Die zweite Auflage der Bottroper NRW-Gala ist ein Erfolg

Foto: Wolfgang Birkenstock
Was wir bereits wissen
Trotz zweier Regenschauer wird der Wettkampf ein Erfolg. Irritation bei den Läufen über 5000 Meter. Wer hat gewonnen?

Bottrop..  Mit der zweiten Auflage der NRW-Gala sollte sich die Mischung aus NRW-Meisterschaft und international besetzten Disziplinen etabliert haben. Trotz wechselhaftem Wetter gab es Spitzenleistungen. Der Sporttag in der Übersicht.

11.29 Uhr: Die NRW-Gala ist noch keine halbe Stunde alt und schon ist im Jahnstadion richtig viel los. Der Start des 5000-Meter-Laufs der Männer wird über die Lautsprecher angekündigt, der Dreisprung-Wettbewerb ist in vollem Gange und auf dem Rasen schlagen regelmäßig Hammer und Kugel ein. Die 2. NRW-Gala hat begonnen und die erste Enttäuschung ist auch schon verarbeitet. Beim 5000-Meter-Lauf der Frauen hatte die Äthiopierin Gidey Letesenbed als Erste die Ziellinie überquert, doch war sie mit einem Schritt kurz in den Innenraum geraten – Disqualifikation. Jana Groß-Hardt (LAZ Rhede) wird zur Siegerin erklärt, freut sich aber nur kurz. Dem Einspruch der Äthiopierin wird statt gegeben, sie habe sich durch den Fehltritt keinen Vorteil verschafft. Neue und alte Siegerin in 15:39,83 Minuten: Gidey Letesenbed.

11.45 Uhr: Der 5000-Meter-Lauf der Männer hat begonnen, in lilafarbenen Sponsorentrikots führt eine Gruppe Afrikaner das Feld an. Am Ende gibt es einen neuen Stadionrekord: 13:12,43 Minuten. Sieger Nicholas Rotich aus Kenia lächelt beim Auslaufen, während ein Großteil des Startfeldes noch eine weitere Runde vor sich hat. Das Lächeln vergeht ihm aber schnell, Rotich wird auf Platz acht zurückgestuft, weil er nach dem Gruppenstart zu früh Richtung Innenbahn einschwenkte. Mit 13:14,00 Minuten gewinnt Osman Abrar Adem (Eritrea). Auch das ist ein Stadionrekord.

12.35 Uhr: Das Aufwärmen in der Weitsprunggrube ist beendet, nun zählt jeder Satz. Die deutsche U23-Meisterin Lena Malkus tritt plötzlich aus persönlichen Gründen nicht mehr an. Mit Caroline Klein muss sich nun die deutsche U20-Meisterin der starken Konkurrenz stellen und legt gleich den ersten Sprung des Tages über sechs Meter hin (6.01).

13.17 Uhr: Mit dem Finale über die 110 Meter Hürden steht ein weiterer Höhepunkt bevor. Doch der Deutsche Meister Matthias Bühler tritt zum Finale nicht an, meldet sich verletzt ab. Mit seiner Vorlaufzeit von 14:69 Sekunden war er auch Welten von seinem Bottroper Stadionrekord (13:45) entfernt. Zum Sieger krönt sich David Klöckner (LAZ Rhede, 14,08 Sekunden).

13.42 Uhr: „It’s Raining Men“ von den Weather Girls schallt aus den Lautsprechern. Und ja, es regnet jetzt heftig, die überdachte Tribüne füllt sich. Glück hatten noch die Hürdenläuferinnen, Vorjahressiegerin Eva Strogies (TV Wattenscheid) gewann erneut (13:59 Sekunden). Der Hochsprungwettbewerb wird verschoben, eilig wird eine Plane über das Sprungkissen gezogen.

14.14 Uhr: Es plästert immer noch, aber Verena Sailer macht das nicht viel aus. Die frühere Sprint-Europameisterin kämpft sich nach überstandener Verletzung zurück und gewinnt den ersten 100-Meter-Vorlauf in 11:88 Sekunden. Keine Spitzenzeit, aber im Finale will sie mehr.

14.50 Uhr: Es kann gesprungen werden. Mit einer speziellen Walze wird die Anlauffläche gesäubert. „Die haben wir gerade noch aus Essen geholt“, berichtet Peter Schmidt vom Sport- und Bäderbetrieb. „Die kritischen Disziplinen bei diesem Wetter sind eben Hoch- und Stabhochsprung.“

15.39 Uhr: Die Siegerehrung des Weitsprungs geht gerade zu Ende, die Ukrainerin Anna Yermakova siegte mit 6,55 Metern im fünften Versuch. Es knallt und der zweite Finallauf über die 100 Meter der Frauen beginnt. Verena Sailer schießt nach vorne und gewinnt mit 11:52 Sekunden. Zufrieden ist sie trotz Platz eins nicht, die Qualifikationsnorm zur WM ist verfehlt. „Der Gegenwind soll keine Entschuldigung sein. Ich muss noch an mir arbeiten“, sagte die 29-Jährige. Als sie die Worte spricht, nehmen die 1500-Meter-Läuferinnen gerade Fahrt auf. Kokeb Tesfaye aus Äthiopien, Siegerin der Olympischen Jugendspiele 2014, wird noch von ihrer Landsfrau Besu Sado abgefangen (4:07,82). Die Stabhochspringer haben währenddessen bis auf einen ihren Dienst quittiert. Auch der Deutsche Meister Tobias Scherbarth verstaut seinen Stab wieder. Springen sei auf der nassen Anlage zu gefährlich.

16.25 Uhr: Auf der letzten Runde der 800-Meter-Läufer regnet es erneut. Und wie. Die folgenden Wettkämpfe werden unterbrochen.

17.02 Uhr: Im Frauen-Dreisprung geht es weiter und auch die Speerwerferinnen haben nun mit dem Wettkampf begonnen, nachdem sie das Gewitter nach dem Aufwärmen unters schützende Zelt gezwungen hatte. Mit Linda Stahl und Kathrin Molitor sind zwei Drittel der deutschen Speerwurf-Elite vor Ort. Die 4x100-Meter-Staffelläufer machen sich warm und langsam lichtet es sich auf der Anlage, die Höhepunkte des Sporttags sind abgearbeitet. „Über den Tag hatten wir mehr als 2500 Zuschauer“, sagt Peter Schmidt vom Sport- und Bäderbetrieb.

19.25 Uhr: Geschafft! Die Helfer des LC Adler bereiten den Abbau vor, die Moderatoren Dominik Deter und Tim Husel verstauen die Mikrofone. Für sie alle geht ein anstrengender Tag zu Ende, an dem knapp 500 Teilnehmer an den Start gingen. Dirk Lewald vom ausrichtenden LC Adler ist erleichtert: „Das war eine erfolgreiche Veranstaltung.“