Der JC 66 Bottrop steht vor einem wegweisenden Kampf

Hamsat Isaev
Hamsat Isaev
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Wenn der JC 66 am Samstag bei Hertha Walheim gastiert, stehen die Piraten vor der Härteprüfung der Saison. Siegen die Bottroper, sind sie dem Wiederaufstieg ganz nah.

Bottrop.. Bisher haben sie beim JC 66 versucht, das Wort „Aufstieg“ zu vermeiden. Bloß nicht zu viel Druck erzeugen. Alles kann, nichts muss, lautete das Motto.

Nach drei souveränen Siegen hat sich das geändert: Die Piraten blicken nun selbstbewusster Richtung 1. Liga. Zumindest sagt Trainer Sven Helbing vor dem heutigen Auswärtskampf bei Hertha Walheim: „Wenn wir den gewinnen, sieht es mit dem Aufstieg ganz gut aus!“ Das ist doch mal eine Ansage!

Allerdings darf der in Baden-Württemberg angebaute Siegeswein nicht zu früh anvisiert werden. Walheim ist Tabellendritter und hat eine Kämpferliste, deren Qualität mit der der Bottroper durchaus zu vergleichen ist. „Wir haben bisher zweimal 10:4 und einmal 11:3 gewonnen. Ein solches Ergebnis erwarte ich diesmal nicht. Das wird eine enge Kiste“, ist sich Helbing sicher. Denn kalkulierbar ist ein Mannschaftskampf selten. Gehen die Kämpfer zu locker auf die Matte, haben zwei einen schlechten Tag oder stimmt die Unterstützung der Teamkameraden nicht, kann der Wind schnell umschlagen. Zumal die Herthaner erst einen Kampf absolviert haben – und diesen gegen den derzeitigen Zweiten Spremberg gewannen. Dabei hatten die Walheimer vor heimischem Publikum bereits 2:6 zurückgelegen, bevor der in Rückstand liegende 90-Kilo-Kämpfer Arthur Westerkamp mit der letzten Aktion in letzter Sekunde die Wende in einem Bundesliga-Kampf einleite, „den es so bei uns noch nie gegeben hat und den es so auch nie wieder geben wird“, wie Walheims Trainer Patrick Haas am Ende erleichtert feststellte. Die Walheimer Athleten trumpften im Anschluss groß auf, gewannen alle noch folgenden Duelle und am Ende stand ein 8:6-Erfolg.

Selbst handgreiflich werden

Kein Wunder also, dass Helbing bei der heutigen Begegnung von einem „Fingerzeig“ spricht und mit dem bestmöglichen Kader antreten will. Ob er selbst dazugehören wird? Immerhin musste der 42-Jährige vor zwei Wochen gegen Braunschweig selbst handgreiflich werden, da der 100-Kilo-Kämpfer Michael Korrel mit der niederländischen Nationalmannschaft im Trainingslager weilte. „Das soll nicht die Regel sein, dass der Trainer mitkämpft“, sagt Helbing. „Ich wäre mir aber auch nicht zu fein, falls die Umstände es erfordern.“

Wie immer wird die taktische Marschroute also beim Wiegen vor dem Kampf ausgelegt. Dann wird sich auch zeigen, ob die Walheimer mit geballter Kraft in den Kampf gehen. Mit Lars Entgens (-100 kg), den Westerkamp-Brüdern Arthur und Robert (-90 kg), Ruppert Hammen (-73 kg) und Marlon Hütten, der nach 16-monatiger Verletzungspause gegen Spremberg ein furioses Comeback mit zwei Siegen feierte. „Walheim hat eine Reihe guter deutscher Kämpfer. Sie haben also den Luxus, sich punktuell mit Ausländern verstärken zu können“, so Helbing. Diesen Luxus haben die 66er in der Regel auch. Doch erst um 18 Uhr wird heute klar sein, wer wirklich auf die Matten geht.