Rhenania Bottrop und Dostlukspor blicken in den Abgrund

Für Andre Schittko (l.) und den SVR ging es nach der schmerzlichen Niederlage auf den vorletzten Platz.
Für Andre Schittko (l.) und den SVR ging es nach der schmerzlichen Niederlage auf den vorletzten Platz.
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Was wir bereits wissen
Zwei Teams blicken in den Abgrund. Rhenania und Dostlukspor verloren ihre Partien. Damit sinkt die Hoffnung auf den Klassenerhalt. Fortuna verliert Spitzenspiel.

Bottrop..  Zwei Teams blicken in den Abgrund. Rhenania und Dostlukspor verloren ihre Partien und damit sinkt die Hoffnung auf den Klassenerhalt rapide.


SF Hamborn II – SV Rhenania 3:1 (0:1): Mit drei Punkten Vorsprung auf den Gegner gingen die Bottroper ins Spiel, durch den Heimsieg ließ Hamborns Zweitvertretung den SV Rhenania in der Tabelle hinter sich. Schlimmer noch: Der Abstand auf Platz elf beträgt nun zehn Punkte. Die Niederlage ist eine bittere, denn die Rhenanen präsentierten sich gut in Duisburg, führten hochverdient. Ümit Karadayi traf nach 21 Minuten. Eine höhere Führung war sogar möglich, Rhenania hatte weitere gute Möglichkeiten.

In der 51. Minute schocke der Schiedsrichter die Rhenanen mit einem Elfmeterpfiff, die Gastgeber nutzten dieses Angebot eiskalt zum 1:1. In der 89. Minute nahmen die Hamborner einen Freistoß dankend an. „Das 3:1 fiel, als wir alles nach vorn geworfen haben“, erklärte Rhenanias Coach Kai Wenderdel. „Es tut mir sehr leid für die Jungs, denn sie haben alles umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten. Der Schiedsrichter hat kräftig mitgeholfen, der Elfmeter war ein Geschenk.“

Dostlukspor – SC Frintrop 1:2 (1:0): Der Abstieg von Dostlukspor nimmt konkrete Züge an. Zwar verbuchte Frintrop mit einem Kopfball die erste Torchance des Spiels (12.), danach war von den Gästen aber nichts mehr zu sehen. Die von Süleyman Olgur trainierten Bottroper, die nach der Trainerentlassung der Vorwoche und damit verbundenen Spielerrücktritten (unter anderem Emre Kilic, Ridvan und Sercan Istek) mit einer Kreis-/Bezirksligaspieler-Mischung antraten, erspielten sich gute Tormöglichkeiten. Die erste verwandelte Akin Uzal zum 1:0 (20.). Kurz vor der Halbzeit hatte Orhan Bayat gar das 2:0 auf dem Fuß, sein Schuss wurde aber pariert.

In der zweiten Spielhälfte fanden die Gastgeber trotz Führung kaum mehr zurück ins Spiel. „Uns hat mit zunehmender Spielzeit die Kraft verlassen“, sagte Olgur. In der 64. Minute fiel schließlich das 1:1 durch Yannik Wilberg. Dem Tor ging aber eine unübersichtliche Szene voraus, weshalb der Unparteiische Ersel Dogan in die Kritik geriet: Ein Frintroper Spieler wurde im Mittelfeld gefoult und blieb liegen, die Bottroper rechneten mit einer Unterbrechung. Auch Dogan wandte sich dem verletzten Spieler zu, pfiff aber nicht ab. Die Gäste spielten weiter und trafen. „Wir wurden von ihm sehr hart bestraft“, äußerte sich Olgur. So auch in der 84. Minute, als der bereits zuvor mit gelb verwarnte Sebastian Murasch nach einer Verletzung zu früh aufs Feld zurückkehrte und mit der Ampelkarte bedacht wurde. Nur fünf Minuten später sah Hakan Cavdar ebenfalls gelb-rot. Frintrop nutzte die doppelte Überzahl in der Nachspielzeit zum 3:1.

SV Fortuna Bottrop – TuS Essen-West 1:2 (0:0). In Summe waren die Gäste vielleicht tatsächlich die eine Torchance besser als die Bottroper, doch der Treffer, der den Misserfolg für das Team von Marco Hoffmann herbeiführte, gehört definitiv in die Kategorie „völlig unnötig“. Die Fortuna war beim Stande vom 1:1 im Vorwärtsgang, als Norman Hassenrück sich an der eigenen Strafraumgrenze zu einem Schubser gegen seinen Kontrahenten hinreißen ließ. Den Freistoß konnte die Defensive der Bottroper nicht entscheidend klären. Manuel Ramanovics Schuss berührte Keeper Danny Große-Beck zwar mit der Hand, den Einschlag des Balls in den Winkel konnte er aber nicht verhindern (70.).

Zuvor hatte Wale Afees Arogundade, der im Winter vom SV Rhenania nach Essen gewechselt war, in der 57. Minute das 1:0 erzielt, nachdem er zwei Gegenspieler ausgetanzt hatte. Doch die Fortuna antwortete rasch: Mark Skowronek war gerade mal eine halbe Minute auf dem Platz, als er nach einem Freistoß das 1:1 markierte (63.).

Die Schlussphase der Partie musste die Fortuna in Unterzahl bestreiten. Volkan Sahin verlor einen sicher geglaubten Ball, beging ein taktisches Foul und kassierte eine Gelb-Rote Karte. Auch zu zehn hielten die Gastgeber das Spiel offen, belohnen konnten sie sich für ihren Aufwand jedoch nicht. „Wir haben ein ganz anderes Gesicht gezeigt als zuletzt“, lobte Hoffmann sein Team. Der Trainer ärgerte sich aber maßlos über die Vorgeschichte des 1:2. „Ohne den Freistoß geht das hier 1:1 aus.“