Die Sorgen sind berechtigt

Langsam muss man sich Sorgen machen um den VfB. Ende November strahlten die VfB-Kapitäne Nicolas Albert und Kevin Wagener im großen WAZ-Interview noch Optimismus aus. Gerade hatten sie eine miserable Hinrunde beendet. Die lange Winterpause werde nun neue Kraft und spielerische Verstärkung bringen. Neue Motivation und frisches Selbstvertrauen. Knapp drei Monate ist das nun her.

Geändert hat sich: nichts. Die Ergebnisse in der Vorbereitung lassen erschrecken, die Trainingsbeteiligung ist spärlich. Mehrere Akteure hatten sich in der Pause vorgestellt, geblieben sind zwei. Müsste das ligenhöchste Team der Stadt nicht mehr Spieler anziehen? Auch wenn der Rubel bei manch anderem unterklassigen Team besser rollt? Klar, schuld an der Personalmisere sind auch die Arbeitsbedingungen. Nicht wenige VfB-Spieler arbeiten im Schichtdienst. Hätte man im Vorfeld absehen können – den Schuh muss sich der VfB anziehen.

Falsch wäre es, die Schuld alleine bei Trainer Mevlüt Ata zu suchen. Vielleicht ist er manchmal einfach zu nett für dieses Geschäft, verzeiht seinen Jungs den ein oder anderen Ausrutscher zu schnell. Doch er arbeitet wie kein Zweiter für seine Mannschaft, den Abstieg sähe er auch als persönliches Scheitern. Das zeichnet ihn aus – und nur wenn seine Spieler ebenso ackern, besteht überhaupt noch ein Fünkchen Hoffnung.