Der VfB Bottrop stolpert der Rückrunde entgegen

Die Enttäuschung ist groß: Abwehrspieler Sascha Bartsch (re., hier im Spiel gegen SpVg Schonnebeck) und der VfB strauchelten in der Hinrunde gewaltig, auch die derzeitige Vorbereitung verläuft alles andere als optimal.
Die Enttäuschung ist groß: Abwehrspieler Sascha Bartsch (re., hier im Spiel gegen SpVg Schonnebeck) und der VfB strauchelten in der Hinrunde gewaltig, auch die derzeitige Vorbereitung verläuft alles andere als optimal.
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Was wir bereits wissen
Die Rückrundenvorbereitung verläuft alles andere als zufriedenstellend, dem Fußball-Landesligisten VfB Bottrop läuft die Zeit davon. Doch es gibt auch Hoffnung.

Bottrop..  Kaum war die Hinrunde beendet, da richtete sich der gesamte Fokus bereits auf die bevorstehende Rückrunde. Keine Frage, auf den Schultern der Akteure des VfB Bottrop lastet seitdem ein enormer Druck, immerhin spielte der Fußball-Landesligist die schlechteste Hinrunde seit vielen Jahren. Mickrige acht Punkte in 13 Meisterschaftsspielen ließen die Elf von Trainer Mevlüt Ata tief im Abstiegssumpf versinken. Die Winterpause – sie sollte die Trendwende einleiten.

Im Jahnstadion wurde mit personellen Verstärkungen geplant, qualitativ und vor allem quantitativ. Zu viele Spieler fielen in der Hinserie immer wieder aus, sei es verletzungs- oder berufsbedingt. „Wir haben sehr viele Spieler in unseren Reihen, die in Wechselschichten arbeiten müssen“, beklagt Ata die vielen Ausfälle. Doch nahezu alle Mühen waren vergebens, lediglich Rückkehrer Daniel Späth und Serdar Dedemen, der noch keine Landesligaerfahrung vorweisen kann, gesellten sich zu den Schwarz-Weißen. Andere Spieler bevorzugten einen Wechsel zur finanzstärkeren Konkurrenz. Geld regiert eben die Welt – auch die Landesliga bleibt davon nicht verschont.

Kapitulation ist keine Option

Die Mission Klassenerhalt gestaltet sich somit für den VfB zunehmend zu einem Mammutprojekt. Kapitulation? „Wir denken nicht eine Sekunde lang ans Aufgeben“, zeigt sich der Trainer weiterhin energisch. Aber auch die bisherigen Testspielergebnisse lassen zu wünschen übrig, in sechs Testspielen gegen unterklassige Gegner gelang nur ein einziger Sieg gegen einen A-Kreisligisten, in fünf Duellen mit Bezirksligisten verließ der VfB vier Mal als Verlierer den Platz. Tiefpunkt war zweifelsfrei die 3:9-Schlappe beim TuS Essen-West vor neun Tagen. Jedoch war der VfB in dieser Partie erneut von einer enormen Personalnot geplagt, weshalb wieder nur eine Rumpftruppe auflaufen konnte und das Spiel verletzungsbedingt in Unterzahl beendet wurde. „Es ist einfach unglaublich, uns verfolgt vom ersten Tag der Saison eine Pechsträhne“, beschreibt Ata das anhaltende Verletzungspech.

Gibt es derzeit überhaupt Hoffnungsschimmer, die auf eine Trendwende beim Rückrundenstart im März hindeuten? Sicher, es gibt immer ein kleines Fünkchen Hoffnung. Die Personallage könnte sich in den nächsten Wochen entspannen, einige bislang verhinderte Spieler wie Mohamed Bouterfas, Mario Zoranovic, Michael Kiefer und Nico Albert werden bald zurück erwartet. Auch deshalb besitzen die jüngst erzielten Ergebnisse nur bedingt Aussagekraft. Darüber hinaus zeigten die Bottroper oft verschiedene Gesichter: Während Partien gegen vermeintlich schwächere Gegner verloren gingen, deuteten sie in Tests gegen klassenhöhere Teams wie gegen den Oberligisten VfB Hüls (3:1) ihr eigentliches Potenzial an.

Doch wenn am 8. März der Rückrundenauftakt erfolgt, ist jedes „Wenn“ und „Aber“ für den VfB tabu, dann zählen nur noch Punkte. Gefühlt hat es die Ata-Elf noch selbst in der Hand, doch im Gegensatz zum VfB hat die Konkurrenz mächtig augerüstet.