Ein Fußballerherz in Fuhlenbrock
04.06.2012 | 13:09 Uhr 2012-06-04T13:09:00+0200
Bottrop. Andre Hülsmann will als neuer Trainer der ersten Mannschaft vonBlau-Weiß Fuhlenbrock der schönen Platzanlage gerecht werden. Und die Strukturen ändern.
Wenn beim B-Kreisligisten Blau-Weiß Fuhlenbrock alles so stimmen würde wie auf der wunderschönen Volkssportanlage Jacobi, dann wäre die Welt bei dem Traditionsverein wohl komplett in Ordnung. Dem ist aber nicht so. Denn sportlich hinken die Blau-Weißen ihren Ansprüchen und Möglichkeiten weit hinterher. Rang neun in der Kreisliga B sorgt nicht unbedingt für rosige Aussichten. Aber das soll sich zumindest auf mittlere Sicht ändern. Vor allem, wenn es nach dem neuen Trainer geht, der in Fuhlenbrock ab dem 1. Juli übernimmt. Ein neues und doch so vertrautes Gesicht: Andre Hülsmann.
Er steht da zum verabredeten Termin vor dem schmucken neuen Vereinsheim und wartet. Der 46-Jährige steckt voller Spannung, ist mitteilungsbedürftig und lebt ein Leben für den Fußball. „Ich habe seit meinem sechsten Lebensjahr für Blau-Weiß Fuhlenbrock gespielt und habe alle Mannschaften durchlaufen. Mein Herz schlägt für Fuhlenbrock“, gibt er gleich einen Einblick in seine Befindlichkeiten. „Aber wenn ich diese wunderbare Anlage sehe und gleichzeitig unseren derzeitigen sportlichen Zustand, dann kann ich das nicht akzeptieren. Hier ist viel mehr möglich, und daran will ich künftig gerne mitarbeiten.“
Erfahrungen im Trainergeschäft hat Hülsmann nach seiner aktiven Zeit, die nach einer Knieoperation bereits mit 27 Jahren endete, bei anderen Vereinen gesammelt. Beim SV Borbeck, bei Union Frintrop, dann wieder beim SV Borbeck, ehe er vor einem Jahr die A-Jugend von BW Fuhlenbrock übernahm und zurück in der Heimat feststellte, „dass unser Verein eigentlich aus einem riesigen Fundus schöpfen könnte. Denn interessierte und talentierte Jugendfußballer gibt es in Fuhlenbrock über alle Maßen genug.“
Nun will er anpacken, sondiert schon seit Wochen den Spielermarkt, führt Gespräche mit möglichen Neuzugängen und will einiges bewegen. Für ihn steht fest: „Die Struktur der Mannschaft muss sich ändern. Wir brauchen eine andere Mentalität, die Jungs müssen jederzeit engagiert dabei sein. Wir brauchen Spieler, die etwas erreichen wollen!“ Das sind für ihn die Grundvoraussetzungen, um auf Jacobi etwas zu bewegen. Aber das reicht ihm noch nicht. „Auch die Rahmenbedingungen müssen stimmen. Der Verein wirkt auf mich wie ein schlafender Riese. Hier muss Leben rein, hier müssen Leute mitziehen, die daran heute vielleicht noch gar nicht denken. Wenn es mit Blau-Weiß Fuhlenbrock nach vorne gehen soll, dann muss auch das Vereinsleben stimmen. Das ist aus meiner Sicht eminent wichtig, wenn wir gemeinsam etwas schaffen wollen.“
Noch sieht sich Hülsmann wesentlich als Einzelkämpfer, will das mit seiner Art und seinem Fußballerherz aber ändern. Denn natürlich darf und muss man bei den Blau-Weißen über sportliche Entwicklung, im Klartext über einen Aufstieg sprechen. „Na klar“, unterstreicht Hülsmann, „der Aufstieg kann nur unser Ziel sein. Ich weiß, dass das sehr schwer wird und auf Anhieb auch nicht klappen muss. Wir brauchen Glück bei der Auswahl der Spieler, wir müssen die Leute mitreißen, und dann schauen wir mal.“ Er ist wieder da, mittlerweile jeden Tag.
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