Ohne Angst gehen Bottroper Grundschüler auf die Piste

So funktioniert’s: Schon nach knapp einer Stunde fahren die ersten Grundschüler des Sportif-Projekts selbstständig den Übungshang hinab.
So funktioniert’s: Schon nach knapp einer Stunde fahren die ersten Grundschüler des Sportif-Projekts selbstständig den Übungshang hinab.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
90 förderungswürdige Grundschüler des Sportif-Projekts machen im Alpincenter erste Erfahrungen im Skifahren.

Bottrop..  Es ist ein ungleiches Wettrennen. Niklas ist der Gejagte, mehrmals ist ihm Alex dicht auf den Fersen, doch dann gibt der Skilehrer wieder Gas, auf einem Skier nur. Mit dem zweiten Fuß stößt er sich locker ab. Doch es reicht, den Achtjährigen hinter sich zu lassen, der in seinen Skischuhen hinter ihm herläuft. Es ist nur eins der Spiele und Späße, mit denen die Trainer und Übungsleiter des Alpincenters ihren jungen Gästen den Sport und vor allem auch den Umgang mit dem ungewohnten Equipment näher bringen.

Rund 90 Kinder nahmen die Einladung des Projektes „Sportif“ wahr, am „Tag des Erlebnissports“ dabei zu sein. Dieser gehört zu den Angeboten, mit denen das Projektteam die Sportmotorik Bottroper Schüler gezielt fördert. Grundlage sind die Ergebnisse der Tests, mit denen die sportmotorische Leistungsfähigkeit erfasst wird. Jedes Frühjahr geht Sportif dafür in die zweiten und fünften Klassen der Bottroper Schulen.

„Der Tag des Erlebnissports richtet sich an die Kinder, die besonders förderungswürdig sind“, erläutert Organisationsleiter Peter Schmidt. „Wir waren bereits zum dritten Mal im Alpincenter zu Gast. Ich hoffe, es geht auch in den nächsten Jahren weiter, denn wir sind sehr glücklich, dass wir hier sein dürfen.“

Hoch her geht es bereits bei Ausgabe der Ausrüstung. Die Mitarbeiter des Alpincenters behalten mit Geduld und viel Humor den Überblick. Gruppe um Gruppe stapft beladen mit Skiern und Stöcken Richtung Piste. Viele bleiben beim Anblick der Halle staunend stehen. Tatsächlich! Schnee! Einige greifen in das Weiß und formen Schneebälle. Doch bevor eine Schlacht ausbrechen kann, rufen die Skilehrer ihre Schützlinge zusammen. Die Schnupperstunde beginnt.

Das Anschnallen der Skier wird ebenso geübt wie die ersten Bewegungen, mit einem Ski, mit zwei Skiern. Dann geht es den Hang hoch. Nicht alles klappt auf Anhieb, entmutigen lässt sich niemand, auch nicht von Stürzen auf den Hosenboden. Im Gegenteil, nach noch nicht mal einer Stunde fahren die ersten Kinder selbständig den Übungshang hinab.

Für Skilehrer Niklas Gerdiken sind die raschen Erfolge keine Überraschung. „Es ist ganz unterschiedlich, wie schnell die Kinder diesen Sport erlernen. Und einige benutzen eben schon nach einer Stunde problemlos den Seil-Lift, um dann wider den Hang hinunterzufahren.“

Ingeborg Breuer, Lehrerin an der Grundschule Welheim, signalisiert „ihren“ Kindern anerkennend: Daumen hoch. Staunend fragt sich nach: „Ist das wirklich das erste Mal, dass du fährst, Furhan?“ Als Antwort gibt es ein breites Lächeln und ein Nicken. Furhan und seine Klassenkameraden Alex, Ilayda, Thorben und Vanessa sind sich einig: „Die Skilehrer haben toll erklärt, es hat Spaß gemacht. Vor allem, als wir den Hang runtergedüst sind. Das war nicht das letzte Mal, dass wir Ski fahren.“