Vor dem Frauenteam des JC 66 Bottrop liegt viel Arbeit

Szaundra Diedrich (r.) kämpft künftig für den JSV Speyer in der Südgruppe der 1. Bundesliga.
Szaundra Diedrich (r.) kämpft künftig für den JSV Speyer in der Südgruppe der 1. Bundesliga.
Foto: WAZFotoPool
Was wir bereits wissen
Mit Szaundra Diedrich, Maike Ziech und Maike Riehl müssen die Frauen des JC 66 drei Abgänge kompensieren. Ein Gespräch mit Manager Guido Materzok.

Bottrop.. Das Frauen-Bundesliga-Team des JC 66 steht einer großen Herausforderung gegenüber. Hieß das Ziel in den vergangenen Jahren stets Finalrunde, wird es für die Bottroper nun ab dem 2. Mai wegen mehrerer Abgänge um den Klassenerhalt gehen. Ein Gespräch über das Personal mit JC-Manager Guido Materzok.

Herr Materzok, die Aufgabe für Sie und den JC 66 dürfte derzeit keine einfache sein. Mit Szaundra Diedrich und Maike Ziech haben die zwei Topkämpferinnen den Verein Richtung Speyer verlassen, Maike Riehl zieht es nach Witten. Wo holen Sie nun den Ersatz für die 1. Bundesliga her?
Materzok: Wir sind derzeit am Ball, haben einige neue Kämpferinnen im Visier, aber noch keine 100-prozentigen Zusagen. Klar ist für uns aber: Wir befinden uns praktisch im Neuaufbau. Szaundra Diedrich und Maike Ziech waren auch auf internationaler Bühne eine echte Hausnummer, die ersetzt man nicht so einfach, auch wenn sie in der zurückliegenden Saison jeweils nur zweimal für uns auf der Matte stehen konnten. Die Kandidatenliste in den höheren Gewichtsklassen ist ohnehin sehr überschaubar. Da haben wir mit unseren niederländischen Kämpferinnen Guusje Steenhuis und Tessie Savelkouls zwar gute Kämpferinnen, aber es gibt ja nicht selten Terminüberschneidungen mit internationalen Turnieren.

Hat sich die Trennung von Diedrich und Ziech angedeutet?
Am Ende war es dann doch überraschend. Klar, es sind nicht immer alle zufrieden im Verlauf einer Saison, aber an sich war die Stimmung in der Mannschaft gut. Die beiden trainieren ja gemeinsam am Kölner Olympiastützpunkt – und diese Trainingsgruppe tritt nun fast komplett für Speyer an. Das ist bitter für den Judosport in Nordrhein-Westfalen: Die besten Judofrauen NRWs kämpfen nun für einen Verein in Rheinland-Pfalz. Aber da kann man nichts machen, die Vereine der Südgruppe der 1. Liga sind mit ihrer Finanzkraft eine andere Hausnummer.

Einfacher wird die Personalsuche auch durch den Umstand nicht, dass mit Stadtnachbar Adler 07, PSV Duisburg, SUA Witten und dem 1. JC Mönchengladbach gleich vier Teams der Nord-Gruppe aus NRW kommen.
Logisch, wir gucken uns alle um. Als Erste wurden die Kämpferinnen des Hamburger Judoteams von allen Vereinen umworben, der Klub hat sich ja aus der 1. Liga zurückgezogen. Doch die meisten Hamburgerinnen gehen in die Südgruppe.

Nun kommt bestimmt der Nachwuchs ins Spiel...
Ja, dahin geht der erste Blick und da sieht es ganz gut aus. Wir werden aber trotzdem weiter die Augen aufhalten. Klar ist nämlich: Für geht es in der kommenden Saison um den Klassenerhalt.