Rot-Weiss Essen schwitzt in Bottrop auf Jacobi

Neuzugang Tom Gubini (links),
Neuzugang Tom Gubini (links),
Foto: FUNKE Foto Services
Der Regionalliga-Klub Rot-Weiss Essen hat am Donnerstag bei BW Fuhlenbrock trainiert. Trainer Jan Siewert und sein Team trotzten den Temperaturen.

Bottrop..  Schlanke 38 Grad wies das Thermometer am Donnerstagnachmittag zu Spitzenzeiten auf. Die hochsommerlichen Temperaturen trieben die Menschen, die die Zeit dafür besaßen, ins Kühle: Das Freibad oder die Gefriertruhe des nächsten Supermarkts gehören aktuell zu den beliebtesten Anlaufpunkten. An Sport ist bei den derzeitigen äußerlichen Bedingungen wahrlich kaum zu denken. Und dennoch herrschte auf der Sportanlage Jacobi Hochbetrieb. Regionalligist Rot-Weiss Essen trainierte auf dem Gelände von Blau-Weiß Fuhlenbrock und ließ sich dabei auch von der gefühlten Rekordhitze nicht abschrecken.

Siewert zeigt sich engagiert

Immerhin trieb es 30 bis 40 Schaulustige, teils in voller RWE-Montur, auf die Anlage. Sie alle verfolgten neugierig die knapp zweistündige Übungseinheit der 23 Regionalligakicker, die sich zum gemeinsamen Schwitzen auf Jacobi eingefunden hatten. Und wer angesichts der Hitze ein Training mit angezogener Handbremse erwartete, sah sich schnell getäuscht. Auf dem Platz floss unter der Anleitung des neuen Trainers Jan Siewert ununterbrochen der Schweiß – auch Siewert verausgabte sich enorm. Der neue Linienchef der Rot-Weißen gab stetig Anweisungen, gestikulierte viel und legte auf dem Rasen einige Meter zurück. Er hinterließ den Eindruck eines Trainers, der die Nähe zu seinen Spielern sucht und viel Engagement an den Tag legt. Bei aller Mühe blieb der Spaß aber nicht völlig auf der Strecke, auch zwischen Siewert und Torwarttrainer Gregor Pogorzelczyk flogen lockere Sprüche.

Nach einer Aufwärmphase konzentrierte sich RWE vor allem auf das Trainieren von Pass- und Stellungsspiel. Ein Dutzend Stangen zierten den Rasenplatz und markierten die Positionen, welche die Spieler anzulaufen hatten. Im weiteren Verlauf folgte ein Spielchen im verkleinerten Feld: Das Team, das in fünf Minuten weniger Tore schoss, durfte zum Spurt über den gesamten Platz antreten. Team Rot gewann, Gelb durfte rennen.

Nach 90 Minuten schien das Spektakel auf Jacobi vorbei, der RWE-Tross fand sich zusammen und auch eine Taktiktafel kam zum Vorschein. Im Anschluss wurde aber wieder Stellung eingenommen, diesmal über das gesamte Feld. Voller Einsatz also auch nach anderthalb Stunden, schon das stille Beobachten trieb den Zuschauern den Schweiß auf die Stirn. Allzu verwunderlich kommt die ausgedehnte Übungseinheit allerdings nicht: Auch Siewert weiß, dass eine bestmögliche Vorbereitung von Nöten ist, um die ambitionierten Ziele zu verfolgen, die an der Essener Hafenstraße gesteckt wurden. Die Enttäuschung über die vergangene Rückrunde ist noch präsent: RWE thronte nach einer imposanten Hinserie noch auf Platz eins. Man wolle „den Kontakt zur Spitze nicht verlieren“, ließ der Klub jüngst verlauten.

Mit Sorgen dieser Dimension sehen sich die Fuhlenbrocker Gastgeber nicht konfrontiert. Sie genossen das schöne Erlebnis, einen ambitionierten Viertligisten zu beherbergen, bei kühlen Getränken im Schatten. Und vielleicht konnten aus den 120 Minuten wichtige Erkenntnisse gezogen werden, die dem eigenen lang herbeigesehnten Aufstieg in die Kreisliga A dienen...