Werte und Regeln beim Judo kennengelernt

Nach dem Abschlussturnierversammelten sich die Kinder und Trainer zum Gruppenfoto.
Nach dem Abschlussturnierversammelten sich die Kinder und Trainer zum Gruppenfoto.
Foto: JC 66 Bottrop
Was wir bereits wissen
Beim städtischen Förderprojekt „Judo an Bottroper Grundschulen“ haben die Kinder der Droste-Hülshoff-Schule zehn Wochen lang die fernöstliche Sportart kennengelernt.

Bottrop..  „O-Soto-Otoshi, Kesa-Gatame und Ushiru-Ukemi!“ schallt es durch die Judohalle des JC 66 Bottrop, dem Partnerverein des städtischen Förderprokektes Judo. Und die Schüler der Droste-Hülshoff-Schule wissen genau, was sie nun ihren Eltern, Lehrern und Freunden zeigen müssen. Denn: Gelernt ist gelernt. Zehn Wochen hatten sie Zeit, einen Einblick in den fernöstlichen Judosport zu erhalten, die Werte und Regeln kennenzulernen und zu üben, gefahrenfrei miteinander zu raufen und zu kämpfen.

Die Stimmung erreichte beim abschließenden Vergleichskampf der Klassen untereinander ihren Höhepunkt. Dafür sorgten sowohl die Kinder, als auch die Eltern, die zahlreich an beiden Abschlussturniertagen erschienen sind und ihre kleinen Judoka lautstark unterstützten.

Konzentration und Disziplin

Nicht nur die japanischen Begriffe wurden gemeistert. Spätestens im Zweikampf zeigten viele der kleinen Kämpfer ein für die Eltern anderes, konzentriertes und diszipliniertes Gesicht. „Denn ohne Rücksichtnahme, Mut und Hilfsbereitschaft kann ein solcher körperlicher Vergleich nicht gefahrenfrei möglich sein. Es ist immer wieder erstaunlich, wie viel in nur zehn Wochen gelernt werden kann, und welche Entwicklung in so kurzer Zeit möglich ist“, erläutert Sven Helbing, sportlicher Leiter des Judoprojektes „Bottroper Modell“.

Ein großer Dank geht an die vielen fleißigen Helfer des JC 66 Bottrop, ohne die zwei solch große Veranstaltungen nicht möglich wären. Immerhin nahmen fast 170 Schülerinnen und Schüler, ihre Lehrer, Eltern, Bekannte und Verwandte an beiden Tagen teil.

Vor dem Abschlussturnier konnten die Schüler wieder die Möglichkeit nutzen, ihre erste Gürtelprüfung abzulegen. Die Fleißigsten nutzten diese Chance und durften folglich bereits beim Abschlussturnier mit dem weiß-gelben Gürtel kämpfen. „Diese erste Judo-Prüfung ist etwas Besonderes. Sie soll die Schüler motivieren, dem Judosport treu zu bleiben. Die Kinder lernen, dass es sich lohnt, fleißig zu üben und dass man im Judo schnell Fortschritte machen kann. Als äußeres Zeichen dieses Fortschrittes und als Anerkennung ihrer Leistungen ist der neue Gürtel für alle gut sichtbar.“, beschreibt Helbing den Nutzen des Prüfungskonzepts.

Kindertheaterstück

Und noch ein Hightlight erwartete die Judointeressierten in der Abschlusswoche. Leo, der kleine Löwe, der die Schüler in Form eines Schulbuches mit seinen Abenteuern durch die Projektwochen begleitete und auf seiner Reise durch Afrika wichtige Werte und Verhaltensweisen lernt, konnte live im Bottroper Spielraum bewundert werden. Dort wurde erstmals in Bottrop das 2013 in Xanten uraufgeführte und aus dem Judoprojekt entstandene Theaterstück „Leo, der kleine Löwe“ besucht werden.

Aufführung in Riga

Dabei lernen die Kinder die Figuren der Geschichte hautnah kennen. Sogar bis nach Lettland hat es dieses Stück schon geschafft, denn momentan steht es im Veranstaltungskalender des Rigaer Kindertheaters. „Es ist schön, was sich in den letzten Jahren alles entwickelt hat. Das zeigt, dass mit viel Fleiß und Engagement auch in einer medialen Randsportart wie Judo vieles möglich ist. Denn betrachtet man die Mitgliederzahlen der Judoverbände, ist dieser Sport tatsächlich keine Randsportart mehr“, so der Projektverantwortliche Volker Tapper. Vor allem die in der Ausbildung zu vermittelnden Judowerte seien ein wichtiges Alleinstellungsmerkmal im Vergleich zu anderen Sportarten, ist Volker Tapper überzeugt vom Konzept des Städtischen Förderprojektes „Judo an Bottroper Grundschulen“.