Der VfB Bottrop hofft auf bessere Zeiten

In der abgelaufenen Landesligasaison hatten Trainer Mevlüt Ata und der VfB Bottrop oft das Nachsehen.
In der abgelaufenen Landesligasaison hatten Trainer Mevlüt Ata und der VfB Bottrop oft das Nachsehen.
Foto: Socrates Tassos/FUNKE Foto Servi
Was wir bereits wissen
Es ist etwas länger her, dass im Jahnstadion hochklassiger Fußball gespielt wurde. Der VfB Bottrop stieg jüngst aus der Landesliga ab, darf nun aber vorsichtig auf bessere Zeiten hoffen.

Bottrop..  Es ist schon etwas länger her, dass im Bottroper Jahnstadion hochklassiger Fußball gespielt wurde. Da hießen die Gegner Bayer Leverkusen oder Borussia Mönchengladbach, da waren Klaus Matischak oder Werner Kubek auch über die Stadtgrenzen hinaus bekannte Namen im schwarz-weißen Dress. Es waren die 60er-Jahre. Heute hat der VfB Bottrop seine besten Zeiten hinter sich, ein sportliches Tief und eine wirtschaftliche Schieflage kennzeichneten die jüngere Vergangenheit. Erst vor wenigen Tagen verließ der Klub aus der Stadtmitte die Landesliga, nahezu chancenlos musste er den Abstieg in die Bezirksliga hinnehmen. Kein Wunder, dass die Bottroper noch vor wenigen Tagen zu den großen Verlierern der Saison gezählt wurden.

Kaum konkurrenzfähig

Die Winterpause verdeutlichte das Leid des Vereins: In akuter Abstiegsgefahr schwebend, prüfte der VfB die Verpflichtung nötiger Verstärkungen, um den Klassenerhalt doch noch zu realisieren. Allerdings blieben die meisten Verhandlungen erfolglos, die Bottroper mussten sich der finanziell deutlich stärkeren Konkurrenz beugen. Nur Ex-Kapitän Daniel Späth konnte zurück ins Boot geholt werden, der aber zu häufig verletzt ausfiel und so auch nur spärlich helfen konnte. „Selbst die unteren Ligen werden vom Geld regiert“, klagt VfB-Trainer Mevlüt Ata, „schon die jungen Spieler stellen finanziell teils aberwitzige Ansprüche.“

Das Bild könnte in der nahen Zukunft aber um einiges aufgehübscht werden, der VfB befindet sich trotz des jüngsten sportlichen Tiefs im Aufwind. Dieser Aufschwung wird mit den aktuellen Entwicklungen begründet. So haben sich die Verantwortlichen dazu verpflichtet, an einem Konzept zu feilen, das Nachhaltigkeit und mittelfristig auch sportlichen Erfolg bringen soll. Einen ersten Schritt machten die Bottroper durch die Umstrukturierung der U19: Die A-Junioren erhielten mit Kevin Wagener und Leon Bockholt ein junges Trainergespann, das über einen guten Draht zur Seniorenmannschaft verfügt. Dazu profitieren sowohl die Nachwuchs-, als auch die Seniorenteams zur neuen Saison vom dann fertiggestellten Kunstrasenplatz, der für zusätzliche Attraktivität und eine merkliche Qualitätssteigerung sorgen soll.

Bleibt die Frage nach den Finanzen, der Achillesferse des Klubs. Die oftmals deutlich besser strukturierte Konkurrenz schien meilenweit enteilt zu sein, das bekamen die Bottroper schon in der Landesliga zu spüren. Doch der VfB macht Schritt für Schritt seine Hausaufgaben, arbeitet akribisch an seiner wirtschaftlichen und so auch an seiner sportlichen Kraft. Die Altlasten, die aus längst vergangenen Zeiten resultierten und bis dato wie eine tonnenschwere Last am Klub zerrten, könnten im Optimalfall bald Geschichte sein. „Wir wähnen uns auf einem guten Weg“, heißt es aus der obersten VfB-Etage.

Ein Schritt vor dem nächsten

Ob wirklich schon bald die Zeit gekommen ist, in der der VfB Bottrop wieder schwarze Zahlen schreibt, bleibt zwar noch abzuwarten. Fakt ist aber: Es geht langsam voran, auch wenn der Verein allzu behutsam einen Fuß vor den nächsten setzt. Das sportliche Zwischentief wäre so zu verkraften, ein solides Fundament würde dem Klub neue Türen öffnen.