Das angesägte Tor von Herne und seine Folgen

Das am Wochenende abgesägte Tor auf dem Fußball-Platz in Herne-Holthausen sorgt für Diskussionen bei den Kickern in der Kreisliga B: An der Bladenhorster Straße sollte das Spiel zwischen dem Siebten TSK Herne und dem bisherigen Liga-Primus, RSV Holthausen, über die Bühne gehen. Ging es nicht - zum Leidwesen des neuen Spitzenreiters VfB Habinghorst II, der wegen des Ausfalls Wettbewerbsverzerrung befürchtet.

Herne/castrop-rauxel.. Das Duell der beiden Sportplatz-Nachbarn TSK Herne und RSV Holthausen ist für Donnerstag, 11. Juni, neu angesetzt worden. Es wird allerdings nicht auf dem städtischen Platz in Holthausen gespielt, sondern ab 19 Uhr auf dem Ascheplatz des SC Pantringshof (Kreftenscheerstraße in Herne). Der Heimvorteil ist also für beide Teams dahin. Der Grund: Das Herner Sportamt kann im Laufe dieser Woche kein neues Tor aufstellen, da es keines in Reserve hat.

Sportamts-Mitarbeiter Rüdiger Döring, der einst selbst für den SuS Pöppinghausen kickte, berichtet: "Es muss zunächst ein Tor für 1300 Euro bestellt werden; die Lieferzeit kann mindestens eine Woche betragen." Mit Blick auf das zerstörte Gehäuse sagt Döring: "Da wollte jemand gezielt das Fußballspiel verhindern. Hätte er nur die Latte oder nur den Pfosten zersägt, hätten wird das Tor mit einer Holzplanke reparieren können, damit zumindest ein Spiel möglich ist. So ist das Tor unbrauchbar."

Kreisliga B-Staffelleiter Hans Murawa (DJK Falkenhorst) sagt: "Diese Aktion mit dem Tor ist unsportlich gegenüber den Mannschaften. Ich wundere mich, dass sich bislang von Holthausen noch niemand wegen des Spiels bei mir gemeldet hat. Der TSK Herne hat sich mit viel Aufwand auf das Spiel vorbereitet - hat jede Menge Gehacktes und Brötchen eingekauft gehabt. Hoffentlich kommt nicht jemand auf die Idee und macht sich in Pantringshof an einem Tor zu schaffen."

Wie zu hören war, haben die TSK-Kicker wochentags berufsbedingt bei Weitem nicht ihre Bestbesetzung zur Verfügung. Weshalb der VfB Habinghorst II, der durch ein 7:1 gegen den SC Pantringshof (13.) am Sonntag an Holthausen zunächst vorbeizog, wohl nicht auf die gleiche Schützenhilfe des TSK Herne hoffen kann, wie sie am Sonntag möglich gewesen wäre. So sieht es VfB-Trainer Martin Eßmann. Der will mit seinen Mannen, die aktuell zwei Punkte Vorsprung haben, die Partie am Donnerstag besuchen - und den TSK anfeuern. Eßmann: "Die Holthauser waren am Sonntag bei unserem Spiel, haben frenetisch das Pantringshofer 1:0 gefeiert. So werden wir aber nicht auftreten."

Entscheidungsspiele folgen

Titelanwärter Holthausen wird in seiner abschließenden Saisonpartie am Sonntag, 14. Juni, daheim gegen die SG Castrop II (8.) kein Heimrecht genießen können. Staffelleiter Murawa hat dieses Spiel ebenfalls nach Pantringshof verlegt - auch weil der Ausweichplatz beim FC Herne 57 am Stadtgarten am Wochenende belegt ist.

Mit den abschließenden 90 Minuten am Sonntag wird die Saison effektiv noch nicht beendet sein: Sollten auf den Rängen eins bis drei Teams punktgleich über die Ziellinie gehen, werden noch Platzierungsspiele nötig - wahrscheinlich auf dem Kunstrasen an der Castrop-Rauxeler Bahnhofstraße. Auf jeden Fall angepfiffen wird auch noch ein Entscheidungsspiel der Vize-Meister der Kreisliga B-Staffeln 1 und 2 (beim SV Holsterhausen). Der Sieger folgt den beiden Meistern in die Kreisliga A.