Die Hymnen der Bottroper Sportvereine

Es gibt einige Lieder von und über Bottroper Sportvereine.
Es gibt einige Lieder von und über Bottroper Sportvereine.
Foto: wnm
Nicht nur in der Fußball-Bundesliga wird gesungen. Eine Auswahl von zeitgenössischem und historischem Vereinsliedgut aus Bottrop.

Bottrop.. Nicht nur in der Fußball-Bundesliga wird gesungen. Auch auf den Plätzen der Stadt ist so mancher Gassenhauer entstanden. In der Serie „Das Sport-ABC“ gibt es nun den Teil H wie „Hymne“ und damit eine Auswahl von zeitgenössischem und historischem Vereinsliedgut aus Bottrop.

SV Fortuna

Titel: Aufstiegslied
Erscheinungsjahr: 2002
Interpret: Lutz Radetzki, Frank Schweitzer, Sandra Kollmeier
Musikstil: Karnevals-Schlager
Refrain: „Ja wenn die Fortuna,
so wie dieses Jahr, steigt wieder auf, und alle sind gut drauf.
Foooooortunaaaa, Foortuna“
Textauszug: „Ja am 12.05
geht die Party los,
alle Fans die feiern,
Stimmung riesengroß“
Holzhammer-Reim: „Keiner soll es wagen, Fortuna je zu schlagen,
die besten die wir haben, die gibt‘s nur auf Rheinbaben.“
Hintergrund: Auf dem Karnevalsgassenhauer „Wenn et Trömmelche jeht“ von De Räuber basiert das Aufstiegslied der Fortunen, das 2002 vom damaligen Vorsitzenden Lutz Radetzki mit Frank Schweitzer und Sandra Kollmeier geschrieben und eingesungen wurde. Anlass waren der Aufstieg der ersten Mannschaft (in die Kreisliga A) und der Reserve (in die Kreisliga B). „Damals erklang es täglich auf der Rheinbabenstraße. Selbst der Spielmannszug spielte es beim Jubelzug zum Eigener Markt“, erinnert sich Radetzki. Seit dem Bezirksligaaufstieg der Fortuna im Jahr 2013 ist der Song wieder ein Dauerbrenner. Das eigentliche Vereinslied ist älter. „Gerade gibt es Gedanken, dieses auch noch zu vertonen“, verrät Fortunas 2. Vorsitzender Willi Beckfeld.
Zu finden: Auf Anfrage beim Vorstand und bei den Fortuna-Spielern

VfB Bottrop

Titel: Der VfB aus Bottrop
Erscheinungsjahr: 2012
Interpret: Peter Steinebach
Musikstil: Schlager
Refrain: „Totgesagte leben lange,
wieder da ist mein Verein,
der VfB aus Bottrop,
Tradition vom Niederrhein“
Textauszug: „Wir sind schwarz wie unsere Kohle,
und weiß so wie der Schnee,
unsere Ahnen spielten schon,
im Jahnstadiooooon“
Holzhammer-Reim: „Die 50er und 60er, der Platz war immer voll,
kein Gegner war uns zu groß,
wie Rock’n Roll so toll“
Hintergrund: Der Bottroper Geschäftsmann Peter Steinebach hat schon so manchen Schalke-Song komponiert und wusste von der Liebe zum VfB Bottrop eines Bekannten. Als die Schwarz-Weißen 2012 den Aufstieg in die Landesliga besiegelten, nahm Steinebach kurzerhand das Lied auf. „Mein Sohn ist Musiker und hat mich tatkräftig unterstützt.“ Selbst ist Steinebach heutzutage eher selten im Jahnstadion, doch seine Aufstiegshymne erklingt noch immer bei jedem Heimspiel. Manchmal spielt der VfB-Vorsitzende Benedikt Mies es auch gleich zweimal hintereinander.
Es gibt noch ein weiteres, weitaus älteres Lied über den VfB. „Schwarz und Weiß, wie lieb’ ich dich“ ist an die klassische Vereinshymne des FC Schalke angelehnt, die wiederum auf dem Volkslied „Grün ist Wald und Flur“ basiert.
Zu finden: auf youtube

FC Polonia

Titel: FC Polonia
Erscheinungsjahr: 2012
Interpret: Rafael Milek
Musikstil: Eurodance
Refrain: FC Polonia unser Herz, unser Verein!
FC Polonia wir hol’n den Sieg und ihr seid dabei!
Egal ob Spieler oder Fan,
wir sind für dich da!
FC Polonia, der beste Verein,
den ich jemals sah!
Textauszug: „Es ist so ein Gefühl, sonntags vor jedem Spiel,
der Kampfgeist in uns erwacht!
Elf Freunde in rot und weiß,
wollen siegen um jeden Preis!“
Holzhammer-Reim: „Vereint ziehen wir aufs Feld,
dort wo jeder Zusammenhält!“
Hintergrund: Polonia-Spieler und Hobbymusiker Rafael Milek überraschte vor drei Jahren, als er seine Vereinshymne vorstellte. „Wir wussten anfangs gar nicht, wer da singt. Aber wir wussten sofort: So etwas hat nicht jeder“, sagt der Vereinsvorsitzende Darius Wala. „Der Text ist vielleicht nicht hochanspruchsvoll, aber er eignet sich bestens zum Mitsingen“, sagt Wala lachend. Und gesungen wird das Lied oft. Auf Vereinsfeiern und immer wieder sonntags auf dem Platz. „Flanken sind gerne gesehen“, singt Milek in einer Zeile – „weil er selbst kopfballstark ist und seine Mitspieler so zum Flanken auffordern wollte“, so Wala.
Zu finden: auf der Homepage des FC Polonia und auf youtube

SV Rhenania

Titel:Der SV Rhenania
Erscheinungsjahr: 2013
Interpret: Peter Steinebach
Musikstil: Karibik-Schunkler
Refrain: „Seit 1919 schon,
gibt es uns Rhenanen,
die Heimat Bottrop, Spielverein, blau-weiß sind unsere Fahnen“
Textauszug: „Der Nachwuchs wird gefördert stets,
aus Batenbrock und Boy,
Freizeitfußball, ja so geht’s,
sie sind Rhenania treu“
Holzhammer-Reim: „Unser Platz im Blankenfeld,
ist hier immer grün,
der Aufstieg hat uns stolz gemacht, belohnt sind unsere Mühn’.“
Hintergrund: Nachdem sich Peter Steinebach schon 2012 dem VfB widmete, wollte er ein Jahr später auch den Landesliga-Aufstieg des SV Rhenania musikalisch würdigen. Die Vereinsführung zeigte sich zunächst begeistert von der Idee, Steinebach komponierte und präsentierte wenig später sein Werk. Beim SV Rhenania war man allerdings etwas perplex – bei der ganzen Sache habe es sich um ein „Missverständnis“ gehandelt, hieß es später. Man habe wohl eher eine klassische Vereinshymne erwartet. Steinebach nahm es gelassen. Auf Youtube ist sein Song trotzdem zu hören und beim Lauschen hat man immer wieder den Eindruck, als müsste dieser SV Rhenania irgendwo am Traumstrand in der Karibik und nicht im Bottroper Südosten kicken.
Zu finden: auf Youtube

SV Vorwärts 08
Titel: Ein Vorwärtsspieler
Erscheinungsjahr: unbekannt
Musikstil: traditionell
Refrain: „Wir tragen rot mit weißem Kragen, hipp, hipp, hurra,
Vorwärts ist da!
Vor keinem Gegner wir verzagen, hipp, hipp, hurra,
Vorwärts ist da!“
Textauszug: „Ein Vorwärtsspieler sag ich’s dir,
ich schwör’s mit Herz und Hand. drum zieht sich stolz über meine Brust,
das schön rot-weiße Band.“
Holzhammer-Reim: „Ein Vorwärtsspieler will ich sein,
solang mein Auge sieht,
solange noch ein Tropfen Blut in meinen Adern fließt.“
Hintergrund: Der SV Vorwärts 08 mag Geschichte sein und als Fusionsverein Sportfreunde 08/21 weiterleben, doch das Liedgut der 08er wird konserviert. Dafür haben die Kicker von der Paßstraße selbst gesorgt. „Damit die Lieder nicht in Vergessenheit geraten, haben wir sie aufgeschrieben“, sagt der Ehrenvorsitzende Günter Kubitza. In den Lieder-Heftchen findet sich Vorwärts-Liedgut wie „Wir sind die Alten Herren“, aber auch klassische Fußball-Gassenhauer a la „Wie schön ist doch das Fußballspielen“. Wanderlieder wie „Jenseits des Tales“, „Wir lagen vor Madagaskar“ oder „Das Wandern ist des Müllers Lust“ sind ebenfalls dabei. „Heute singt ja keiner mehr. Schade“, sagt Kubitza.
Zu finden: Im Liederbuch des SV Vorwärts 08

BC 89

Titel: BC 89 Hymne
Erscheinungsjahr: 2013
Interpret: Jonas Bauhaus, Malte Post, Lukas Schneider und Joy Warzecha
Musikstil: Schlager
Refrain: „Weine nicht, wenn du das Spiel verlierst.
Der Tag kommt, an dem du Sieger wirst.
Seite reißt und Schläger bricht, aber die Gemeinschaft nicht.
Alles, alles geht vorbei,
doch wir sind uns treu.“
Textauszug: „Alle zusammen sind wir der Verein,
Zusammenhalt, Treue,
so muss das sein
Holzhammer-Reim: „Der BC 89 ist ein Teil von dir,
doch wir können mehr als Drop und Clear“
Hintergrund: Der Refrain lässt es erahnen. Die Hymne des Badmintonclubs basiert auf dem bekannten Song „Marmor, Stein und Eisen bricht“ von Drafi Deutscher. „Das Lied ist zur alljährlichen Saisonabschlussfeier entstanden. Wir haben am Programmablauf gebastelt und da kam uns die Idee, eine Band spielen zu lassen“, erinnert sich Jessica Jacupi vom BC 89. Die sang nicht irgendwelches Liedgut, sondern verarbeitete textlich das Vereinsleben. „Ziel war vor allem, die Gemeinschaft des BC 89 darzustellen. Dass wir trotz schlechten Spieltagen immer noch zusammenhalten und nie alleine sind.“ Mit 4:54 Minuten ist die BC 89-Hymne auch der mit Abstand längste Vereinssong Bottrops.
Zu finden: auf youtube

DJK Adler 07
Titel:Vereinslied
Erscheinungsjahr: unbekannt
Interpret: unbekannt
Musikstil: traditionell
Refrain: Adler Bottrop heißet unser Sportverein.
Rot-Weiß sind unsere Farben,
dran wir uns erfreu’n;
Ihrem Dienst uns weih’n
soll die Losung sein.“
Textauszug: „Brüder, hebt die Gläser, trinkt sie fröhlich leer,
und der Schwur erklinge
auf zum Sternenmeer:
„Treu wollen wir stets sein
unserem Sportverein!“
Holzhammer-Reim: „Sport tut uns so Not, wie das täglich Brot!“
Hintergrund: Bei diesem Lied dürfte es sich um ein richtig altes Schätzchen handeln. „Ich denke, dass es noch vor oder kurz nach dem Ersten Weltkrieg geschrieben wurde. Während des Zweiten Weltkriegs waren DJK-Vereine ja verboten und danach wurde es meines Wissens nicht geschrieben“, sagt der Adler-Ehrenvorsitzende Willi Vogler. In den 60er-Jahren wurde Vogler zum Vorsitzenden der 07er, gesungen wurde es in dieser Zeit allerdings schon längst nicht mehr. „Vor dem 2. Weltkrieg hatten viele Vereine noch eigenes Liedgut. Das hat danach aber abgenommen“, erinnert sich der 90-Jährige. Anlässlich der Arbeiten zur Jubiläumschronik zum 100. Geburtstag der Adler tauchte der Text wieder auf.
Zu finden: Jubiläumschronik zum 100. Geburtstag von Adler 07 (Text)

VfB Kirchhellen

Titel:Vereinslied
Erscheinungsjahr: unbekannt
Interpret: Paul Hermes
Musikstil: traditionell
Refrain: Wir sind Fußballspieler vom Kirchhell’ner Sportverein
Wir halten zusammen,
elf Freunde woll’n wir sein
Blau-weiß sind unsre Farben
und das ist unser Stolz, ja unser Stolz
Elf muntere Spieler aus kernigem Holz
Textauszug: Und kehr’n wir vom Spielfeld als Sieger zurück
dann jubeln die Burschen vor Freude und Glück
Dann geht es zum Vereinslokal
Frau Wirtin schenke ein, ja schenke ein
Holzhammer-Reim: Das blau und weiße Banner soll stets voran uns weh’n, voran uns weh’n
der VfB Kirchhellen wird niemals untergeh’n
Hintergrund: Verantwortlich für das Lied zeichnete sich Paul Hermes, auch als Musikdirektor des Brezelfestes bekannt. „Es gehört zur Tradition unseres Vereins und wird immer mal wieder gesungen“, sagt Siggi Grabosch vom VfB. „Bei uns Alten Herren legt ein Spieler mit Kirchenchorerfahrung los und der Rest stimmt mehr oder weniger textsicher mit ein.“ Die Frau Wirtin aus dem Text gab es damals wirklich, das frühere VfB-Vereinslokal war nicht weit vom damaligen Platz an der Utschlagstraße entfernt.
Zu finden: auf der Homepage VfB Kirchhellen (nur Text)

SV Vonderort

Titel:Vereinslied des SV Vonderort
Erscheinungsjahr: unbekannt
Interpret: Bernhard Stachowski
Musikstil: traditionell
Refrain: „Wo das Flutlicht brennt bis spät um Mitternacht,
wo das Fußballspielen so viel Freude macht,
wo im Lichtglanz wir spiel’n in Weiß und Blau,
dort ist meine Heimat,
dort beim SVV.
Textauszug: Wo die Mädchen sagen voller Stolz im Ort,
ja mein Schatz der spielt beim SV Vonderort,
wo ein jeder Junge schwört ob groß oder klein,
nur beim SVV da möcht’ ich Spieler sein.
Holzhammer-Reim: „Wo man fröhlich sitzt beim Glase Bier und Wein,
wir elf Freunde und so manches Mägdelein“
Hintergrund: Vonderorts Manager Peter Raabe musste tief im Archiv graben, um das Vereinslied des SVV zu finden. „Als ich noch gespielt habe, wurde das Lied nach den Spielen noch gesungen. Das ist ewig her“, sagt Raabe lachend. Urgestein Bernhard Stachowski hatte das Lied vor Jahrzehnten als SVV-Trainer geschrieben. Einige Jugendspieler versuchten sich an einer neuen Hymne, zu verstehen ist aber wegen der schlechten Qualität des auf Youtube außer einem gegrölten „geilster Verein“ nicht wirklich viel.
Zu finden: In alten Vereinsheften des SV Vonderort

VfR Ebel

Titel:Viva die Ebeler
Erscheinungsjahr: 2007
Interpret: der WAZ bekannt
Musikstil: Schlager
Refrain: „Wir lieben es zu feiern,
in unserem schönen Verein,
wir machen alle Fässer auf
und schenken jedem ein.“
Textauszug: „Seit 1946 besteht unser Verein,
wir freuen uns jeden Morgen,
ein Teil davon zu sein”
Holzhammer-Reim: „Wir lieben den Sonntag,
den Fußball und den Platz.
Wir träumen von dem Aufstieg,
ja, wir Ebeler geben Gas“
Hintergrund: Der „Macher“ des Songs möchte lieber anonym bleiben. Lachend gibt er zu, dass die Ebeler Vereinshymne auf Basis des Höhner-Hits „Viva Colonia“ heute nicht mehr wirklich seinem bevorzugten Musikstil entspricht. „Seinerzeit spielten wir in der dritten Mannschaft und ich dachte: Irgendetwas fehlt uns. Also haben wir eines Abends mit ein paar Jungs den Text geschrieben und haben das Ganze dann zusammen eingegrölt.“ Immerhin: Wie der Kölner Ursprungssong ist auch die Ebeler Version ein Dauerbrenner. Der Song wird selbst heute noch immer mal wieder beim VfR gespielt.
Zu finden: „Irgendwer im Dunstkreis des Vereins muss noch eine CD haben“, sagt der Schöpfer. „Ich selbst hab’ keine mehr und auch die alten Computer sind längst ausgetauscht!“