Christopher Nöthe: "Wir bleiben drin"

Fußball-Profi Christopher Nöthe steckt als Tabellenletzter mit dem FC St. Pauli tief im Abstiegssog der 2. Bundesliga fest. Im Interview spricht der Rauxeler darüber, wie sich seine Mannschaft retten will.

Castrop-rauxel.. Herr Nöthe, mit der eigenen Mannschaft auf dem letzten Platz. Etwas Schlimmeres gibt es für einen Fußballer nicht.

Christopher Nöthe: Das ist so. Allerdings muss man sagen, dass wir genug Zeit haben, uns von unten zu lösen und alles gerade zu biegen. Mit nur einem Sieg kann man derzeit die Abstiegszone verlassen.

Am Montag geht es für Ihr Team gegen Ihren Ex-Verein Greuther Fürth. Wäre da für Sie ein Sieg besonders schön?

Für meine Mannschaft wäre es super, wenn es klappen würde. Fürth steckt auch in einem Loch und strotzt nicht vor Selbstbewusstsein. Mit einer "Dreier" könnten wir die Fürther unten mit reinziehen.

Woran hat es bei St. Pauli womöglich gelegen, dass die Mannschaft sich im Abstiegskampf wiederfindet?

Die vielen Trainerwechsel (3 Trainer in einer Saison, Anm.d.Red.) waren nicht optimal für uns. Jeder Trainer hat eine andere Vorstellung mitgebracht und etwas Neues von uns verlangt.

Wie etwa der Vorgänger des aktuellen Trainers Ewald Lienen: Thomas Meggle.

Bei ihm bin ich als Stürmer ins Mittelfeld zurückgezogen worden. Da waren die Wege zum Tor länger. Ich hatte nicht mehr so viele Strafraum-Aktionen wie zuvor, sondern habe viel mehr um den 16er herum gespielt.

Dann kam im Dezember die Verletzung. Hat Sie die arg zurückgeworfen?

Ich hatte mir vor Weihnachten einen Sehnenanriss und einen Muskelfaserriss zugezogen - bin aber wieder 100 Prozent fit. Nach dem Wintertrainingslager in der Türkei habe ich noch individuelles Training eingelegt.

2015 sind Sie noch nicht zum Einsatz gekommen. Wie zuversichtlich sind Sie, dass Sie Ihren Stammplatz zurückgewinnen können?

Unser Kader ist mittlerweile 32 Spieler groß. Jede Position ist nicht doppelt, sondern dreifach besetzt. Wenn ich meine Chance bekomme, werde ich sie ergreifen. Wenn man unten steht, kann man sich nicht auf Verdienste aus besseren Zeiten berufen.

Werden die St. Pauli-Fans nicht bereits unruhig, dass die Mannschaft absteigen könnte?

Tatsächlich sind die Fans ein wenig unentspannter geworden. Einige rufen sogar bereits "3. Liga, tut nicht weh". Wir als Mannschaft sehen das aber anders und werden es bestimmt schaffen, drin zu bleiben.

Bei Borussia Dortmund sind Sie Profi geworden. Wie schätzen Sie Misere des BVB im Abstiegskampf ein?

Aus der Ferne betrachtet kann man nicht viel dazu sagen. Einige Teams wie Augsburg haben sich weiterentwickelt. Und: Wolfsburg spielt jetzt den aggressiven Fußball, der den BVB vor zwei Jahren noch ausgemacht hat.