nach seiner Einwechslung hatte Ahmetovic sogar die große Chance zum vorentscheidenden 3:1, scheiterte allerdings am gegnerischen Torwart. "Den muss ich eigentlich machen", gab Ahmetovic lachend zu. Machte nichts, denn sein Team gewann trotzdem mit 3:1.

Stefan Kitowski, Fußballspieler in der Bezirksliga beim SV Wacker Obercastrop, gehörte neben Manuel Backes und Marcel Herder zu dem Trio, das Borussia Dortmund vor Ort im Berliner Olympiastadion als Fans unterstützte. Alle drei Obercastroper Cracks standen auf dem Spielbericht der Sonntagspartie gegen Eichlinghofen, aber nur Kitowski kehrte (fast) pünktlich zurück. Genauer gesagt: in der 36. Minute. Da traf er an der Trainerbank ein, schnappte sich den Kabinenschlüssel und kam in der 75. Minute ins Spiel. Dass er nicht früher in der Erin-Kampfbahn ankam, lag an einem einzigen Stau. Kitowski: "Sonst war auf der Autobahn nichts los, aber da bin ich stecken geblieben."

Andreas Köhler, Trainer des SV Wacker Obercastrop, gab direkt nach Schlusspfiff lächelnd seinem gelb-rot-gesperrten Spieler, Enes Abaza die Hand und bedankte sich mit einem Lächeln im Gesicht für seine "gute Arbeit" als Schiedsrichter-Assistent. Dabei hatte sich der junge Mann fast über die gesamte Spielzeit neben einem Bekannten unter einem großen Schirm an der Zuschauer-Barriere angelehnt, was ihm einen Rüffel von Schiedsrichter Jens Jeromin (Bochum) eingebracht hatte. Dieser lief extra von der Mittellinie kommend auf den gesperrten Kicker mit der Fahne zu und bat doch um mehr Aufmerksamkeit und bessere Unterstützung an der Linie.