Der SV Rhenania Bottrop ist Stadtmeister 2015

So sehen Sieger aus: Der SV Rhenania überzeugte und behielt auch in hitzigen Situationen die Ruhe. Der Schlüssel zum Erfolg.
So sehen Sieger aus: Der SV Rhenania überzeugte und behielt auch in hitzigen Situationen die Ruhe. Der Schlüssel zum Erfolg.
Foto: FUNKE FotoServices
Was wir bereits wissen
Mit 3:0 besiegen die Blau-Weißen den VfB Bottrop. Die Disziplin ist der Schlüssel zum Erfolg, denn Zwei-Minuten-Strafen sammelten andere Teams.

Bottrop..  Es war ein historischer Moment, an den man sich bei Rhenania noch lange erinnern wird. Hoffentlich länger als an den letzten Sieg bei der Stadtmeisterschaft vor mehr als einem Jahrzehnt, denn der war am gestrigen Sonntag in Vergessenheit geraten. „Ist schon ewig her“, winkte Ur-Rhenane Karl Ambeck ab. Auch andere Alt-Rhenanen zuckten nur verlegen mit den Schultern. War ja auch egal, denn wichtig war das Hier und Jetzt. Und in dem bildeten die Blau-Weißen auf dem Feld der Dieter-Renz-Halle gerade einen Kreis und tanzten um den Pokal.

Mit 3:0 hatten sie sich im Endspiel gegen den VfB Bottrop durchgesetzt. Gegen einen viel zu harmlosen VfB, der ab der Zwischenrunde einige knappe Ergebnisse eingefahren, aber dabei aber nicht wie in den vergangenen auch überzeugt hatte. So war das 3:0 auch verdient, das Daniel Dierkes in der siebten Minute mit dem ersten Treffer eingeleitet hatte. Nach einer Freistoßsituation hatte Marvin Polak auf 2:0 erhöht und Kevin Wenderdel mit einem Drehschuss den Endstand hergestellt. Der VfB hatte kaum zwingende Torchancen. Einmal rauschte VfB-Spieler Michael Kiefer ins Tornetz – der Ball aber nicht. „Uns hat einfach ein Vollstrecker vor dem Tor gefehlt“, sagte VfB-Trainer Mevlüt Ata. Stimmt, die Schwarz-Weißen spielten ohne etatmäßigen Stürmer. Dass Kevin Wagener am Ende zum besten Offensivspieler gewählt wurde, sagt eigentlich alles – Wagener ist gelernter Verteidiger.

Über Probleme in der Offensive musste sich Oliver Dirr derweil keine Sorgen machen. Vorne zauberte Joel Goldberg die Kugel immer wieder mit spielerischer Leichtigkeit in die Maschen, im hinteren Bereich war Kevin Wenderdel eine Bank und im Tor ließ sich Dominik Wrobel nicht überwinden. Auf das Rhenania-Triumvirat war Verlass. „Der Erfolg war hochverdient. In den vergangenen Jahren sind wir immer an der eigenen Disziplin und den Zwei-Minuten-Strafen gescheitert“, so Dirr, dessen laute „Ruhe“-Aufforderung jeden Pfiff der Unparteiischen begleitete. Dirr wusste also: Mit den Schiedsrichtern sollte man sich nicht anlegen. Denn im Halbfinale hatten hochkochende Emotionen dem SV Fortuna den möglichen Sieg über den VfB gekostet.

In sechs Städten war Dirr als Spieler bereits Stadtmeister, in Bottrop einmal mit dem VfB Kirchhellen. Dies war die Meisterpremiere als Trainer. Dirr: „Nach den vielen negativen Schlagzeilen der vergangenen Wochen ist 2014 jetzt endgültig abgehakt. 2015 sind wir noch ungeschlagen.“