Castroper Talente schlagen in Amerika auf

Luise von Agris und Nina Dillwald spielten im Sommer noch für den TuS Ickern in der Ruhr-Lippe-Liga. Inzwischen schwingen sie die Schläger in den USA. Dort schlagen sie für College-Teams auf. Sowohl die Einstellung zum Sport als auch das Tennisspiel unterscheiden sich deutlich von deutschen Verhältnissen.

Castrop-rauxel.. Die 18-jährige Luise von Agris studiert an der Indiana University of Pennsylvania International Business, die 19-jährige Nina Dillwald an der West Virginia State University Business Administration. Beide verfügen über ein Teil-Stipendium aufgrund ihrer sportlichen Talente.

Universitätssport hat in den USA einen ganz anderen Stellenwert. Während er hierzulande eher eine Randerscheinung ist, wird er in den USA teilweise sogar im Fernsehen übertragen. "Da zelebriert man das richtig", sagt Luise von Agris. Die US-Studenten können sich das scheinbar auch gar nicht anders vorstellen. "Als ich ein Referat über Bildungssysteme gehalten habe", schildert Nina Dillwald, "und erläutert habe, dass es in Deutschland längst nicht so viel Uni-Sport gibt, habe ich in ungläubige Gesichter geblickt."

Ausgeprägter Mannschaftsgeist

In den USA sei man grundsätzlich stolz auf seine Uni, auf ihre Sport-Mannschaften sowieso. "Alle sind beispielsweise stolz auf das Footballteam, auch wenn es nur ein einziges Spiel gewonnen hat", so Nina Dillwald.Auch innerhalb des Teams ist das gegenseitige Anfeuern ausgeprägter, schildern die beiden Studentinnen. Ebenso der Mannschaftsgeist. Individuelle Leistungen rücken da in den Hintergrund. "Matches, die keinen Einfluss mehr auf das Mannschaftsergebnis haben, werden gar nicht mehr gespielt oder sogar abgebrochen", sagt Nina Dillwald.

Und auch das Tennisspiel selbst unterscheidet sich in den USA. Zu einen werden dort die Doppel vor den Einzeln ausgetragen. "Ich habe dort sehr viel Einzeltraining. In Deutschland hatte ich das nicht", so Luise von Agris. Zum anderen spiele man in Übersee eher taktisch, statt auf einen schnellen Punkterfolg. "Mein Trainer legt Wert darauf, dass ich auf dem Platz denke", erklärte die 18-Jährige. Sie habe noch mehr Spaß am Tennis bekommen.

Einen Traum erfüllt

Doch das sind nicht die einzigen Aufgaben für Luise von Agris: "Lernen und Sport unter einen Hut zu bekommen, ist die größte Herausforderung." Zeitweise sei sie von Donnerstag bis Sonntag mit dem Tennisteam unterwegs. Den Lernstoff müsse sie dann nachholen. Trotz der Belastung genießt sie es, Sport und Studium miteinander zu verbinden. "Amerika war immer ein Traum von mir", sagt Luise von Agris. "Wir haben seit Jahren davon geredet", ergänzt Nina Dillwald.

Die 19-Jährige ist sich bereits jetzt sicher, dass sie nach dem Bachelor-Studium zwar auf eine tolle Erfahrung zurück blicken wird. Danach will sie aber zurück nach Deutschland.Luise von Agris überlegt indes vielleicht auch noch zum Master-Studium in den USA zu bleiben und sich als Trainerin um den Tennissport verdient zu machen.