Vom Jäger zum Gejagten
19.02.2010 | 20:26 Uhr 2010-02-19T20:26:00+0100
Bottrop. Eigentlich wollten die Mannen um Kapitän Joram Maan die Reise zum VfB Friedrichshafen als Jäger antreten, der versuchen will, die weiße Weste des amtierenden Deutschen Meisters zu „beschmutzen“. Seit Mittwochabend dürften die RWE Volleys aber nun selbst zum Gejagten geworden sein.
Hintergrund ist die überraschend deutliche 0:3-Niederlage der Spieler vom Bodensee bei Hypo Tirol Innsbruck. Diese Niederlage ist gleichbedeutend mit dem Aus im Champions-League Achtelfinale für die Häfler. Und nun kann die Mannschaft von Trainer Stelian Moculescu nur noch Deutscher Meister werden, da sie ebenfalls überraschend im Pokal-Halbfinale bereits an evivo Düren gescheitert war.
Daher gibt der Trainer des amtierenden Deutschen Meister auch ganz klar vor, dass sein Team nun mit aller Macht versuchen sollte, die Meisterschaft zu gewinnen. Denn diese ist die Eintrittskarte für die Champions League in der nächsten Saison. Und was liegt da näher, als mit einem klaren Sieg gegen die RWE Volleys für die Konkurrenten klare Zeichen zu setzen. „Meine Erwartungen für das heutige Spiel sind klar, nämlich ein möglichst glatter Sieg. Und diesen Erwartungen müssen wir dieses Mal auch gerecht werden“, verhehlt der Häfler-Coach nicht, dass offensichtlich mangelnder Respekt vor dem Gegner zu dem unnötigen Aus in der Champions-League geführt hat.
Insofern wird die Hoffnung des Bottroper Aufsteigers sich auf ein Minimum reduziert haben, von der derzeit unangefochtenen Deutschen Nummer eins unterschätzt zu werden. Vielmehr könnten die Mannen um Kapitän Joram Maan nunmehr als „Prügelknaben“ herhalten müssen. Schließlich gewannen die Friedrichshafener schon das Hinspiel bei den RWE Volleys klar mit 3:0 und schenkten dem Aufsteiger damals noch viele Punkte durch Aufschlagfehler.
Nicht leichter wird die Situation für die Mannen um Zuspieler Jonathan Winder dadurch, dass ein Einsatz von Jean-Merlin Nziemi weiterhin eher fraglich erscheint und somit eine ansonsten sichere Punktebank auf der Diagonalspielerposition ersetzt werden muss.
„Letztlich haben wir aber doch gar nichts zu verlieren, sondern können gegen den verlustpunktfreien Tabellenführer befreit aufspielen“, hofft Trainer Teun Buijs, dass sein Team zumindest kämpferisch wieder eine ordentliche Partie abliefert. Zumal durch die Bühler Niederlage unter der Woche gegen Berlin, der Abstand zum letzten Play-Off-Platz bei vier Punkten bleibt. Und sollten die RWE Volleys gar das Nachholspiel am Mittwoch, den 3. März um 19.30 Uhr in Bad Dürrenberg/Sperrgau gewinnen, sind es vielleicht sogar nur noch zwei Punkte.
Erneut verpassen wird Thomas Kröger das Match gegen seine letztjährigen Mannschaftskollegen. Wie im Hinspiel ist an einen Einsatz des Liberos derzeit nicht zu denken.
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