In den Riemen zwischen Weinbergen

Das Bottroper Boot (links) um Gerd Kießlich, Werner Bischoff, Gerd Oelerich, Harald Grzybek und Steuermann David Welter gab auf der 4000 Meter langen Strecke alles, unterlag dem Wassersportverein Honnef am Ende aber knapp.
Das Bottroper Boot (links) um Gerd Kießlich, Werner Bischoff, Gerd Oelerich, Harald Grzybek und Steuermann David Welter gab auf der 4000 Meter langen Strecke alles, unterlag dem Wassersportverein Honnef am Ende aber knapp.
Foto: RG Bottrop
Was wir bereits wissen
  • RG Bottrop in Bernkastel-Kues
  • 1100 Teilnehmer
  • Platz zwei hinter alten Bekannten

Ein gewundener Flusslauf, Weinberge mit steil abfallenden Hängen, malerische Wanderwege: Das Moseltal taugt zum Postkartenidyll. Als Touristengruppe bepackt mit Kameras und Stiefeln reiste ein Team der Rudergemeinschaft Bottrop allerdings nicht ins Nachbarbundesland Rheinland-Pfalz. Stattdessen legten sich der Vorsitzende Dr. Gerd Oelerich sowie seine Teamkollegen mächtig in die Riemen. Schließlich galt es, Champions und Olympioniken zu beeindrucken.

4000 Meter bis zum grünen Pokal

Alle Jahre wieder treffen sich die Aktiven in Bernkastel-Kues, um die Rudersaison in die Winterpause zu schicken. Das bekannte Heilbad lassen die Olympiateilnehmer, Weltmeister und Amateure jedoch links liegen, stattdessen geht es direkt in die kalten Fluten der Mosel. Seit 1953 wird zwischen Kilometer 128 und 130 um die Wette gerudert, die Veranstalter von der RG Zeltingen und dem Bernkasteler Ruderverein lockten in diesem Jahr 245 Boote bzw. knapp 1100 Aktive zum Traditionsevent. Langstrecken-Regatta um den grünen Moselpokal nennt sich die Veranstaltung dann, auch in der 67. Auflage mussten 4000 Meter möglichst schnell hinter sich gebracht werden, um einen der „Moselpokale“ in die Höhe zu stemmen. Unter den teilnehmenden Teams aus Deutschland, Frankreich, den Niederlanden und Belgien befanden sich dabei auch die Riemensportler aus dem Pott: In der Abteilung Männer Master Gig-Vierer mit Steuermann wagte sich das Quartett Gerd Kießlich, Werner Bischoff, Dr. Gerd Oelerich und Harald Grzybek sowie Steuermann David Welter auf die Strecke. In der Altersgruppe F wohl gemerkt, Durchschnittsalter um die 60 Jahre.

Motivationsspritzen gab es im Vorfeld nicht nur von den zahlreichen Koryphäen der Rudersportszene, sondern auch vom Gegner. Denn der war mit dem Wassersportverein Honnef ein alter Bekannter, schon früher fuhren sich die beiden Teams immer mal wieder über den Weg. Ein entsprechend enges Rennen lieferten sich die Kontrahenten, die Führung zwischen Bottrop und Honnef wechselte immer wieder. Eng ging es auch deshalb zu, weil nur Teile des Flusses wegen dem regulären Schifffahrtsverkehr zu befahren waren. Nach der Wende bei Kilometer zwei machte sich das kraftraubende Rudern aber langsam bemerkbar, am Ende verfügte der Wassersportverein über die größeren Reserven und zog auf den letzten Metern davon.

Zeit um eine Minute verbessert

Doch auch wenn sich der Gegner auf dem Siegerfoto ablichten ließ, hatte die Rudergemeinschaft im Anschluss Grund zum Feiern. So verbesserten Oelerich und Co. ihre Vorjahreszeit um eine satte Minute, in 18 Minuten und 59,7 Sekunden ging das Boot über die Ziellinie. Die Fotoapparate packte die kleine Reisegruppe dann doch noch aus, schließlich machte das Kaiserwetter das Panorama ein großes Stück sehenswerter. Die Planung für die Teilnahme der 68. Ausgabe des Events zwischen Breiten- und Spitzensport steht schon wieder in den Startlöchern.