Die Verbindung zwischen der Schalker U23 und Bottrop

Die U23 des FC Schalke – hier im Spiel gegen den SC Wiedenbrück –
Die U23 des FC Schalke – hier im Spiel gegen den SC Wiedenbrück –
Foto: WAZ
Was wir bereits wissen
Die U23 des FC Schalke 04 bestreitet ihre Spiele in Bottrop und Wanne-Eickel. Warum eigentlich? Und zahlt der Verein zu wenig Miete?

Bottrop..  Sie sind gern gesehene Gäste in Bottrop. Seit mehreren Jahren spielt die U23 des FC Schalke 04 ihre Heimpartien im Jahnstadion. Bis zu zehn Spiele pro Jahr. Aber warum eigentlich? Die WAZ erklärt das Nomadendasein der Knappen in der Regionalliga. Mit dem Ratsherrn Michael Gerber von der DKP gibt es auch einen Kritiker. Der sagt: „Schalke zahlt für seine Gastspiele zu wenig!“

Spielt die Schalker U23 all ihre Heimspiele in Bottrop?
Nein, die Schalker spielen in zwei Stadien: Im Bottroper Jahnstadion und in der Mondpalast-Arena in Wanne-Eickel. In Bottrop gab es in der Hinrunde der aktuellen Saison beispielsweise die Spiele gegen den SC Verl, die U23 des VfL Bochum, die U23 des 1. FC Köln oder den SC Wiedenbrück. Allesamt Partien, die als eher „harmlos“ eingestuft werden, wenn es um das Fanaufkommen geht. Sprich: Krawalle sind kaum zu erwarten, die Zuschauerzahl ist überschaubar. Anders sieht es beim Empfang von Wattenscheid 09, KFC Uerdingen oder Rot-Weiss Essen aus. Diese Spiele wurden in der Hinrunde vom Verband mit besonderen Auflagen belegt. Die Knappen weichen also nach Wanne-Eickel aus. Im Gegensatz zum Jahnstadion können die Fanlager in der Mondpalast-Arena getrennt werden.

Warum legen sich die Knappen nicht auf eine der Städte fest?
„Weil die Plätze sonst zu sehr belastet werden“, sagt Oliver Ruhnert, Leiter der Knappenschmiede, dem Nachwuchszentrum des FC Schalke. Immerhin spielen mit dem VfB Bottrop und dem DSC Wanne-Eickel ja auch die heimischen Teams dort, nicht zu vergessen die Nutzung für andere Sportarten.

Und warum spielen die Schalker nicht einfach „zu Hause“?
Ganz einfach: Weil sie keines haben, das den Regionalligaanforderungen genügt! Die Plätze auf dem Schalke-Trainingsgelände haben keine Tribünen, die Kunstrasenfelder sind wegen der Rasenpflicht ungeeignet. Bleibt noch das altehrwürdige Parkstadion, das in diesem Jahr zum Stadion für den Knappennachwuchs umgebaut werden soll. Bis dies geschehen ist, weichen die Königsblauen weiter in die Nachbarschaft aus. „Aber auch dann werden wir Bottrop nicht den Rücken kehren. Wir fühlen uns hier sehr wohl. Auch wegen der Schalke-Affinität der Bottroper wurde das Jahnstadion als Spielort ausgewählt“, sagt Oliver Ruhnert. Aber das Thema könnte sich auch so erledigen, wenn es sportlich weiterhin schlecht läuft. Die Schalker überwintern als 15. auf einem Abstiegsplatz, in der Oberliga herrscht keine Rasenpflicht mehr.

In Bottrop gibt es auch Kritiker!
Ja, Ratsherr Michael Gerber (DKP) monierte bereits mehrmals die Höhe der Stadionmiete. Die beläuft sich auf rund 400 Euro pro Spiel. „Zu wenig“, sagt Gerber. „Immerhin hat Schalke einen Millionenetat. Die lokalen Sportvereine stöhnen und Schalke kommt verhältnismäßig günstig weg.“ Sowohl in der Betriebsratssitzung des Bäderbetriebs als auch im Rat wurde Gerbers Kritik abgeschmettert.

Denn die Stadt sagt...
...dass Schalke für die überschaubare Zahl an Spielen „schon mehr zahlt als manch Bottroper Verein im ganzen Jahr an Nutzungsgebühr entrichtet“, so Peter Schmidt vom Sport- und Bäderbetrieb. Die Gebühren seien schon hoch angesetzt, „und mehr gibt die Haushaltssatzung sowieso nicht her.“ Oben genannte Gründe belegen ohnehin, dass man Schalke gerne als Gast sieht – und willkommene Gäste vergrault man nicht einfach.