Shukokai Karate Bottrop – ein Neuling voller Tatendrang

Der Karate-Verein Shukokai trainiert mittwochs ab 18 Uhr in der Willy-Brandt-Gesamtschule und freitags ab 19.30 Uhr an der Paßstraße.
Der Karate-Verein Shukokai trainiert mittwochs ab 18 Uhr in der Willy-Brandt-Gesamtschule und freitags ab 19.30 Uhr an der Paßstraße.
Foto: FUNKE Foto Services
Der Karateverein Shukokai ist der jüngste Sportklub der Stadt. Seit Februar wird zweimal wöchentlich die Kunst der Selbstverteidigung trainiert

Bottrop..  Bottrops jüngster Verein trainiert in der ältesten Sporthalle der Stadt. Jahrzehntealte Bewegungsabläufe werden in der kleinen Sportstätte wiederholt, immer aufs Neue. Die Arme kreisen in fließend nach vorne und zur Seite, die Füße schießen plötzlich nach vorne. Willkommen beim Karatetraining! Neun Sportler im weißen Gewand haben sich in der kleinen Sporthalle an der Paßstraße versammelt. Zusammen bilden sie Shukokai Bottrop, den jüngsten Sportverein der Stadt.

„Zeit, etwas eigenes zu machen“

Sie tragen gelbe, grüne, braune und schwarze Gurte. Sechs bis zehn Jahre dauert es, bis die Prüfung zum Schwarzgurt, dem ersten Dan, abgelegt werden kann. „Ganz so lange hat die Vereinsgründung nicht gedauert“, sagt der Vorsitzende Achim Mrotzek schmunzelnd. Doch so einfach, wie sich die Karateka das Schaffen eines Vereins vorgestellt hatten, war es auch nicht. Die Satzung musste geschrieben, eine Gründungsversammlung einberufen werden. Gänge zum Notar und zum Finanzamt folgten. Die Hallenzeiten wurden bei der Stadt beantragt und dann hatten die sieben ehemaligen Mitglieder der Karateabteilung des PSV Bottrop es nach fünf Monaten geschafft – sie waren selbstständig. Der Name war da längst gefunden: Shukokai – die Stilrichtung des japanischen Sports, der sie sich verschrieben haben. Im Februar gab es die erste Trainingseinheit, das Banner mit dem Vereinsnamen hängt seitdem an der Hallenwand in der Paßstraße. „Es war an der Zeit, etwas eigenes zu machen. So können wir flexibler handeln als mit einem Großverein im Hintergrund“, sagt der 2. Vorsitzende Norman Wölk.

Anne Jimenez bereitet sich gerade auf die Schwarzgurt-Prüfung vor. Es ist eine trainingsintensive Phase. Endspurt! Die Techniken und Bewegungsabläufe müssen bis zum 25. April bei der Prüfung in Düsseldorf tadellos sein. Seit 2009 ist sie Karateka. Als sich einige der PSV-Mitglieder selbstständig machen wollten, ging sie mit. „Wir sind seit Jahren eine Gruppe, in der ich mich immer wohl gefühlt habe. Da musste ich nicht lange überlegen.“

Mit sechs Jahren bis zum ersten Dan ist Anne Jimenez recht flott dabei. Druck gibt es aber nicht, darauf legt Achim Mrotzek besonderen Wert. „Hier trainiert jeder nach seinem eigenen Tempo.“ Und ohne Wettkampfgedanken. Die Schule des Shukokai ist eine der reinen Selbstverteidigung. Eine Kampfkunst, die mit kleinen Bewegungen große Wirkung erzielt. Ausschweifende Tritte wie in Actionfilmen gibt es nicht. „Alles eine Sache der Körperhaltung“, sagt Norman Wölk. Die defensive Ausrichtung und der geringe Körperkontakt mit dem Gegenüber bergen zudem eine geringe Verletzungsgefahr.

Die Gruppe hat sich warm gemacht und gedehnt. Nun folgen Formentraining und auf Wunsch Techniktraining mit dem Partner. Das Alter? Egal, das jüngste Mitglied von Shukokai ist derzeit 32, mit seinen 68 Lenzen ist Siegfried Wölk der Älteste. Mittlerweile ist die Mitgliederzahl auf zehn angewachsen – Tendenz steigend. Platz ist in der betagten Halle ja noch genug vorhanden für den jüngsten Verein der Stadt.