Ein Tag unter großer Anteilnahme

Ein bewegender Moment im April: Die 1911- Bambini ließen Luftballons zu Ehren der kleinen Talia aufsteigen.
Ein bewegender Moment im April: Die 1911- Bambini ließen Luftballons zu Ehren der kleinen Talia aufsteigen.
Foto: Labus / FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Beim Benefizspieltag des SV 1911 Bottrop wurde emsig für die verstorbene kleine Talia gesammelt.Nun kann Mutter Sarah endlich den Grabstein für ihre Tochter bestellen.

Bottrop..  Das Motto war gut gewählt: „Bottrop hält zusammen“, hieß es, als der SV 1911 in den Osterferien zu einem Benefizspieltag in den Weywiesen einlud. Die Erlöse gingen an die Familie der kleinen Talia Lore, die im Januar mit nur vier Jahren an Krebs verstarb. Die Summe steht nun fest und Talias Mutter konnte endlich den Stein für das Grab ihrer Tochter bestellen.

„Das Schreiben hat mir in der schweren Zeit viel geholfen“, erinnert sich Sarah Jaeschke. „Zuerst habe ich eine Facebook-Seite für meine Familie und meine Freunde eingerichtet, damit ich ihnen Neuigkeiten über Talia berichten konnte. Aber es hat mir gut getan, ihre und meine Geschichte zu teilen, es war befreiend. Und andere Menschen fanden es berührend.“ Zum einen sind es Menschen, die ein ähnliches Schicksal wie Sarah Jaeschke durchmachen oder durchgemacht hatten, andere nahmen bewegt Anteil und sprachen der jungen Mutter Mut zu. Sarahs Tochter Talia Lore verstarb im Januar an Krebs, im Alter von nur vier Jahren.

Thimo Lau, ein Freund der Familie, wollte es nicht nur bei Worten belassen. Unter dem Motto „Bottrop hält zusammen“ organisierte er mit der Unterstützung von Jutta Adams, Jugendgeschäftsführerin des SV 1911, einen Benefizspieltag. „Es war gar nicht schwierig, Mannschaften zu finden, die mitmachen wollten.“ Der erste Versuch scheiterte am Wetter, aber in den Osterferien war es schließlich soweit: Die Seniorenteams des SV 1911 und des VfB Bottrop trugen ein Testspiel aus. Der Eigener Nachwuchs war in Freundschaftsspielen gegen Mannschaften vom VfB Bottrop, SV Rhenania, SV Fortuna und SSV 51 aktiv.

Trotz ungemütlicher Temperaturen und des Termins in den Ferien fanden viele den Weg auf die Sportanlage. „Es waren ordentlich viele Menschen da“, erinnert sich Lau. „Und so viele haben geholfen. Zum Beispiel aus Talias Kindergarten Liebfrauen. Die haben gebacken und verkauft, was das Zeug hielt.“

Für Sarah Jaeschke war es kein reiner Freudentag. „Es war sehr aufwühlend. Vor allem die Momente, wenn die kleinen Kinder mich nach Talia fragten. Ihr Bild war ja im Jugendheim aufgestellt und die Kinder kamen auf mich zu und fragten: Ist das das kleine Mädchen, das gestorben ist? Und dann der Augenblick, als die Kinder die Luftballons in den Himmel steigen ließen... Nein, es war nicht leicht. Aber jetzt erinnere ich mich gerne zurück und bin froh, dass wir es gemacht haben.“

Nicht zuletzt, weil es ein Tag war, an dem auch Talia ihre Freude gehabt hätte. „Mit Fußball hätte sie nicht so viel anfangen können, sie war ein großer Fan der Eiskönigin“, lächelt Sarah Jaeschke. „Aber so ein Fest, bei dem Groß und Klein zusammen feiern, hätte ihr gefallen. Wenn man die Menschen fragt, wie Talia gewesen ist, sagen alle, dass sie so hilfsbereit war. Im Kindergarten hat sie die kleinen Kinder beschützt.“

Spielgerät für den Kindergarten

Jüngst konnte Sarah Jaeschke nun den Stein für das Grab ihrer Tochter bestellen – mit einer Menge Kleingeld aus dem Spendentopf. Von dem Rest der Erlöses wurde ein Spielgerät für den Kindergarten Liebfrauen angeschafft. 809 Euro waren insgesamt zusammengekommen. „Die Gastmannschaften haben Sarah Spenden überreicht. Oder sie haben das Kuchenbuffet geplündert und trugen so zu dem schönen Betrag bei. Ich möchte mich noch einmal bei allen bedanken, die uns unterstützt haben“, so Lau. „Und die kamen nicht nur vom SV 1911, sondern wie das Motto sagt, aus ganz Bottrop.“