Der SC Bottrop setzt auf Spaß und Kontinuität

Sie bilden eine Einheit und haben gemeinsam Spaß am Handball: Heiko Seidel (re.) und der SC Bottrop.
Sie bilden eine Einheit und haben gemeinsam Spaß am Handball: Heiko Seidel (re.) und der SC Bottrop.
Foto: FUNKE FotoServices
Was wir bereits wissen
Mit Heiko Seidel und einem talentierten Team befindet sich der SC wieder in der Erfolgsspur. Die personelle Konstellation und der Spaß sind die wichtigsten Faktoren.

Bottrop..  Der SC Bottrop kann auf lebhafte Jahre zurückblicken. Und das, obwohl sich die Vereinshistorie über keine zwei Jahrzehnte erstreckt – der SC ist der „jüngste Bottroper Handballverein“, wie er sich selbst betitelt. Seit 1999 existiert er, und aktuell ist er der erfolgreichste.

Mit Heiko Seidel holte der Verein im Sommer einen Mann an Bord, der sich im Bottroper Handball bestens auskennt. Sein neuer Klub war für ihn also keine unbekannte Nummer und so arbeitete sich Seidel schnell ein – mit Überzeugung und gutem Händchen für sein junges Team. Ganz ungewagt war der Schritt allerdings auch nicht: Von seinem Vorgänger Falko Gaede erhofften sich die Verantwortlichen einen ähnlichen Effekt, dieser hielt aber kaum eine Saison an. Neue Reizpunkte sollten durch einen weiteren Trainerwechsel gesetzt werden, mit Seidel scheint die Umsetzung gelungen zu sein.

Das zur Verfügung stehende Team kann sich qualitativ sehen lassen: Trotz des jungen Alters sind Spieler wie Jan Kaiser oder Moritz Korte – Eigengewächse des SC – bereits gestandene Landesligaspieler.

Ergänzt wird die jugendliche Frische durch Erfahrung, die Daniel Ohmann oder Robin Student mitbringen – obwohl auch die mit 24 Jahren kaum älter sind. Beide spielten bereits höherklassig und beweisen diese Qualität auch in der aktuellen Saison, der SC stellt die zweitbeste Offensive der Liga und eine überdurchschnittliche Abwehr.

Von den „alten Hasen“ sind indes nur noch wenige übrig: Christopher Stoeßel oder Michael Riering etwa, die bereits vor Jahren der Aufstiegsmannschaft angehörten und dem Verein stets treu blieben. Doch auch sie sind wichtig für die Mixtur, die dem Verein den derzeitigen sportlichen Erfolg verleiht. Der dritte Platz ist es in der Landesliga derzeit, acht von elf Spielen konnten gewonnen werden. Die Tabellenspitze? Nur drei Punkte entfernt, zum Auftakt im neuen Jahr gastiert der Tabellenführer in Bottrop. Dem SC bietet sich dann die ultimative Chance, den Abstand weiter zu verkürzen.

Aufstieg ist kein Thema

„Den Aufstieg haben wir aber nicht im Auge, wir wollen eine gute Rolle in der Liga spielen und am Saisonende erst resümieren“, betont Seidel immer wieder aufs Neue, um zum einen sportlichen Druck von seiner Mannschaft fern zu halten, zum anderen aber auch zur Prävention. „Wir wollen am Ende nicht enttäuscht sein, wenn es irgendwo mit nicht geklappt hat, zumal die Konkurrenz stark ist.“ Und dennoch: Sollte der SC die Siegesserie im ersten Spiel des neuen Jahres erfolgreich fortsetzen und die Seidel-Sieben im weiteren Saisonverlauf von Verletzungssorgen verschont bleiben, dann dürfte der Gedanke nach „mehr“ als „nur“ einer guten Platzierung auch seinen letzten Hauch Absurdität verloren haben.