Stahl und die Asche

Schon früh in der Saison 1964/65 war klar, dass Trainer Werner Stahl die Rückkehr in den Vertragsfußball anstrebte. Auch nach dem Abstieg blieb das Übungspensum unverändert. Vom Training in der Halle hielt der Oberhausener nichts. „Draußen auf dem mit Asche belegten Trainingsplatz zeigt die raue Wirklichkeit rücksichtslos alle Schwächen auf“, sagte er in einem Interview.

Doch nach dem Meistercoup der Bottroper blieb die Frage: Regionalligaaufstieg oder nicht? Finanziell wäre die Rückkehr in die zweithöchste Spielklasse eine andere Welt gewesen. Sportlich auch, die Erinnerungen an den Abstieg aus der Vorsaison waren ja noch frisch. Doch der Vorstand und die Mitgliederversammlung stimmten für den Klassenwechsel. Ernst Wilczok, damals Oberbürgermeister und VfB-Vorsitzender: „Es wäre töricht, wenn man die Chance nicht am Schopfe packt! Wir müssen der Stadt im Fußball etwas bieten!“

Durch die Regionalligareduktion mit vier Absteigern sollte es den VfB 1966 erneut erwischen, 1967 wurden die Bottroper erneut Verbandsligameister, wagten das Abenteuer Vertragsfußball trotz angespannter finanzieller Lage ein weiteres und letztes Mal. 1968 markierten Abstieg und die finanzielle Pleite des VfB schließlich das Ende einer stolzen Ära im Bottroper Fußball.