Bedroht der Mindestlohn den Amateurfußball?

Zum 1. Januar 2015 ist das neue Mindestlohngesetz in Kraft getreten. Auch für Fußballvereine in unteren Ligen könnte das Thema relevant werden, wenn sie Vertragsspieler oder -trainer beschäftigen. Wir haben mit Verantwortlichen bei Castrop-Rauxeler Vereinen gesprochen.

Castrop-rauxel.. Entsprechende Äußerungen von Rainer Koch, dem für die Amateure zuständigen Vizepräsident beim Deutschen Fußballbund (DFB) und dem aus Castrop-Rauxel stammenden Geschäftsführer der Vereinigung der Vertragsfußballspieler (VDV), Ulf Baranowsky, in der "Welt am Sonntag" sorgten Anfang der Woche für Gesprächsstoff.

Vertragsspieler im Amateurbereich sind mit einem 250-Euro-Kontrakt ausgestattet. Sie dürfen aber laut Mindestlohngesetz nur 29 Stunden im Monat arbeiten.
"Für uns ist das Thema nicht relevant, weil wir keine Vertragsspieler haben", sagt Peter Wach, Geschäftsführer der Spvg Schwerin. In der Vergangenheit hätte der Verein zum Teil solche Verträge abgeschlossen, sei davon aber mittlerweile abgerückt. "Heute können wir uns das gar nicht mehr leisten."

Martin Janicki, für den Bereich Finanzen zuständiges Vorstandsmitglied beim Bezirksligisten SV Wacker Obercastrop, bestätigt diese Praxis auch für seinen Verein. Im aktuellen Kader der Obercastrop seien keine Vertragsspieler vetreten.

Keine hohe Relevanz

Auf drei Vertragsspieler beziffert Geschäftsführer Jürgen Ewers das Kontigent beim Bezirksligisten FC Frohlinde.Dennoch sieht er das Thema bislang nicht als problematisch an. Er gehe davon aus, dass in diesen Fällen die maximal zulässige Arbeitszeit nicht überschritten werden. "Falls das Thema doch für uns relevant werden sollte, werden wir uns natürlich intensiv damit befassen und uns entsprechend beraten lassen."

Martin Broll, Sportlicher Leiter des derzeitigen Tabellenführers der Kreisliga A, SuS Merklinde, hat die Mindestlohn-Diskussion ebenfalls verfolgt. Für den eigenen Verein habe das Thema keine hohe Relevanz, weil maximal ein Spieler davon betroffen sei. Im regulären Spiel- und Trainingsbetrieb sieht Broll die 29-Stunden-Grenze nicht als Problem an."Wir müssen aber darauf vorbereitet sein, falls zusätzliche Verpflichtungen auf uns zukommen."