Für den JC 66 geht es sofort zur Sache

Für Yassin Grothaus (oben) und den JC 66 gibt es zum Ligaauftakt gleich einen Spitzenkampf. Gegner JC Mönchengladbach ist einer der Aufstiegsfavoriten.
Für Yassin Grothaus (oben) und den JC 66 gibt es zum Ligaauftakt gleich einen Spitzenkampf. Gegner JC Mönchengladbach ist einer der Aufstiegsfavoriten.
Foto: Michael Korte
Was wir bereits wissen
Das Aufeinandertreffen zwischen dem JC 66 und dem JC Mönchengladbach ist gleich ein richtungsweisender Spitzenkampf. Die WAZ blickt mit Trainer Sven Helbing auf die neue Saison.

Bottrop..  Ende der Vorfreude, nun wird es ernst: Am Samstag starten die Herren des JC 66 in die neue Saison. Nach dem Abstieg findet diese in der 2. Bundesliga statt. Ob es wieder nach oben geht? Schon der erste Kampf ist ein wegweisender, mit dem JC Mönchengladbach treffen zwei Titelaspiranten um 17 Uhr in der Bottroper Berufsschulhalle aufeinander. Die WAZ sprach mit JC 66-Trainer Sven Helbing über die neue Herausforderung.


Herr Helbing, zum Warmlaufen bleibt dem JC 66 in dieser Saison keine Zeit. Der JC Mönchengladbach bittet Samstag in der Berufsschulhalle sofort zum Spitzenkampf.
Helbing: Ja, es geht gleich richtig zur Sache, das ist ein richtiger Kracher. Gladbach ist ein Gegner, der vom Meldebogen her zu den Meisterschaftsanwärtern zählt. Wie immer gilt aber: Es kommt darauf an, mit welchem Kader die Gladbacher anreisen. Mit Marc Odenthal, Oliver Zabel, Marcel Bizon und Schwergewicht Benjamin Bouzigarne sind die Gladbacher ein sehr komplettes Team. Wenn da jetzt noch der eine oder andere Ausländer als Verstärkung dabei ist, muss für uns schon von vorne bis hinten alles passen. Ein bis zwei gute Kämpfe reichen nicht.


Wurde denn noch lange nach dem letztjährigen Erstligaabstieg getrauert?
Was heißt getrauert? Nein, es war ja ein kalkuliertes Risiko von uns, mit einem jungen Team und vielen Eigengewächsen in die Saison zu gehen. Das ist längst abgehakt. Der Vorteil der 2. Liga ist jetzt, dass wir unsere Strategie nicht ändern müssen, wir können den beschrittenen Weg weitergehen, weiter unsere Talente formen. Klar ist es toll, einen fast fertigen Kämpfer wie Michael Korrel dabei zu haben. Aber wichtig ist die Mischung. Ich muss kein Superteam haben, in dem ich meine Stars nur streicheln muss. Ich will ja entwickeln, ich will junge Kämpfer an die beste Liga heranführen.


Bedeutet 2. Liga denn auch zweitklassiger Judosport?
Auf keinen Fall. Samstag könnte es zum Kampf zwischen unserem Michael Korrel und dem deutschen Spitzenkämpfer Marc Odenthal kommen. Das ist ein Weltklassekampf, den man sonst nur auf internationalen Turnieren sieht. Auch in der 2. Liga werden wir Weltklassejudo sehen, das ist sicher.


Die Achillesferse in der vergangenen Saison waren die unteren Gewichtsklassen. Vor allem die 60-Kilo-Klasse, nachdem Punktegarant Mikos Salminen das Gewicht nicht mehr halten konnte.
Da haben wir unsere Hausaufgaben in der Pause gemacht. Mit gleich fünf neuen Superleichtgewichtlern sollte dieses Problem gelöst sein. Auch in den anderen Klassen haben wir wieder für mehr Variabilität gesorgt. Wir sind in allen sieben Gewichtsklassen sehr gut aufgestellt und können theoretisch überall punkten. Und im Verlauf der Saison können wir ja noch reagieren. Wir können also mehr Risiko gehen oder es personell bei den zur Verfügung stehenden Kämpfern belassen. Generell kommt es ja immer darauf an: Wer kann kämpfen und hat der Kämpfer auch Zeit oder steht ein internationales Turnier an?
Das Schwergewicht ist mit dem grundsoliden Tobias Pahnke besetzt, die 100 Kilo deckt Michael Korrel ab und bei den 90ern ist Stefan Urselmann die einzige „Stammkraft“. Die Qual der Wahl haben Sie aber in der Klasse bis 73 Kilo.
Stimmt, unser Kapitän Dominic Gosens ist in dieser Saison wieder regelmäßiger dabei. Jan Teffet will kämpfen und Hamsat Isaev natürlich auch. Da muss ich gucken, wie ich alle bei Laune halte. Klar ist aber, dass Hamsat unsere Nummer eins ist. Er trainiert am Olympiastützpunkt in Köln. Sein Trainingspensum können die anderen Kämpfer gar nicht leisten. Ich hätte gerne in allen Gewichtsklassen so eine Auswahl wie bei den 73ern. Zudem sind alle drei Bottroper Jungs. Wenn einer aus dem Trio nicht sauer wäre, wenn er nicht kämpft, wäre das aber auch schlimm. Alle Jungs sind heiß. Auch bei den 66ern sind wir mit Mikos Salminen, Oliver Gussenberg und Kalala Ngoy gut aufgestellt.
Wir wollen den Teufel jetzt nicht an die Wand malen, aber wäre die Saison durch eine Niederlage am Samstag quasi schon gelaufen?
Klar, mit der Ansage, dass wir mit dem direkten Wiederaufstieg liebäugeln, setzen wir uns selbst etwas unter Druck. Die Saison ist lang, deshalb ist der erste Kampf vielleicht richtungsweisend, aber nicht entscheidend. Mit Bushido Köln, Braunschweiger JC und dem KSC Spremberg gibt es noch weitere Teams in der Liga, die man nicht unterschätzen sollte. Da werden wir nicht antreten und locker punkten. Wir dürfen keinen auf die leichte Schulter nehmen.


Sonst werden Sie auf die Schulter geworfen.
Genau, deshalb wollen wir uns weiter verbessern bei jedem Kampf. Wir möchten gerne aufsteigen, aber wir müssen es auch nicht auf Biegen und Brechen.