In 13 Endspielen zum Klassenerhalt

Viel zu selten konnte der VfB Bottrop in der Hinrunde jubeln, nur ein Sieg sprang in 13 Spielen heraus.
Viel zu selten konnte der VfB Bottrop in der Hinrunde jubeln, nur ein Sieg sprang in 13 Spielen heraus.
Foto: Frank Oppitz
Was wir bereits wissen
Der VfB Bottrop spielte in der Fußball-Landesliga die schlechteste Hinrunde seit einigen Jahren, dennoch glaubt Trainer Mevlüt Ata weiterhin an den Klassenerhalt.

Bottrop..  Der VfB Bottrop spielte in der Landesliga die schlechteste Hinrunde seit dem Aufstieg im Sommer 2012 – acht Punkte aus 13 Spielen, dazu das Kreispokal-Aus bei einem unterklassigen Team. „Wir haben mit einer schweren Saison gerechnet, allerdings trifft uns das aktuelle Resultat sehr hart“, gibt auch VfB-Trainer Mevlüt Ata zu. Und doch: Der Klassenerhalt ist weiterhin Thema im Jahnstadion.

Die Ausgangslage

Der VfB belegt mit acht Zählern auf dem Punktekonto aktuell den zwölften Tabellenplatz, nur der Vogelheimer SV (sieben Punkte) und der Bezirksligaaufsteiger Sportfreunde Königshardt (vier Zähler) waren in der Hinrunde noch schlechter. Sechs Punkte beträgt der Rückstand der Bottroper zum rettenden Ufer, der Oberligaabsteiger PSV Wesel-Lackhausen hat mit 14 Punkten den so dringend benötigten zehnten Tabellenplatz inne. Zwar könnte dieser – je nach Verlauf der Regional- und Oberliga – auch noch zu einem Relegationsplatz werden, doch zumindest der direkte Abstieg wäre so verhindert. „In der Rückrunde helfen uns nur noch Siege“, weiß auch Ata. Im ersten Spiel der Rückrunde kommt mit Arminia Klosterhardt am 8. März der Tabellenvierte.

Die Mannschaft

Wirft man einen Blick auf den Kader, betrachtet man eine ansehnliche Liste von qualitativ guten Kickern. Kevin Wagener, Burak Öktem, Ramadan Ibrahim, Torhüter Marco Rinski... die Liste könnte noch eine Weile fortgesetzt werden, etlichen Spielern darf getrost die „Landesligatauglichkeit“ attestiert werden. Doch die Top-Elf stand so gut wie nie geschlossen auf dem Spielfeld, stets verhinderten Sperren oder das permanente Verletzungspech eine ansprechende Aufstellung. Ata war oft zum Improvisieren gezwungen, nur selten stand in zwei aufeinander folgenden Spielen dieselbe Mannschaft auf dem Spielfeld. Einspielen? Praktisch nicht möglich. Da der Mannschaft – auch bedingt durch unvorhersehbare Umstände wie den beruflichen Abgang von Göksal Yergök – vor allem in der Breite die Spieler fehlten, fand ein Konkurrenzkampf kaum statt.

Stärken

Stärken lassen sich angesichts der bisherigen Saison auf dem ersten Blick nur schwer ausmachen, doch es gibt sie. Der Trainer stand im Sommer erneut vor der schwierigen Aufgabe, aus knapp zwei Dutzend Spielern eine Einheit zu formen. Der große personelle Aderlass blieb zwar aus, dennoch mussten Leistungsträger ersetzt und Positionen im Team neu besetzt werden. Die Mannschaft tritt geschlossen auf, den Siegeswillen kann man ihr nicht absprechen.

Schwächen

Die Offensive ist und bleibt die größte Baustelle beim VfB – nur 13 Tore sprangen in 13 Partien heraus: Negativrekord in der Liga! Selbst der Tabellenletzte aus Königshardt traf öfter ins gegnerische Netz. Auch bei den zurückliegenden Hallenstadtmeisterschaften, als der VfB das Finale gegen den SV Rhenania mit 0:3 verlor, machte sich diese Schwäche bemerkbar: Der Landesligist konnte sich gegen den SVR kaum Chancen erspielen. Zwar war die Ata-Elf in der Liga fast nie deutlich unterlegen – unter die bisherigen sieben Saisonniederlagen gesellten sich einige der Marke „unglücklich“ – doch oft scheiterte der VfB an sich selbst. Unweigerlich kommt die Frage auf, ob die Mannschaft dem Abstiegskampf und dem damit zusammenhängenden Druck gewappnet ist.

Das sagt der Trainer

Mevlüt Ata glaubt weiter an seine Mannschaft. „Wir werden das schaffen, ich glaube an meine Jungs! Ich will mir niemals nachsagen lassen müssen, dass ich mit diesem Team die Klasse nicht halten konnte. Die Lage ist vielleicht auch für mich die bislang schwerste, aber sie ist nicht auswegslos. Wir werden uns in 13 Spielen alles abverlangen.“ Immerhin sei die Konkurrenz auch keinesfalls angsteinflößend, wie die Hinrunde zeigte. „Wir sind oft an uns selbst gescheitert und nicht an den Gegnern. Jetzt liegt es ganz allein bei uns!“

Die Prognose

Eine echte Prognose ist angesichts der aktuellen Lage kaum möglich. Dem VfB bleibt zu wünschen, dass er das Ziel „Klassenerhalt“ schafft, ansonsten würde Bottrop in der kommenden Saison aller Voraussicht nach keinen Landesligisten mehr hervorbringen. Unmöglich ist die Aufgabe auch nicht, sechs Punkte entsprechen in der Theorie zwei Siegen, sofern die Konkurrenz mitspielt. Und die ist bis auf wenige Ausnahmen schlagbar. Doch weitere Ausrutscher sind jetzt verboten, ansonsten ist der Abstieg des VfB kaum vermeidbar.

Der Vorbereitungsplan

Trainingsbeginn: 19./20. Januar
Die Testspiele:

24. Januar: SW Alstaden (A)
1. Februar: Viktoria Buchholz (A)
3. Februar: BV Rentfort (A)
8. Februar: TuS Essen-West (A)
15. Februar: Cenc Osman (A)
19. Februar: Preuß. Gladbeck (A)
22. Februar: TSV Ronsdorf (A)
24. Februar: GA Sterkrade (A)
1. März: Fortuna Bottrop (H)