Der JC 66 Bottrop will die makellose Bilanz behalten

Der JC 66 um Michael Korrel
Der JC 66 um Michael Korrel
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Die Herren des JC 66 empfangen am Samstag um 17 Uhr den Braunschweiger JC. Die Niedersachsen stehen unter Zugzwang und wollen in Bottrop den ersten Sieg .

Bottrop..  Am vergangenen Wochenende stand Sven Helbing noch selbst auf der Matte. Er taktierte, er attackierte und er holte am Ende die Silbermedaille beim Kaizen-Turnier in den Niederlanden. Am heutigen Samstag bleibt der Judogi in der Wäsche, Helbing steht wieder in Hemd und Jeans als Trainer seiner Zweitligajudoka am Mattenrand. Taktieren und Attackieren müssen heute ab 17 Uhr andere, wenn der Braunschweiger JC in der Dieter-Renz-Halle vorstellig wird.

Doch Helbing bleibt gelassen. Er weiß, dass sein junges Team auf einem guten Weg ist. Zwei Kämpfe, zwei Siege, die Bilanz könnte nicht besser sein. Auch gegen Braunschweig sind die 66er favorisiert. Selbst wenn die Niedersachsen auf ihrer Vereinshomepage angekündigt haben, in Bottrop den ersten Sieg holen zu wollen. „Das können sie sich ja gerne vornehmen“, sagt Helbing. „Aber da reden wir ja auch noch ein Wörtchen mit. Aber wir dürfen uns auch nicht zu sicher sein, ein Selbstläufer wird dieser Kampf nicht.“

Tschechische Wertarbeit

Immerhin haben die Braunschweiger einige unangenehme deutsche Judoka in ihren Reihen, die auf Ranglistenturnieren und Westdeutschen Meisterschaften immer wieder vorne mitkämpfen können. In den oberen Gewichtsklassen wird vermehrt auf tschechische Wertarbeit gesetzt. Jan Pinta tritt im Schwergewicht an, Michal Horak bis 100 kg , Michal Krpalek bis 90 kg. 73/81-kg-Kämpfer David Dubsky verletzte sich beim bisher einzigen Kampf der Braunschweiger gegen Spremberg (4:10-Niederlage) am Ellenbogen. „Mit wem sie auftauchen, wissen wir aber erst beim Wiegen“, sagt Helbing.

Logisch, auch beim JC 66 wird die Aufstellung im Vorfeld nicht verraten. Klar ist aber, dass die Eigengewächse wie Hamsat Isaev, Jan Tefett, Stefan Urselmann und Dominic Gosens wieder am Start sind. Tefett (-73 kg) sammelte jüngst ebenfalls in den Niederlanden Wettkampfpraxis und zeigte nach überstandener Verletzung und Krankheit, dass die Kondition stimmt. Auch bei Stefan Urselmann (-90 kg) läuft es weiter gut. In den Niederlanden gab es für ihn ebenfalls Silber und in der 2. Liga ist er noch ungeschlagen. Auch der Routinier und einstige Olympiasiebte Oliver Gussenberg (-66 kg) zeigte am zweiten Kampftag in Köln, dass „er noch immer eine Granate ist“, so Helbing.

Korrel ist eine Klasse für sich

Und die jungen Zugänge? Niklas Luckai (-60 kg) findet zunehmend Stabilität und traut sich immer mehr zu. Hannes Freund (-81 kg) erlebte trotz seiner knappen Niederlage in Köln einen ordentlichen Einstand im JC-Team. Große Worte müssen über Michael Korrel nicht verloren werden: Der Niederländer war schon in der letztjährigen Erstligasaison eine Klasse für sich und dominiert seine Gegner auch eine Klasse tiefer.

Drei Kämpfe haben die Bottroper insgesamt noch vor der Brust. Ob der Blick schon vorsichtig Richtung Wiederaufstieg geht? „Nein“, sagt Helbing. „Dafür ist es noch zu früh, nach Braunschweig werden wir noch auf zwei unangenehme Gegner treffen. Aber wir sind auf einem guten Weg.“

Vor dem Kampf darf der JC-Nachwuchs auf der Bundesligamatte trainieren. Ab 17 Uhr wird es dann allerdings ernst: Taktieren und Attackieren heißt es dann wieder für die Helbing-Schützlinge.