Die "Hülsmänner": Urgesteine des FC Frohlinde

Wenn Männer als "Urgesteine" in Vereinen betitelt werden, dann müssen sie schon felsenfest mit dem Club verbunden sein. Wir haben mit den Hülsmann-Brüdern, Günter und Werner, gesprochen. Beide gehören dem FC Frohlinde seit einer gefühlten Ewigkeit an. Echte Urgesteine.

Castrop-rauxel.. Der ältere Bruder, Günter, der in wenigen Tagen 73 Jahre alt wird, ist seit über 60 Jahren beim FCF. Werner, dessen Spitzname aus Schülerzeiten "Bernie" in allen Köpfen fest verankert ist und der im September seinen 70. Geburtstag feiern wird, hat 50 Jahre im Mitgliedsbuch erreicht.


Dabei hätten es schon viel mehr sein können. Beide sind vom Fußball infiziert von Kindesbeinen an. In Frohlinde geboren, kam nur der FC infrage. Bis heute und nur mit wenigen Ausnahmen. Bernie musste zum Beispiel als Schüler zum VfR Kirchlinde fremdgehen. Frohlinde hatte seine Schüler und Jugend-Mannschaft abgemeldet. Günter, in der ersten Mannschaft mit Werner Jablonski, dem späteren Profi des VfL Bochum im Team, musste eine einjährige Sperre absitzen.


Beinahe verhauen


Werner sagt über seinen Bruder, der stets Stürmer war: "Der ging immer voll drauf." Werner Hülsmann, "der Blaue", wie ihn seine Kollegen für den Hauch von rotem Haar riefen, wechselte zum DJK-Verein nach Ickern, weil in diesem Verband die Sperre nicht zählte. Er kam zurück. Wie Werner, der mit 19 Jahren endlich "zu Hause" als Torwart und im Sturm spielte. Es folgten 15 Jahre bei den Senioren und eine ähnliche Zahl bei den Alten Herren.


Nicht für Günter. Der wollte Schiedsrichter werden, hatte einen Kurs bei Bundesliga-Schiedsrichter Ewald Epping belegt. Doch nach dem dritten Einsatz war Schluss, weil man ihn "verhauen wollte".

Das Arbeiten als Ehrenamtliche, das leben die Hülsmänner vor. Sie waren 1978 mit "am Ball" als der neue Aschenplatz gebaut wurde und das Vereinsheim. Dort im Ausschank an den Wochentagen, oder bei Heimspielen als Platzkassierer. Da hilft Günter mit ("Wenn einer fehlt"). Legendär sind "Bernies" Einsätze als Linienrichter. Da warf er schon mal die Fahne wütend auf den Boden und verließ die Linie, weil der Schiri seine Meinung nicht teilte.


Am Ball ist der jüngere Hülsmann immer noch. Er nennt sich "Balljunge", wenn die Kugel im Mühlenbach landet, auf der Tennisanlage, oder über die Hecke zur Kleingartenanlage fliegt. Darüber hinaus scheinen Werner und Günter Hülsmann ein wandelndes Sport-Lexikon zu sein, was Ligen oder Vereine angeht. Der Gesprächsstoff versiegt nie. Doch an erster Stelle steht der eigene Club. Wie sollte das bei Urgesteinen auch anders sein.